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Hausratversicherung: So melden Sie Ihrer Versicherung einen Einbruch

Wenn Einbrecher in die Wohnung eingedrungen sind, stehen die Bewohner erst einmal unter Schock. Das Eindringen Fremder in die Privatsphäre empfinden viele als traumatisch. Nicht selten ziehen sie langfristig aus der Wohnung aus, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen. So verstörend die ersten Momente nach einem Einbruch sind – die Bewohner müssen trotzdem besonnen handeln. Jetzt gilt es, alles richtig zu machen, damit die Hausratversicherung auch für das Gestohlene aufkommt.

Versicherung muss Schaden begutachten können

Im Schadensfall hat der Versicherungsnehmer nämlich sogenannte Obliegenheiten zu erfüllen, also Pflichten, denen er nachkommen muss, damit die Versicherung leistet. „Dazu gehört, den Schaden unverzüglich dem Versicherer zu melden“ – und natürlich vorher auch der Polizei, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg. Leider sei „unverzüglich“ zeitlich nicht genau definiert. Sicher ist, dass nicht Tage oder gar Wochen vergehen dürfen. „Der Versicherer muss die Chance haben, den Schaden, so wie er sich unmittelbar nach dem Einbruch präsentiert, zu begutachten.“ Übrigens: Der Versicherer ist in der Regel auch am Wochenende und an Feiertagen über eine Hotline zu erreichen, oder man kann zumindest eine Schadensmeldung per E-Mail schicken.

Ohne Stehlgutliste keine Leistung

Auch wenn die Bewohner am liebsten sofort die Wohnung aufräumen und die Spuren der Diebe beseitigen möchten – „besser ist es, erst einmal nichts anzurühren und abzuwarten, welches Vorgehen der Versicherer empfiehlt“, rät Boss. Möglicherweise möchte er ja einen Gutachter schicken. Allerdings ist der Versicherungsnehmer auch verpflichtet, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Wurden also Kreditkarten gestohlen, muss er sie sofort sperren lassen.

Es lohnt sich, den Tatort umfangreich zu dokumentieren, um später Beweise gegenüber dem Versicherer in der Hand zu haben. Also: Alle Schäden fotografieren und gleichzeitig eine Liste der gestohlenen Gegenstände anlegen, die sogenannte Stehlgutliste. Auch beschädigte Gegenstände sind dort aufzuführen, beispielsweise ein aufgebrochenes Haustürschloss, zerstörte Fenstergriffe oder aufgehebelte Schranktüren. Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, die Liste dem Versicherer so schnell wie möglich vorzulegen. Versäumt er dies, gilt das als Obliegenheitsverletzung, und der Versicherer darf die Leistung verweigern. Die Liste muss der Versicherungsnehmer auf Eigeninitiative vorlegen. Weder der Versicherer noch die Polizei sind verpflichtet, ihn darauf hinzuweisen.

Gut vorgesorgt mit Inventarliste

Letzte Hürde bei der Erstattung des Schadens durch die Hausratversicherung ist der Nachweis, dass man die gestohlenen Gegenstände auch tatsächlich besessen hat. Hier bleibt nur zu hoffen, dass der Geschädigte vorgesorgt und bei Abschluss der Police eine Inventarliste angelegt hat, beispielsweise indem er seinen Hausrat abfotografiert hat. Von Wertgegenständen lohnt es sich, Rechnungen und Belege als Nachweis aufzuheben. Wer in einer preiswert und bescheiden eingerichteten Wohnung lebt, aber nur wertvollstes Diebesgut als gestohlen meldet, wird Probleme haben, ohne Belege die volle Erstattung von der Versicherung zu erhalten.