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Altersvorsorge: Wie Minijobber von der Riester-Rente profitieren

Im Jahr 2013 wurde bei Neuverträgen eine obligatorische Versicherungspflicht (Rentenversicherung) für Minijobs eingeführt. Diese Versicherungspflicht dürfen die Beschäftigten jedoch per Antrag nach wie vor abwählen. Leider machen das viele und verzichten auf jede Menge Geld und zusätzliche Vorzüge. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet nämlich lukrative Vorteile für die Minijobber. So werden die geringfügigen Beschäftigungen voll auf die Versicherungszeiten angerechnet. Das gilt nicht nur für den Anspruch auf Rentenzahlungen (etwa wegen Erwerbsminderung), sondern auch für Ansprüche auf Reha-Maßnahmen und für den Zugang zur Riester-Rente.

So nutzen Sie als Minijobber die Riester-Förderung

Wenn Sie die Versicherungspflicht nicht abwählen, sondern nutzen, können Sie sich als Minijobber alle staatlichen Förderungen für die Riester-Rente sichern. Das geht so: Der Arbeitgeber führt beim Minijob im gewerblichen Bereich pauschal 15 Prozent für die Rentenversicherung ab. Sie selbst zahlen nur noch 3,6 Prozent dazu, um auf die erforderlichen 18,6 Gesamtprozent zu kommen (2018). Maximal wären das dann 16,20 Euro monatlich bei einem 450-Euro-Verdienst. Ihr Arbeitgeber wird dadurch weiter nicht belastet, er führt nur alle Abgaben an die Minijob-Zentrale ab. Für Minijobber in privaten Haushalten gilt das gleiche Prinzip. Sie müssten hier wegen des geringeren Fünf-Prozent-Pauschalbeitrags des Arbeitgebers allerdings 13,6 Prozent selbst dazu zahlen, um auf den vollen Rentenbeitragssatz von 18,6 Prozent zu kommen.

Diese Riester-Zulagen fördern Ihre Altersvorsorge

Vor allem Familien mit Kindern und Geringverdiener profitieren von den hohen staatlichen Riester-Zulagen. Ein Beispiel für 2019: Pro Jahr gibt es 175 Euro Grundzulage vom Staat und für jedes Kind noch einmal 185 Euro – bei Kindern, die ab 2008 geboren wurden, sogar 300 Euro. Eine Frau mit einem sechsjährigen Kind bekäme so vom Staat 475 Euro jährlich für ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt und hätte zusätzlich noch den Anspruch auf das volle Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung.

Ein weiteres mögliches Plus bei Verheirateten: Hätte Ihr Ehepartner selbst keinen Anspruch auf Riester-Förderung (etwa als Freiberufler), dann verschaffen Sie als Minijobber/in ihm bzw. ihr damit einen mittelbaren Anspruch auf einen eigenen Riester-Vertrag. Je nach Verdienst müssen nur geringe Eigenbeiträge entrichtet werden: Ausreichend sind jährlich vier Prozent des Vorjahreseinkommens, mindestens aber 60 Euro.

Antrag für die Riester-Zulagen nicht vergessen

Die geschenkten staatlichen Zulagen sind der eigentliche Rendite-Turbo bei einem Riester-Vertrag. Achten Sie daher grundsätzlich immer darauf, dass Sie die Zulagen voll ausschöpfen und erhalten. Die Riester-Zulage ist jedes Jahr neu zu beantragen. Versäumen Sie dies, so verfällt nach zwei Jahren der Anspruch darauf. Gehen Sie daher auf Nummer sicher, und stellen Sie bei Ihrem Riester-Anbieter am besten gleich einen Antrag auf Dauerzulage. Das weitere Prozedere erledigt dann der Anbieter direkt mit der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen. Nur wichtige Änderungen (beispielsweise die Geburt eines Kindes) müssen Sie dem Anbieter dann noch melden.