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Pflegende Angehörige: Bezahlte Auszeit

Pro Jahr haben Sie als pflegender Angehöriger Anspruch auf 28 Tage bezahlte Urlaubsvertretung. Ersatz- bzw. Verhinderungspflege heißt diese Regelung. Die Kosten hierfür – bis zu 1.550 Euro im Jahr – übernimmt die Pflegekasse, die zu den gesetzlichen Krankenkassen gehört. Dazu müssen Sie allerdings vorher ein Antrag bei der Krankenkasse stellen. Voraussetzung für die Leistung der Krankenkasse ist, dass die Pflege bereits seit mindestens einem Jahr andauert, wobei auf die Vorpflegezeit nur beim ersten Antrag geachtet wird. Die Höhe der Krankenkassen-Leistung ist übrigens für alle Pflegestufen gleich hoch.

Pflegende Angehörige haben Anspruch auf professionelle Urlaubsvertretung

Die Ersatzpflege kann entweder von einer professionellen Pflegekraft oder von einer sonstigen Person aus dem Umfeld des Gepflegten übernommen werden. Allerdings: Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grad sowie Personen, die mit dem Pflegebedürftigen in einer Hausgemeinschaft leben, erhalten von der Pflegekasse nur Entlohnung in Höhe der Pflegegeldes, das je nach Pflegestufe 235 Euro, 440 Euro oder 700 Euro pro Monat beträgt. Daneben können noch Aufwendungen wie Verdienstausfall, Fahrtkosten usw. geltend gemacht werden.

Verwandte dritten Grades zählen voll

Bei Verwandten ab dem dritten Grad wird dann wieder wie bei einer professionellen Pflegekraft abgerechnet. Neben der Vertretungspflege im Haus besteht auch die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen kurzzeitig stationär in einem Pflegeheim unterzubringen. Man spricht dann von Kurzzeitpflege. Die Krankenkasse stellt allerdings auch hierfür nicht mehr als 1.550 Euro zur Verfügung. Seit dem 30. Oktober 2012 wird während der Verhinderungspflege bis zu vier Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Pflegende Angehörige sollten nichts verschenken

Die vier Wochen Urlaubsanspruch müssen pflegende Angehörige übrigens nicht am Stück nehmen. Sie können sie auch in mehrere Kurzurlaube einteilen. Aber Achtung: Sind am Ende des Jahres noch Tage übrig, können pflegende Angehörige diese nicht mit ins nächste Jahr übernehmen. Sie verfallen am Jahresende! Sie sollten deshalb möglichst vorausschauend planen, um die bezahlte Auszeit auch in vollem Umfang nutzen zu können.