Sie befinden sich hier:

Kfz-Versicherung und Kilometerstand: Wer schummelt, zahlt drauf!

Wer weiß schon seinen exakten Tachostand auswendig? Vermutlich die wenigsten. Dabei wäre es ratsam, sich den exakten Kilometerstand zu merken, nämlich beispielsweise für den Fall eines Unfalls, wenn Sie den Schaden Ihrem Versicherer melden müssen.

Der Versicherer kann die Leistung kürzen

Wenn Sie eine falsche Kilometerangabe machen – nämlich weniger als tatsächlich auf Ihrem Tacho steht – machen Sie sich angreifbar. Denn der Wert Ihres Autos ist natürlich umso geringer, je mehr Kilometerleistung das Fahrzeug hinter sich hat. Demnach müsste die Versicherung auch nur einen geringeren Zeitwert bei einem Totalschaden ersetzen. Der Versicherte handelt also in Augen des Versicherers grob fahrlässig und verletzt die Vertragsobliegenheiten, wenn er beim Kilometerstand schummelt. Der Versicherer darf die Leistungen folglich kürzen. Die Versicherer bewerten jeden Fall einzeln – erfahrungsgemäß. Mit rund 50 Prozent Leistungskürzung müssen Sie aber rechnen. Das kann bei einem gestohlenen Neuwagen sehr teuer werden.

Tipp: Bevor Sie eine falsche Angabe machen, sollten Sie lieber ganz darauf verzichten oder aber den Kilometerstand nur grob angeben, beispielsweise zwischen 50.000 und 60.000 Kilometern.

Falsche Kilometerangaben gefährden den Rabatt

Ähnlich problematisch kann eine falsche Kilometerangabe werden, wenn Sie einen Rabattvorteil des Versicherers nutzten. Viele Unternehmen bieten vergünstigte Tarife für Wenigfahrer an, die beispielsweise maximal 12.000 Kilometer im Jahr fahren. Ereignet sich dann ein Unfall und bei der Angabe des Kilometerstandes kommt heraus, dass Sie Ihre angegebene Kilometerleistung um einiges überschritten haben, trägt der Versicherer zwar den Haftpflichtschaden, kann aber wegen der falschen Angabe eine Vertragsstrafe verhängen. Rückwirkend sind dann ein höherer Beitrag fällig und zusätzlich bis zu 100 Prozent Prämienzuschlag. Das beläuft sich im Ernstfall auf eine gesamte Jahresprämie.

Sie als Versicherter stehen in der Pflicht

Grundsätzlich sind Sie als Versicherter verpflichtet, Ihre Angaben nachträglich zu korrigieren, wenn Sie feststellen, dass Sie doch mehr Kilometer im Jahr gefahren sind als angegeben. Dasselbe gilt bei Rabatten für Alleinfahrer, bei denen nur der Fahrzeughalter als Fahrer versichert ist. Fährt ohne Notfall ein anderer den Wagen und es ereignet sich ein Unfall, kann der Versicherer ebenfalls eine Vertragsstrafe verhängen. Wenn Sie Rabatte wahrnehmen, müssen Sie diese auch im Auge behalten und gegebenenfalls Ihre Angaben korrigieren. Oftmals vergessen das die Versicherten, vor allem dann, wenn der Vertrag schon lange läuft. Daher empfiehlt es sich, jährlich sämtliche Versicherungspolicen auf korrekte Angaben hin zu überprüfen.