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Wann müssen sich Kinder selbst versichern?

In der gesetzlichen Krankenversicherung ist bei Studenten das Alter und bei Azubis der Beginn der Lehre der Stichtag für eine eigene Versicherung. Die Familienversicherung bei den gesetzlichen Krankenkassen schließt die Kinder ein, bis diese eine Lehre starten und somit in einem Arbeitsverhältnis stehen. Dann müssen sie sich selbst versichern. Studenten sind bis zum 25. Lebensjahr in der Familienversicherung geschützt. Danach müssen sie sich selbst versichern. Solange sie noch studieren, ist das mit einem Montagsbeitrag um die 75 Euro vergleichsweise günstig. Junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr (FSJ oder FÖJ) absolvieren oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD), sind in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, Beiträge müssen sie jedoch keine bezahlen. Studenten, die bislang privat krankenversichert waren, müssen sich vor Beginn des Studiums entscheiden, ob sie weiterhin privat versichert bleiben oder in die gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen. In der Regel ist der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung die günstigere Lösung. Ein Wechsel während des Studiums ist dann dann nicht mehr erlaubt!

Krankenkasse: Extras sind wichtig

Müssen sich die Kinder selbst krankenversichern, lohnt es sich, die Zusatzangebote der gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe zunehmen. Viele Krankenkassen bieten interessante Leistungen speziell für junge Leute an: umfangreiche Reiseimpfungen als Kassenleistung, günstige Angebote bei Zahnreparaturen oder auch Barzahlungen, wenn man gesund lebt, viel Sport macht und Lust hat, Sportabzeichen zu erwerben. Die jeweiligen Internetseiten der gesetzlichen Krankenkassen geben hierüber am einfachsten Auskunft. Ansonsten: anrufen und fragen.

Kinder und private Haftpflichtversicherung

Schutz in der privaten Haftpflichtversicherung der Eltern genießen Kinder in der Regel bis zum Ende der ersten Ausbildung. Bei Studenten ist dies das Studium, bei Azubis die Lehre. Voraussetzung ist, dass man noch nicht selbst verheiratet ist. Wo die Kinder wohnen – in einer eigenen Wohnung oder bei den Eltern – ist unerheblich. Doch aufgepasst: Die Versicherer haben hier ihre individuellen Regelungen getroffen. Wann die erste Ausbildung genau endet, wird unterschiedlich definiert. So wird zum Beispiel ein Auslandsaufenthalt unterschiedlich bewertet. Auch was geschieht, wenn ein Student das Studienfach wechselt, ist nicht einheitlich geregelt. Es lohnt sich, beim jeweiligen Versicherer nachzufragen.

Das kostet eine eigene private Haftpflichtversicherung

Nach der Ausbildung benötigen die Kinder eine eigene private Haftpflichtversicherung – am besten nahtlos, um keine Versicherungslücke zu riskieren. Die private Haftplichtversicherung ist die wichtigste Versicherung gleich nach der Krankenversicherung, unabhängig vom Alter oder den Lebensumständen. Private Haftpflichtversicherungen sind glücklicherweise bezahlbar: Sie kosten ab 50 Euro im Jahr. Junge Leute sollten den Versicherungsschutz auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Sind Freizeitsportarten versichert? Ist der Schlüsselverlust in einer großen Wohnanlage abgesichert? Wie umfassend ist das Fahrrad abgedeckt? Sind Gefälligkeitsschäden versichert?

Kinder und Hausratversicherung

Hab und Gut in einer Studentenwohnung, im WG-Zimmer oder auch im Appartement, das man während eines Freiwilligen Sozialen Jahres bewohnt, ist über die Hausratversicherung der Eltern abgedeckt. Es gilt: So lange Kinder ihren Lebensmittelpunkt in der elterlichen Wohnung haben und nicht älter als 27 Jahre sind, greift die Familienversicherung. Dabei ist es egal, wo Kinder ihren Wohnsitz gemeldet haben. Sobald sie komplett aus der elterlichen Wohnung ausgezogen sind und ihren Lebensmittelpunkt im eigenen Heim haben, erlischt der elterliche Versicherungsschutz. Eine Hausratversicherungen benötigt man nicht unbedingt gleich in der ersten eigenen Wohnung. Meist ist die erste Einrichtung nicht besonders wertvoll, sodass man einen Verlust finanziell verschmerzen könnte. Die Beiträge investiert man besser in eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten.

Rechtsschutzversicherung

Auch die Rechtsschutzversicherung ist für Studenten keine Muss-Police. Meist verliert jene der Eltern ihre Gültigkeit, wenn die Kinder den ersten Beruf ergreifen – das regelt jedes Unternehmen etwas anders. Ein eigener Vertrag ist dann nicht sofort nötig. Wer viel mit dem Auto fährt, kann über eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nachdenken. Denn im Verkehr kommt es häufig zu Streitfällen.

Unfallversicherung

In vielen privaten Unfallversicherungen sind die Kinder mit eingeschlossen – das gilt für die gesamte Vertragslaufzeit, unabhängig von Wohnort, Alter oder Ausbildung. Wer nicht bei den Eltern mitversichert ist, benötigt nicht zwingend einen eigenen Vertrag. Nur weil man aus der elterlichen Wohnung auszieht, erhöht sich nicht zwangsläufig das Risiko, wegen eines Unfalls invalide zu werden.