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Longboard und Hoverboard: Der richtige Versicherungsschutz

Futuristisch und cool sehen motorisierte Boards aus. Aber sie sind alles andere als ein nettes Kinderspielzeug. Teilweise erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h und fordern ihren Fahrern einiges an Geschick ab. Für das Segway benötigt man den Mofa-Führerschein. Segway und Co. zählen – wie auch motorisierte Rollstühle – zu den elektrischen Mobilitätshilfen. Die Verwendung der Fahrzeuge auf öffentlichem Verkehrsgrund ist gesetzlich in der Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr (MobHV) geregelt.

Segway

Das einachsige Elektrofahrzeug mit Lenkstange erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Segways prägen immer mehr das Straßenbild diverser Großstädte. Besonders beliebt sind die Gefährte auch bei Stadtführungen. Im bundesweiten Straßenverkehr sind sie zugelassen seit 2009.

Wer mit einem Segway fahren möchte, sollte …

  • mindestens 15 Jahre alt sein und
  • eine Berechtigung zum Führen eines Mofas haben.
  • Das Segway selbst muss ein gültiges Versicherungskennzeichen haben.

Mit dem Segway dürfen Sie Inner- und Außerorts nur auf Schutzstreifen, Radfahrstreifen, Radwegefurten und Radwegen fahren – falls nicht vorhanden, ist ein Ausweichen auf die Fahrbahn erlaubt – Autobahn, Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen sind tabu, und das Rechtsfahrgebot sollte unbedingt eingehalten werden. Ausnahmen erteilen in manchen Fällen die Straßenverkehrsbehörden für Segway-Touren. Nehmen Sie an einer geführten Tour teil, kann es sein, dass Sie auch durch Fußgängerzonen fahren können.

Hoverboard

Das Hoverboard ist ein einachsiges Fahrzeug mit einem Reifen links und einem Reifen rechts. Man kann es sich quasi als Segway ohne Lenkstange vorstellen. Mit Geschwindigkeiten über sechs km/h gilt es rechtlich als Kraftfahrzeug. Aber: Da es weder Bremse, Lenkung, noch Beleuchtung hat, erhält das Hoverboard keine Straßenzulassung. Und auch das Fahren auf Geh- oder Radwegen ist nicht erlaubt. Wer mit einem Hoverboard auf der Straße unterwegs ist – und erwischt wird – muss sogar mit einer Geldbuße rechnen. Begründung: Er begeht eine Straftat nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis).

Versicherung für Segway und Hoverboard

Die meisten sich im Handel befindlichen Elektro-Boards haben eine Geschwindigkeit über sechs km/h und müssen pflichtversichert werden. Paradox: Eine Hoverboard-Versicherung gibt es aber bisher nicht. Wer also im öffentlichen Verkehr fährt, macht sich auch noch strafbar nach Paragraph sechs des Pflicht-Versicherungs-Gesetzes. Schäden, die beim Betrieb des Elektro-Boards verursacht werden, sind nicht von der privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Nicht über die private Haftpflichtversicherung versichert ist laut der „Benzinklausel“ in der Police der Eigentümer, Besitzer, Halter oder Führer eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeuges wegen Schäden, die durch den Gebrauch des Fahrzeuges verursacht werden.

Führerschein erforderlich?

Wer Kraftfahrzeuge im öffentlichen Raum benutzen will, braucht einen … Führerschein. Aber – wie könnte es anders sein – für E-Boards gibt es keinen Führerschein, da das Fahrzeug nicht in eine Fahrzeugklasse eingeordnet ist. Wer immer noch Lust auf das Fahren mit dem Board hat, darf aber hoffen. Bereits im September 2016 hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, „die verhaltens- und zulassungsrechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb von selbstbalancierenden Fahrzeugen zu regeln“.

Skateboard, Inlineskates, Longboard – Boarden ohne Motor

Longboards sind – wie schon der Name sagt – länger als Skateboards. Sie eignen sich für weitere Strecken. Immer mehr Städter machen sich mit dem Longboard auf den Weg durch den Großstadtdschungel. Immer wieder kommt es zu Streitereien zwischen Longboardern und anderen Verkehrsteilnehmern. Fußgänger gehören auf den Gehweg, Autos auf die Fahrbahn, Fahrräder auf den Radweg – aber wohin mit Longboardern? Für die straßenverkehrsrechtliche Einordnung gilt: Das Longboard ist mehr Sportgerät als Fahrzeug im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Paragraph 24, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung lautet: Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inlineskates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind keine Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend.
Kurz: Longboarder dürfen grundsätzlich nicht auf Fahrbahnen oder Radwegen fahren, sondern müssen auf den Gehweg ausweichen. Hier sollten sie dringend auf die Fußgänger achten.

Versicherungen für Longboards

Auch dem Besten kann mal ein Missgeschick passieren: ein Kratzer am parkenden Auto, ein Zusammenstoß mit einem Passanten. Wer anderen einen Schaden zufügt, muss dafür geradestehen. Auch finanziell. Und das kann schnell teuer werden. Besonders die Kosten für Personenschäden klettern schnell in schwindelerregende Höhen. Daher ein (freiwilliges) Muss: die private Haftpflichtversicherung. Verletzt sich ein Longboarder ernsthaft und kann für längere Zeit seinem Job nicht nachgehen, kippt schnell der private Haushaltsplan. Denn die Leistungen der Krankenkasse sind schmal und endlich. Miete und laufende Kosten müssen auch bei Krankheit gedeckt sein. Absichern kann man sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer mit dem Longboard bei Wettbewerben wie „Downhill“ teilnimmt, sollte sich über eine private Unfallversicherung informieren. Die leistet, wenn Sie nach einem Unfall eine Invalidität davontragen.