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Krankheit: Wann Krankenkassen eine Haushaltshilfe bezahlen

In bestimmten Situationen haben Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf eine Haushaltshilfe. In erster Linie ist sie für Familien mit Kindern unter zwölf Jahren vorgesehen, wenn Vater oder Mutter einen Krankenhausaufenthalt oder eine Reha-Maßnahme (zum Beispiel eine Mutter-Kind-Kur) wahrnehmen muss und es keine andere im Haushalt lebende Person gibt, die Haushalt und Kinder versorgen kann. Bei Kindern mit Behinderung gilt übrigens keine Altersgrenze. Auch schwangeren Frauen, die erhebliche Beschwerden haben, wie auch Frauen, die frisch entbunden haben und Hilfe benötigen, gewährt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe.

Haushaltshilfe nach einem Krankenhausaufenthalt

2016 wurde der Anspruch auf eine Haushaltshilfe sogar erweitert. Versicherte haben jetzt einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn sie …

  • wegen einer schweren Krankheit oder
  • wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere
  • nach einem Krankenhausaufenthalt,
  • nach einer ambulanten Operation oder
  • nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung,
  • den Haushalt nicht weiterführen können.

Der Anspruch besteht dann für vier Wochen und nur dann, wenn keine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt weiterführen kann. Im Ausnahmefall kann der Anspruch auf maximal 26 Wochen ausgeweitet werden, etwa dann, wenn im Haushalt ein behindertes Kind lebt.

Haushaltshilfe: Kasse mit den besten Leistungen finden

Vergleich lohnt sich: Manche Krankenkassen gewähren mehr in puncto Haushaltshilfe

Darüber hinaus können Krankenkassen im Rahmen ihrer Zusatzleistungen noch mehr anbieten:
Manche Krankenkassen haben die Altersgrenze der Kinder von zwölf auf 14 Jahre heraufgesetzt (zum Beispiel Techniker, AOK, hkk) oder gar auf 15 (Knappschaft) oder 16 Jahre (BIG direkt gesund). Oder aber sie erweitern den neuen Anspruch seit 2016 von vier Wochen auf sechs Wochen (Knappschaft, Techniker). Manche Kassen gewähren im Ausnahmefall auch eine Haushaltshilfe, wenn kein Kind im Haushalt lebt (zum Beispiel BIG direkt gesund, AOK, SBK). Diese Leistung ist vor allem für Alleinlebende und ältere Menschen von Bedeutung. Einige Krankenkassen gewähren auch einen Verdienstausfall, wenn der berufstätige Ehepartner den Haushalt führt (zum Beispiel AOK, SBK), oder die Kasse erstattet Fahrtkosten, wenn Freunde oder Verwandte als Helfer anrücken.

So kommen Sie an eine Haushaltshilfe

Erste Anlaufstelle für Sie als Patient ist der Arzt. Er bestimmt den zeitlichen Umfang, in dem eine Haushaltshilfe bei Ihnen zum Einsatz kommt. Bei einem geplanten Krankenhausaufenthalt lohnt es sich, wenn Sie bereits im Vorfeld mit Ihrem Arzt über den Umfang der Hilfe sprechen und auch Kontakt mit Ihrer Krankenkasse aufnehmen, um zu klären, in welchem Umfang sie Ihnen die Hilfe gewährt. Denn meist nimmt die Bewilligung einige Zeit in Anspruch. Benötigen Sie außerhalb der Regelung eine Unterstützung, sprechen Sie persönlich mit Ihrer Krankenkasse. Es sind immer Einzelfallentscheidungen möglich.

Welche Kosten der Haushaltshilfe übernimmt die Krankenkasse?

Die Abrechnung erfolgt unterschiedlich. Vermittelt die Krankenkasse selbst eine Haushaltshilfe, rechnet sie auch direkt mit ihr ab. Sucht der Versicherte sich selbst eine Hilfe, erstattet die Kasse die Kosten, allerdings in unterschiedlicher Höhe. Die SBK und die BIG direkt gesund übernehmen zum Beispiel 9,50 Euro pro Stunde oder 76 Euro pro Tag. Der Patient muss aber Zuzahlungen leisten: zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf, maximal zehn Euro pro Tag. Bei Schwangerschaft und Entbindung fallen keine Kosten an.