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Osteopathie: Krankenkasse kann Kosten tragen

Die Osteopathie hat eine wachsende Anhängerschar. Bei Rücken- oder Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden oder Migräne soll sie gute Erfolge erzielen. Über 100 gesetzliche Krankenversicherungen beteiligen sich über ihre freiwilligen Zusatzleistungen an den Kosten.

Das kann die Osteopathie

Osteopathie ist eine Heilkunde, bei der die Hände des Therapeuten die entscheidende Rolle spielen: durch Fühlen und Tasten stellt der Osteopath die Diagnose und auch die Behandlung erfolgt rein manuell. Die Osteopath geht davon aus, dass Einschränkungen der Beweglichkeit zu Gewebespannungen führt, es infolgedessen zu Funktionsstörungen kommt und der Patient Beschwerden entwickelt. Der Osteopath löst Blockaden – etwa durch sanften Druck, durch gezielten Zug oder Entspannung – so dass die Beweglichkeit wieder gegeben ist und Heilung durch Aktivierung der Selbstheilungskräfte erfolgen kann. Osteopathen greifen zur Unterstützung ihrer manuellen Diagnose häufig auch auf medizinische Befunde zurück, etwa Röntgenbilder oder Larborwerte zurück. Die Osteopathie kann überall da zum Einsatz kommen, wo funktionelle Störungen die Ursache für Beschwerden sind, heißt es beim Verband der Osteopathen Deutschland (VOD). Auch bei Bluthochdruck, Verdauungsproblemen oder sogenannten Schreibabys soll die Osteopathie gut wirken.

Unser Tipp: Mehr zum Thema Osteopathie hier

Wenn Sie mehr wissen wollen über die Möglichkeiten, die Osteopathie als Therapieform einzusetzen, dann lesen Sie unseren Gesundheitsratgeber Osteopathie.

Das zahlen die Krankenkassen freiwillig für Osteopathiebehandlungen dazu

Auch wenn immer mehr Patienten die Behandlung durch einen Osteopathen schätzen – die Kostenerstattung gehört bei den gesetzlichen Krankenkassen nicht zum Pflichtprogramm, sondern wird – wenn überhaupt – nur als freiwillige Leistung angeboten. In unserem Krankenkassenvergleich können Sie gezielt nach Krankenkassen suchen, die Kosten für osteopathische Behandlungen übernehmen. Die Erstattungsmodalitäten sind höchst unterschiedlich und werden von jeder Kasse individuelle festgelegt. Dementsprechend gibt es auch keine festen Kostensätze oder Erstattungshöhen, mit denen Patienten rechnen können.

Osteopathie: Das leisten ausgesuchte Kassen freiwillig

  • Die Techniker Krankenkasse war Pionier auf dem Gebiet der Kostenerstattung für Osteopathie. Aktuell gewährt sie 40 Euro pro Sitzung, begrenzt auf die tatsächlich entstehenden Kosten. Erstattet werden maximal drei Sitzungen pro Kalenderjahr – in Summe 120 Euro im Jahr.
  • Die Viactiv erstattet deutlich mehr: eine Kostenübernahme von bis zu 360 Euro im Jahr wird gewährt. Erlaubt sind maximal sechs Sitzungen und höchstens 60 Euro an Kosten pro Behandlung.
  • Die BKK provita gewährt 70 Prozent der Kosten, maximal vier Besuche beim Osteopathen und maximal 400 Euro pro Jahr.
  • Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland erstattet bis zu 240 Euro je Kalenderjahr – 60 Euro je Sitzung für maximal vier Behandlungen im Jahr. Kinder und Jugendliche erhalten sogar bis zu 360 Euro je Kalenderjahr (60 Euro je Sitzung für sechs Behandlungen).

Osteopathie: Kostenerstattung über Gesundheitsbudget

Manche Kassen gewähren die Kostenerstattung über ein sogenanntes Gesundheitsbudget. Dann steht dem Kassenmitglied ein bestimmter Betrag im Jahr zur Verfügung, den er für diverse Gesundheitsleistungen einsetzen kann – neben der Osteopathie zum Beispiel auch für eine professionelle Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder spezielle sportmedizinische Untersuchungen. Die Höhe des Budgets variiert, so gewährt zum Beispiel die DAK im Jahr 2019 ein Gesundheitsbudget von 180 Euro im Jahr, die AOK Bayern 250 Euro im Jahr, die AOK Baden-Württemberg 200 Euro. Innerhalb des Budgets sind die Erstattungshöhen für die einzelnen Zusatzleistungen auch nochmal begrenzt. So erstattet die DAK beispielweise bei osteopathischen Behandlungen maximal drei Sitzungen pro Kalenderjahr zu je maximal 40 Euro. AOK Baden-Württemberg erstattet maximal 200 Euro für vier Sitzungen zu je 50 Euro. Zur Behandlung sogenannter Schreibabys gibt es maximal 100 Euro.

Kostenerstattung ist an Bedingungen geknüpft

Die Kostenerstattung der Kassen für eine osteopathische Behandlung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. So darf die Behandlung nur nach Vorliegen einer ärztlichen Verordnung ausgeführt werden, sprich: der behandelnde Arzt muss ein Rezept ausstellen. Außerdem muss die Therapie bei den meisten Kassen von einem Behandler durchgeführt werden, der eine qualitätsgesicherte Ausbildung nachweisen kann. Dabei akzeptieren die Kassen nur Osteopathen, die entweder Mitglied eines Berufsverbands der Osteopathen sind oder eine Ausbildung absolviert haben, die dazu berechtigt, diesen Verbänden beizutreten. Kassenmitglieder sollten sich vor einer Osteopathie-Behandlung am besten mit ihrer Kasse in Verbindung setzen, welche Bedingungen bei der Kostenerstattung gelten. Mit ihrer Versichertenkarte können Kassenmitglieder nicht beim Osteopathen bezahlen. Sie lassen sich vielmehr eine Rechnung stellen, bezahlen diese zunächst selbst und reichen die Rechnung dann zusammen mit der ärztlichen Verordnung und dem Ausbildungsnachweise des behandelnden Osteopathen bei der Krankenkasse ein.

Private Zusatzversicherung leistet umfangreich

Mittlerweile gibt es zahlreiche sogenannte Heilpraktikerversicherungen, die die Kosten für osteopathische und andere naturheilkundliche Behandlungen tragen. Erstattet werden inklusive verordneter Arzneimittel meist 80 bis 100 Prozent der Kosten, wobei es ein Budget gibt, das maximal ausgeschöpft werden darf und im Höchstfall bei 2.500 Euro im Jahr liegt. Zusätzlich lassen sich die Zusatzversicherungen um weitere Leistungen etwa für Vorsorgeuntersuchungen oder auch Sehhilfen und Lasik-Operationen erweitern. Nutzen Sie den Vergleichsrechner für die Zusatzversicherung Heilpraktiker, um Ihren individuellen Schutz zu berechnen.