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Farbe der Arztrezepte: Grün, rosa, gelb oder blau?

Die Farbe des Arztrezeptes zeigt, wie lange die Verordnung gültig ist und wer die Kosten übernimmt. Was bedeutet welche Rezeptfarbe konkret?

Rosa – das Kassenrezept

Das wohl häufigste und auch bekannteste Rezept ist das Kassen- oder Vertragsrezept. Es hat eine kräftig-rosa Farbe auf weißem Papier. Das Kassenrezept wird nur für gesetzlich versicherte Patienten ausgestellt, die eine medizinisch notwendige und rezept- oder apothekenpflichtige Arznei oder Maßnahme benötigen. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet hierfür die Kosten. Das Kassenrezept ist ab Ausstellungsdatum insgesamt drei Monate lang gültig. Allerdings kann es von der Apotheke nur vier Wochen lang zur Kassenerstattung eingereicht werden. Danach zahlt die Kasse nicht mehr.

Blau – das Privatrezept

Das blaue Privatrezept ist in erster Linie für Privatversicherte gedacht. Bei Verordnungen dieser Art muss der Patient finanziell zuerst immer in Vorleistung treten und kann sich die entstandenen Kosten dann wieder von seiner privaten Krankenkasse zurückholen. Auch Kassenpatienten können vom Arzt ein blaues Rezept bekommen. Dann nämlich, wenn ein Medikament verordnet wird, das zwar verschreibungspflichtig ist, aber nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehört. Ein gängiges Beispiel hierfür ist die Anti-Baby-Pille. Die Kosten für das Medikament müssen gesetzlich Versicherte dann aber selbst tragen. Ab dem Ausstellungsdatum ist das Privatrezept insgesamt drei Monate lang gültig.

Grün – die Arztempfehlung

Das grüne Rezept wurde 2004 als Antwort von den Pharmazie- und Apothekerverbänden auf die Entscheidung des Gesetzgebers eingeführt, wonach rezeptfreie Medikamente nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden dürfen. Das grüne Rezept ist eigentlich keine echte Verordnung, sondern eher eine Empfehlung oder auch Gedankenstütze, die der Arzt für seinen Patienten notiert. Grüne Rezepte dürfen von den Krankenkassen nicht erstattet werden. Das grüne Rezepte ist deshalb unbegrenzt gültig.

Tipp: Steuervorteil sichern

Gegenüber dem Finanzamt kann man die Arzneikosten mit den Quittungen und dem grünen Rezept als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Gelb – Rezepte für Betäubungsmittel

Starke Schmerzmittel, wie zum Beispiel Morphin oder auch Ritalin, unterliegen der sogenannten Betäubungsmittelverordnung und damit besonders strengen Auflagen und Reglementierungen. Sie werden auf einem gelben Rezept verordnet. Gelbe Rezepte werden immer in dreifacher Ausfertigung ausgestellt. Eine Durchschrift behält der Arzt, das Original und die zweite Durchschrift muss der Patient in der Apotheke vorlegen. Das Original reicht die Apotheke bei der Krankenkasse ein. Die zweite Durchschrift verbleibt in der Apotheke. Gelbe Rezepte werden für sämtliche Versicherte ausgestellt, egal ob gesetzlich oder privat versichert. Sie sind nur bis acht Tage nach Ausstellung gültig, danach verfallen sie.

Eine Besonderheit – das T-Rezept

Seit Februar 2009 dürfen thalidomid- oder lenalidomidhaltige Arzneimittel von der Apotheke nur noch bei Vorlage eines sogenannten T-Rezepts abgegeben werden. Der Wirkstoff Thalidomid erlangte in den 1960er Jahren traurige Bekanntheit, als er in Form des Schlafmittels Contergan in vielen Fällen zu massiven Missbildungen bei Neugeborenen führte. Das T-Rezept besteht aus einem zweiteiligen amtlichen Vordruck und wird ausschließlich durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an Ärzte abgegeben, die besondere Kenntnisse im Umgang mit diesen Arzneimitteln vorweisen können. Das T-Rezept ist ab Ausstellungsdatum maximal sechs Tage gültig.