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Krank im Urlaub: Welche Kosten die Krankenkasse zahlt

In den Seeigel getreten, Arm gebrochen, heftiger Sonnenbrand, es gibt viele Gründe, wieso Familien auch in den schönsten Wochen des Jahres akute medizinische Hilfe benötigen. Laut einer Umfrage der DAK geht etwa jeder Zehnte im Urlaub zum Arzt.

Wer trägt die Kosten?

Grundsätzlich hat jeder gesetzlich versicherte europäische Bürger das Recht auf medizinische Behandlung im europäischen Ausland, wenn die Behandlung bis zur Rückkehr ins Heimatland nicht warten kann. Zwischen allen europäischen Ländern und einigen weiteren Staaten bestehen dazu Sozialversicherungsabkommen, sodass die Krankenkassen grundsätzlich untereinander abrechnen können. Als Beleg für die Zugehörigkeit zu einer gesetzlichen Krankenkasse im Ausland gilt die Europäische Krankenversicherungskarte, kurz EHIC (European Health Insurance Card). Sie hat Mitte 2004 den bis dahin üblichen Auslandskrankenschein in den meisten europäischen Ländern abgelöst. Wer in Deutschland Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist, muss die EHIC nicht extra beantragen. Sie ist auf die Rückseite jeder neuen elektronischen Krankenkassenkarte mit Bild automatisch aufgedruckt.

Was leistet die EHIC?

Mit der EHIC haben gesetzlich versicherte Europäer ausschließlich Anspruch auf eine Behandlung durch Ärzte und Krankenhäuser, die dem öffentlichen Gesundheitssystem des jeweiligen Landes angeschlossen sind. Leistungen von Privatärzten und -kliniken sind über die EHIC nicht abgedeckt. Außerdem entspricht das Leistungsniveau der Versorgung dem der einheimischen Bevölkerung. Achtung: Das kann mitunter deutlich weniger sein, als Sie als Patient in Deutschland gewöhnt sind. Auch eventuell anfallende Zuzahlungen und Eigenanteile orientieren sich an den Gepflogenheiten des jeweiligen Landes.

Warum akzeptieren einige Ärzte meine EHIC nicht?

Leider kommt es immer wieder vor, dass die EHIC von Ärzten und Krankenhäusern in einigen Ländern nicht akzeptiert wird. Das liegt daran, dass die Kostenabrechnung über die Verbindungsstelle in einigen Ländern übermäßig lange dauert. Im Extremfall können drei bis vier Jahre vergehen, bis der Kostenausgleich erfolgt.  Viele Ärzte und Krankenhäuser sind deshalb nicht gerade erpicht darauf, EU-Patienten per EHIC zu behandeln und verlangen Vorkasse. Aber Achtung: Zahlen Sie privat, haben Sie automatisch auch den Status eines Privatpatienten. Wie auch in Deutschland, muss sich der Arzt dann nicht mehr an die vereinbarten Vertragssätze halten, sondern darf mehr verlangen. Familien können so auf teilweise extrem hohen Behandlungskosten sitzen bleiben. Denn deutsche Krankenkassen dürfen Behandlungskosten im Ausland nur bis zu der Höhe erstatten, wie sie auch in Deutschland angefallen wären.

Wie muss ich mich also verhalten?

Wenn es nicht gerade um Leben und Tod geht, sollten Sie möglichst erstmal die Auslandshotline ihrer Krankenkasse anrufen. Sehr viele gesetzliche Krankenkassen haben inzwischen einen 24-Stunden-Service für Fragen zur medizinischen Behandlung im Ausland eingerichtet. Oft kann dieser Service sogar kostenlos in Anspruch genommen werden. Hier bekommen Sie auch Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Arzt oder Krankenhaus. Wichtig: Sollte ein Reiserücktransport nötig werden, sind die Kosten hierfür nicht über die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt. Diese Kosten übernimmt nur eine entsprechende Auslandskrankenversicherung, die sie unbedingt vorher abschließen sollten.

Was bietet der Europaservice?

Um eine problemlose Versorgung über die EHIC im Ausland zu gewährleisten, haben einige Krankenkassen – wie zum Beispiel die TK, die DAK und viele AOK’s – für ihre Versicherten einen sogenannten Europaservice eingerichtet. Dazu haben die Kassen jeweils ausgewählte Arztpraxen und Kliniken an besonders beliebten Urlaubsregionen im europäischen Ausland geprüft und mit ihnen Behandlungsverträge geschlossen. Der AOK-Europaservice bietet aktuell in über 150 Praxen und Kliniken in Belgien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, in der Tschechischen Republik sowie in Spanien eine problemlose medizinische Behandlung per Chipkarte an. Die DAK hat sich auf Praxen und Kliniken auf Mallorca, Menorca und in Portugal konzentriert. Weitere Länder sollen aber folgen.

Die besonderen Vorteile des Europaservice

Sämtliche Einrichtungen sind hinsichtlich ihrer medizinischen Qualität geprüft wprden. Die EHIC von Versicherten der Krankenkassen mit Europaservice wird problemlos akzeptiert. Die Abrechnung erfolgt ganz einfach über die Krankenkassenkarte. Vorkasse wird nicht verlangt.

Noch mehr Extras ergattern

Gerade beim Service und den Extraleistungen unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen teilweise erheblich voneinander. Wenn Sie jetzt wissen möchten, welche weiteren attraktiven Extras – etwa eine kostenlose professionelle Zahnreinigung, Naturheilverfahren, Bonusprämien und vieles mehr andere mehr – die einzelnen Versicherer bieten, dann vergleichen Sie in unserem Rechner über 100 gesetzliche Krankenkassen ganz einfach miteinander. Sie sehen schon nach wenigen Klicks, wo Sie mehr für Ihren Beitrag bekommen. Übrigens: Sie haben jederzeit die Möglichkeit zu wechseln, wenn Sie bereits mindestens 18 Monate Mitglied einer Krankenkasse sind.

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