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Hausratversicherung: Bei welchem Wasserschaden wird gezahlt?

Ein Wasserschaden kann schnell sehr teuer werden – gut, wenn die Hausratversicherung zahlt. Aber das ist nicht immer der Fall! Entscheidend ist die Ursache des Schadens. Grundsätzlich gilt: Die Versicherung zahlt immer dann, wenn ein Wasserschaden entstanden ist, weil Leitungswasser – so die Klausel – bestimmungswidrig aus dem Rohrsystem ausgetreten ist. Der klassische Fall des Leitungswasserschadens ist der Rohrbruch, sei es an einem Zuleitungsrohr in der Küche, an einem Abwasserrohr im WC oder in der Fußbodenheizung.

Leitungswasserschäden als Hauptursache

Vom Versicherungsschutz der Hausratversicherung erfasst werden aber auch Wasserschäden durch Haushaltsgeräte, die über einen Schlauch mit dem Leitungssystem verbunden sind. Ebenso sind Schäden beispielsweise durch eine ausgelaufene Spülmaschine oder Waschmaschine prinzipiell versichert. Kommt das Wasser aber nicht mehr direkt aus der Leitung, kann die Regulierung schon zum Problem werden. Der klassische Fall: Sie stolpern in der Wohnung mit einem Eimer voller Wasser und beschädigen den Teppich. Kein Fall für die Versicherung: Bei Leitungswasser aus Eimern, Gießkannen oder sonstigen mobilen Behältnissen findet keine Entschädigung statt.

Schäden durch Aquarien und Wasserbetten

Neben Leitungswasserschäden können weitere Schäden in den Schutz einbezogen werden. Schäden durch auslaufende Aquarien und Wasserbetten können zumindest mitversichert werden, häufig sind sie auch schon integraler Produktbestandteil. Für den Schaden am Aquarium selber sowie die darin befindlichen Tiere und Pflanzen kommt die Hausratversicherung allerdings bei einem kaputten Aquarium nicht auf.

Elementarschäden separat versichern

Standardmäßig nicht zum Versicherungsschutz einer Hausratversicherung gehören Wasserschäden durch Rückstau oder Überschwemmung. Eine Überschwemmung ist gegeben, wenn infolge des Übertretens von Gewässern oder infolge Starkregens das Grundstück überflutet wird. Ein Rückstau liegt vor, wenn Wasser aus Ableitungsrohren des Gebäudes durch Regen oder Überschwemmung in das Haus gelangt. Wer sich auch gegen diese Risiken absichern will, benötigt zusätzlich eine Elementarschadenversicherung. Diese kann in der Regel gegen Aufpreis als Zusatzbaustein in die Hausratversicherung eingeschlossen werden.

Schutz bei Nachlässigkeiten eingeschränkt

Problematisch wird eine Schadensregulierung, wenn dem Versicherungsnehmer eine Mitschuld an dem Wasserschaden zuzuschreiben ist. Die Versicherung kann dann die volle Regulierung des Schadens wegen fahrlässigen Verhaltens verweigern. So kann die Versicherung z. B. die Leistung im Schadensfall kürzen, wenn jemand die Waschmaschine anstellt und dann den ganzen Tag zur Arbeit fährt. Läuft Wasser aus und beschädigt dann den Hausrat, muss der Verbraucher mit empfindlichen Leistungskürzungen rechnen. In Extremfällen kann der Schaden sogar bis auf Null gekürzt werden, wenn beispielsweise der Kunde ein nicht bewohntes Haus im Winter bei eisigen Temperaturen nicht beheizt und es aufgrund dessen zu einem Rohrbruch kommt. Es gibt jedoch die Möglichkeit sich vor Leistungskürzungen aufgrund grober Fahrlässigkeit zu schützen. Bei manchen Versicherern bzw. Tarifen kann der Ausschluss auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit vereinbart werden. In diesem Fall beruft sich der Versicherer im Falle des Schadens nicht auf diesen Einwand – sicherlich eine sinnvolle Erweiterung, um im Ernstfall vollen Schutz genießen zu können.