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Riester-Rente 2019: Falscher Riester-Vertrag – Wechseln oder kündigen?

Was tun, wenn Sie während der Vertragslaufzeit erkennen, dass Sie sich den falschen Riester-Anbieter bzw. -Vertrag ausgesucht haben? Keine Angst, Sie können immer wechseln. Welchen Weg Sie dabei wählen, sollte jedoch gut überlegt sein.

Riester und die Kapitalgarantie – Die Fakten

Grundsätzlich gilt bei der Riester-Rente Folgendes: Zu Beginn der Auszahlungsphase, also bei offiziellem Vertragsende zum Rentenbeginn, müssen wenigstens die eingezahlten Beiträge zuzüglich der gesamten staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Aber Vorsicht: Diese gesetzliche Kapitalgarantie gilt nicht während einer Vertragslaufzeit. Wenn Sie vorzeitig falsch aussteigen, kann die Riester-Rente für Sie ein schlechtes Geschäft werden.

Vor dem Wechsel Vertrag studieren

Sie wollen nun unbedingt Ihren alten Riester-Anbieter loswerden. Werfen Sie jetzt zuerst einmal einen genauen Blick auf den „Stand der Dinge“ bei Ihrem Vertrag. Entscheidend ist hier oft auch, wie lange der Vertrag bereits läuft. Wer bereits einige Jahre in seinen Riester-Vertrag eingezahlt hat, und es handelt sich dabei um eine Rentenversicherung, der hat einen großen Teil der Abschluss- und Vertriebskosten meist schon bezahlt. Bei einem neuen Anbieter würden diese Kosten dann erneut anfallen. Weiterer wichtiger Aspekt: Bei früheren Riester-Rentenversicherungen galt noch ein höherer Garantiezins von 2,25 Prozent. Bei einem Neuvertrag garantieren Ihnen die Versicherer seit 2017 nur noch 0,9 Prozent.

Nutzen Sie die richtigen Alternativen zu einer Riester-Kündigung

Sind Sie lediglich mit Ihrem Riester-Anbieter unzufrieden und benötigen das (tatsächlich vorhandene) Geld in Ihrem Riester-Vertrag nicht unbedingt, so haben Sie bessere Möglichkeiten als eine Kündigung. Hier bieten sich verschiedene Wege für Sie an:

a) Sie stellen Ihren bestehenden Riester-Vertrag beitragsfrei und zahlen nichts mehr ein.

Wirkung: In diesem Fall stoppen Sie die Einzahlungen und lassen das angesparte Geld dort weiterhin stehen. Dieses verzinst sich bis zum offiziellen Vertragsende, und Sie sichern sich Ihre Einzahlungen plus alle bis dahin erhaltenen staatlichen Förderungen und sogar noch den damals eventuell gültigen höheren Zins.

b) Sie stellen Ihren bestehenden Riester-Vertrag beitragsfrei und schließen einen neuen, für Sie besseren Riester-Vertrag ab.

Wirkung: In diesem Fall stoppen Sie die Einzahlungen und lassen das angesparte Geld dort stehen. Es verzinst sich bis Laufzeitende zum Rentenbeginn weiter, und Sie sichern sich in dem alten Riester-Vertrag Ihre Beiträge und alle bis dahin erhaltenen staatlichen Förderungen. Zudem schließen Sie einen neuen attraktiveren Vertrag ab und profitieren künftig dort von den staatlichen Zulagen und Steuervorteilen. Weiterer Vorteil: Der eventuell höhere Garantiezins beim alten Vertrag gilt dort die ganzen Jahre bis zur Rente weiter.

c) Sie wechseln zu einem anderen Riester-Anbieter, indem Sie das aktuelle Vertragsguthaben mitnehmen und auf einen neuen Riester-Vertrag übertragen.

Wirkung: Wichtig ist hier, dass Sie weiterhin in der Riester-Altersvorsorge aktiv bleiben! In aller Regel haben Sie für diesen Wechsel eine dreimonatige Kündigungsfrist. Auch die Kosten sind hierfür vertraglich festgelegt. Seit 2014 gilt hier für ab da abgeschlossene Verträge: Beim „alten“ Anbieter dürfen die Wechselkosten maximal 150 Euro betragen. Der „neue“ Anbieter darf maximal 50 Prozent des übertragenen geförderten Kapitals für die Berechnung von Vertriebs- und Abschlusskosten heranziehen. Möglicher Wermutstropfen: Für davor abgeschlossene Verträge bleibt es bei den damals zwischen Anbieter und Riester-Sparer getroffenen Vereinbarungen.

Voraussetzung für die Übertragung des Riester-Guthabens ist der Nachweis eines neuen zertifizierten Riester-Vertrages, der auf Ihren Namen abgeschlossen wurde. Das Guthaben wird nicht an Sie ausgezahlt, sondern direkt auf den neuen Vertrag übertragen. Aber: Riester-Anbieter sind nicht verpflichtet, Sie als Wechsler anzunehmen. Die meisten Riester-Anbieter halten für so einen Wechsel ein Formular parat. Beide Riester-Anbieter regeln den Wechsel dann mit der Zulagenstelle.