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Homöopathie: Was kostet die Behandlung?

Bei gesundheitlichen Problemen vertrauen viele Deutsche auf die sanften Heilmethoden der Homöopathie: Laut einer Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie aus dem Jahr 2009 hat bereits jeder zweite Deutsche schon einmal Globuli oder andere homöopathische Arzneien ausprobiert.

Was versteht man unter Homöopathie?

Die Lehre von der Homöopathie wurde im 19. Jahrhundert von dem Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann entwickelt. Das Grundprinzip dieser Heilmethode besteht in der Annahme, dass sich Ähnliches mit Ähnlichem heilen lässt. Das heißt: Einem Kranken sollen genau die Mittel helfen, die bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen würden, wie sie beim Kranken beobachtet werden. Um homöopathische Arzneimittel herzustellen, werden die entsprechenden Grundsubstanzen stark verdünnt. In der Homöopathie spricht man dabei auch von Potenzierung. Der eigentlich Wirkstoff wird dabei mit Wasser oder Ethanol verschüttelt bzw. mit Milchzucker verrieben. Im Ergebnis entstehen dann die bekannten weißen Kügelchen, auch Globuli genannt, sowie Tropfen und Lösungen. Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Medizin, bei der nicht nur die Symptome behandelt werden, sondern der Mensch in seiner Ganzheit betrachtet wird.

Ablauf und Kosten einer homöopathischen Behandlung

Zu Beginn einer homöopathischen Behandlung steht deshalb immer ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, also eine Anamnese. Hier erfasst der Arzt die Vorgeschichte des Patienten, die konkreten Beschwerden und das Umfeld der Erkrankung. Oft wird dieses Gespräch noch durch einen mehrseitigen Fragebogen ergänzt. Die Erstanamnese dauert in der Regel eine bis zwei Stunden und kostet etwa zwischen 120 Euro bis 180 Euro. Jede Folgekonsultation von mindestens einer halben Stunde kostet dann nochmals etwa zwischen 60 Euro und 90 Euro. Die homöopathische Behandlung ist keine reguläre Kassenleistung. Es besteht deshalb auch kein gesetzlicher Anspruch auf Kostenübernahme.

Homöopathie von der Krankenkasse bezahlen lassen

Trotzdem beteiligen sich immer mehr Krankenkassen an den Kosten der Therapie. Bereits über 80 gesetzliche Krankenversicherungen haben Selektivverträge mit dem deutschen Zentralverband der homöopathischen Ärzte (DZVHAE) geschlossen. Damit können homöopathisch erbrachte Leistungen bei ausgewählten Vertragsärzten auch über die Chipkarte abgerechnet werden. Homöopathie auf Kassenkosten bieten viele Betriebskrankenkassen – wie zum Beispiel die BKK Mobil Oil, aber auch die HEK, die Techniker Krankenkasse sowie die Knappschaft – an.

Die Kostenübernahme der Krankenkasse gilt immer nur für die Behandlung bei homöopathisch speziell ausgebildeten Ärzten, die mit der Krankenkasse einen Vertrag abgeschlossen haben. Heilpraktiker-Leistungen werden von keiner gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch die Kosten für homöopathische Medikamente werden nur bei Kindern, nicht aber bei erwachsenen Personen bezahlt. Allerdings sind Globuli und Co. verhältnismäßig günstig und kosten in der Apotheke meist nicht mehr als fünf bis höchstens zehn Euro.

Krankenkasse: Kostenübernahme Homöopathie

Wenn Sie wissen möchten, welche Krankenkassen für homöopathische Behandlungen zahlen, können Sie dazu einfach unseren neuen Geldsparen-GKV-Rechner benutzen. Schon nach wenigen Klicks sehen Sie im Überblick, welche Krankenkasse dafür die Kosten übernimmt.

Wechsel der Krankenkasse – oder besser Zusatzversicherung?

Wenn Ihre Krankenkasse nicht für Homöopathie leistet, haben Sie grundsätzlich immer die Möglichkeit, zu einer anderen Kasse zu wechseln, die hier eine Kostenübernahme anbietet. Das geht ganz einfach und ohne Risiko. Sie müssen dazu nur bereits 18 Monate bei Ihrer bisherigen Kasse versichert sein, und die neue Wunschkrankenkasse muss für Ihr Gebiet geöffnet sein. Möchten Sie aber bei Ihrer Krankenkasse bleiben, besteht auch die Möglichkeit, eine Zusatzversicherung für Naturheilkunde und Heilpraktiker mit homöopathischen Leistungen abzuschließen.

Mit der Zusatzversicherung werden deutlich mehr und höhere Kosten übernommen, als das bei den gesetzlichen Krankenkasse möglich ist. Auch die Kosten für die verordneten homöopathischen Medikamente werden in der Regel bezahlt. Wie viel Sie eine Zusatzversicherung kostet und welche die günstigsten Konditionen bietet, können Sie in unserem Krankenzusatzversicherungs-Rechner nachsehen.