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Mutter-Kind-Kur: Krankenkasse zahlt Kur für gestresste Eltern

Die gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlen Kuren für Mütter wie auch Väter. Meist sind es jedoch die Mütter, die den Familienalltag stemmen und davon manchmal gesundheitlich beeinträchtigt sind. Deshalb hat sich der Name „Mutter-Kind-Kur“ eingebürgert.

Das sind die Voraussetzungen für eine Kur

Hat sich eine seelische oder körperliche Überlastung manifestiert, haben Mütter wie Väter einen Anspruch auf eine Kur. Dabei geht es um Überlastungen, die aus der Elternrolle erwachsen: Erschöpfungszustände, Rückenbeschwerden, psychosomatische Erkrankungen, Neurodermitis, Allergien, Schlaflosigkeit, Gewichtsprobleme, Depressionen, Angstzustände und vieles mehr. Oft kommen gleich mehrere Beschwerden zusammen.

So funktioniert eine Mutter-Kind-Kur

Mutter-Kind-Kuren sind immer stationär, das heißt: Mutter und Kind (in der Regel bis 14 Jahre) gehen gemeinsam für die Dauer von drei Wochen in eine Kureinrichtung. Nur so kann die Mutter wirklich eine Auszeit von der Familie und dem belastenden Alltag erhalten. Eine Kur ist immer eine Mischung aus medizinischer Anwendung, psychologischen Gesprächen, Bewegungs- und Entspannungstherapien und natürlich auch Zeit für sich alleine. Die Kinder sind mindestens sechs Stunden pro Tag an Wochentagen betreut. Ein Genesungsaufenthalt wird von der Krankenkasse bezahlt. Die Zuzahlung beträgt zehn Euro pro Tag für die Mutter. Für Freizeitaktivitäten sollte man ein Taschengeld einplanen.

Welche Angebote gibt es?

Mütter können auch alleine eine Kur machen, wenn dies angezeigt ist, und auch für Väter stehen spezielle Angebote zur Verfügung. Die Kuren finden in speziellen Kureinrichtungen statt. So ist das Müttergenesungswerk selbst Träger von rund 80 Kureinrichtungen in Deutschland. Daneben gibt es Kurhäuser von privaten Trägern. Welches Haus geeignet ist, wird nach Standort und Beschwerden der Mutter entschieden. Sollte das Kind auch Beschwerden zeigen – wie eine Allergie oder Verhaltensauffälligkeiten – wird eine Einrichtung ausgesucht, in der das Kind mitbehandelt werden kann.

So stellen Sie einen Kurantrag

Möchten Sie einen Kurantrag stellen, sollte der erste Weg zu einer spezialisierten Beratungsstelle führen. Solche Beratungsstellen gibt es bei den Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt. Sie sind die Träger des Müttergenesungswerkes. Auch der Deutsche Arbeitskreis für Familienhilfe e.V. berät (www.ak-familienhilfe.de). Die Beratungstellen unterstützen kostenlos beim Antrag sowie bei der Auswahl der passenden Klinik oder helfen bei Bedürftigkeit auch mit Spenden.

Im zweiten Schritt suchen Betroffene einen Arzt auf, denn dem Antrag ist ein medizinisches Attest beizufügen, dass die medizinische Notwendigkeit der Kur bescheinigt. Das kann der Hausarzt oder auch der behandelnde Gynäkologe sein. Vorteilhaft ist es, sich auch an einen Facharzt zu wenden, bespielsweise wenn es sich um psychische Probleme handelt, wie ein Burn-out, eine Depression oder eine Angststörung. Wenn diese Leiden durch einen Psychiater bestätigt werden, hat das bei der Krankenkasse eine größere Wirkung, als wenn sie nur vom Hausarzt diagnostiziert werden.

Unser Tipp: Stellen Sie den Antrag rechtzeitig. Es kann einige Wochen dauern, bis ein Antrag bearbeitet und bewilligt ist. Planen Sie auch ein, dass der Antrag zunächst abgelehnt werden könnte und Sie dann noch Extra-Zeit benötigen, um es erneut zu versuchen.

Darauf kommt es im Antrag an

Wichtig ist, dass Sie im Antrag auch auf Ihre momentane Lebenssituation eingehen und sie in allen Facetten genau schildern. Dazu gehören zum Beispiel auch finanzielle Sorgen, eine Scheidung, Arbeitslosigkeit, eine fehlende Kinderbetreuung etc. Die Faustregel lautet: Lieber die Umstände zu ausführlich schildern als zu knapp. Voraussetzung ist, dass der Arzt die Beschwerden diagnostizieren kann und diese im Attest aufführt.

Was tun bei Ablehnung?

Manchmal wird ein Antrag auch abgelehnt. Dann versuchen Sie es erneut! Legen Sie zunächst Widerspruch gegen den Bescheid ein. Dafür haben Sie vier Wochen Zeit. Wenn Sie dabei Hilfe benötigen, wenden Sie sich an eine der Beratungsstellen.

Unser Tipp: Oft werden Anträge abgelehnt, weil die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme nicht eindeutig aus dem Antrag hervorgeht. Versuchen Sie es erneut mit Nachdruck – Ihr Hausarzt und die Beratungstellen können dabei helfen, die Dringlichkeit zu dokumentieren. Sehr viele Anträge werden auf den zweiten Versuch hin genehmigt.