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Krankenkasse: Welche Kasse bei Burn-out zahlt

Ruhe und viel Sport, das sind die besten Methoden, um sich vom Burn-out zu erholen. Fehltage aufgrund von Burn-out nehmen dramatisch zu: In den letzten sieben Jahren stieg die Zahl der Krankschreibungen laut einer Studie des BKK-Bundesverbandes um das 19-fache. Besonders betroffen sind laut der Studie Frauen, die im Beruf stark gefordert sind und zudem ständig den Spagat zwischen Beruf und Familie bewältigen müssen. Fehlen hier Auszeiten und die Möglichkeit sich zu entspannen, kann der Dauerstress regelrecht ausbrennen. Nach und nach laufen die Akkus leer, bis es irgendwann zum Totalausfall kommt und Betroffene schließlich selbst kleine Aufgaben nicht mehr bewältigen können.

Burn-out-Alarmsignale beachten

Bis es soweit kommt, vergehen aber oft Monate, sogar Jahre, in denen die Betroffenen überdurchschnittlich viel leisten und den Eindruck vermitteln, dass sie alles perfekt im Griff haben. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber bereits in dieser Phase oft deutliche Alarmsignale eines beginnenden Burn-out: Das sind zum Beispiel häufige Gereiztheit, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Kritisch wird es auch, wenn liebgewonnene Tätigkeiten und Hobbys keine Freude mehr machen und soziale Kontakte vernachlässigt werden.

Hilfe durch Entspannung und Stressmanagement

Burn-out ist behandelbar, aber leider nicht immer komplett heilbar. Die Therapie dauert oft sehr lange, und leider erlangen nicht alle Patienten ihre alte Leistungskraft wieder zurück. Besser ist es deshalb, vorzubeugen und bei Burn-out-Alarmsignalen die Reißleine zu ziehen. Die Krankenkassen bieten hierzu Präventionskurse an, in denen Betroffene lernen, sich wieder zu entspannen, zum Beispiel mit Yoga, autogenem Training oder auch progressiver Muskelentspannung. Auch Stressmanagement-Kurse helfen gezielt, Belastungen im Alltag und im Beruf besser koordinieren zu können und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Ausschlaggebend ist die Erkenntnis, nicht immer perfekt sein zu müssen, zu lernen die Ansprüche an sich selbst herunterzuschrauben und sich regelmäßig Auszeiten zu gönnen. Entspannungs- und Stressmanagementkurse werden von vielen Krankenkassen direkt angeboten. Die Kurse erstrecken sich normalerweise über acht bis zehn Einheiten. Für Versicherte der entsprechenden Krankenkassen sind sie meist kostenlos, wenn nachweislich an mindestens 80 Prozent der Kursdaten teilgenommen wurde.

Wer lieber am Kurs eines externen Anbieters teilnehmen möchte, bekommt auch hierfür häufig bis zu 80 Prozent der Kurskosten von der Krankenkasse erstattet. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Kurs speziell als Präventionskurs zertifiziert wurde. Außerdem muss auch hierfür die regelmäßige Teilnahme nachgewiesen werden. Wenn Sie wissen möchten, welche Krankenkassen Präventionskurse speziell für Burn-out anbieten, können Sie dazu unseren Geldsparen-GKV-Rechner nutzen. Hier können Sie die wichtigsten die Leistungsmerkmale von über 100 Krankenkassen miteinander vergleichen und nachsehen, welche Krankenkassen noch weitere Extras – wie etwa eine kostenlose Zahnreinigung, Beitragsprämien oder Naturheilverfahren – anbieten.

Hilfe durch Kuren und Online-Seminare

Manchmal reicht ein ambulanter Kurs allein aber nicht aus, um wieder ausreichend Kraft zu schöpfen. Dann ist es besser, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen und sich in einer Klinik zu erholen. Die Krankenkasse BIG direkt Gesundheit zum Beispiel bietet ihren Versicherten, die vom Burn-out-Syndrom bedroht sind, eine Sieben-Tage-Kur in einer speziellen Burn-out-Klinik an. Auch die Techniker Krankenkasse bezuschusst betroffenen Versicherten ein fünftägiges Spezial-Seminar am Institut für Burn-out-Prävention in Hamburg mit 800 Euro. Statt regulär 1.000 Euro müssen TK-Versicherte für den Intensivkurs dann nur noch 200 Euro zahlen. Die TK oder auch die Heimat BKK bieten Burn-out-Präventionskurse außerdem auch online an. Von Terminen eh schon gestresste Versicherte haben so die Möglichkeit, einen Kurs noch leichter in ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

Wussten Sie eigentlich schon, dass auch zu wenig Arbeit krank machen kann? Wer sich ständig unterfordert fühlt und zu wenig Anerkennung im Job bekommt, kann auf Dauer am sogenannten Bor-out-Syndrom erkranken. Die Symptome sind denen des Burn-out gar nicht unähnlich. Aus Scham trauen sich viele Bor-out-Patienten aber nicht zum Arzt.