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Private Rentenversicherung: Alles zum Thema Steuern

Bei einer privaten Rentenversicherung haben Sie in der Regel bei Vertragsende die Wahl zwischen einer Kapital- oder einer Rentenauszahlung. So können Sie zeitnah entscheiden, ob Sie den Gesamtbetrag wählen, um damit eine Investition zu tätigen, oder doch lieber einen regelmäßigen Geldzufluss möchten. Bevorzugen Sie die Kapitalauszahlung, so ist der erzielte Gewinn nur zur Hälfte steuerpflichtig. Voraussetzung für Verträge nach 2005: Der Vertrag ist wenigstens zwölf Jahre lang gelaufen und Sie sind mindestens 62 Jahre alt. Als Gewinn gilt die Differenz zwischen der Summe aller eingezahlten Beiträge und der späteren Kapitalauszahlung.

Ein vereinfachtes Steuer-Beispiel: Sie haben über die Vertragslaufzeit insgesamt 70.000 Euro in die private Rentenversicherung eingezahlt, die Auszahlung beträgt 100.000 Euro. Der Gewinn liegt folglich bei 30.000 Euro. Zu versteuern wären davon 50 Prozent, also 15.000 Euro. Angenommen Ihr persönlicher Steuersatz im Rentenalter läge bei 20 Prozent, so sind lediglich 3.000 Euro an Steuern fällig.

Aber aufpassen: Halten Sie die beiden Vertragsbedingungen nicht ein, so müssen Sie den gesamten Wertzuwachs, also in diesem Fall die ganzen 30.000 Euro, mit dem Finanzamt teilen.

Steuervorteil Rentenzahlung

Wird die Rentenzahlung für Ihre Altersvorsorge gewählt, winkt dagegen sogar lebenslang ein Steuerbonus. Während Riester- und Rürup-Renten später voll mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sind, greift das Finanzamt hier lediglich auf den sogenannten Ertragsanteil zu. Dieser Ertragsanteil ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt.

Beispiel: Herr A. ist zu Beginn seines Rentenbezugs 65 Jahre alt. Laut Ertragsanteils-Tabelle (Paragraf 22 EstG) beträgt der Ertragsanteil für seine private Rente 18 Prozent (siehe Tabelle unten). Das heißt, nur diese 18 Prozent der Rente gelten als Einkunft und wären in der Steuererklärung anzugeben. Erhält Herr A. pro Monat 400 Euro Zusatzrente, braucht er davon nur 72 Euro (18 Prozent) zu versteuern. Unterstellt man im Ruhestand einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen tatsächlich für ihn nur 18 Euro an Steuern an. Da es aber für Rentner noch Freibeträge gibt, geht der Fiskus in der Regel komplett leer aus.

Steueraspekte bei der Sofortrente

Das gleiche Prinzip des Ertragsanteils gilt ebenfalls bei den Rentenzahlungen aus einer Sofortrente. Hier zahlen Sie einmalig einen größeren Betrag ein und erhalten dafür umgehend eine lebenslange monatliche Rente ausbezahlt. Dabei müssen Sie nur einen Sonderfall beachten: Moderne Verträge bei der Sofortrente erlauben es, dass Sie bei Bedarf wieder eine (Teil-) Kapitalentnahme aus der vormals eingezahlten Summe vornehmen dürfen. Auch hierfür gibt es bestimmte Steuerregelungen. In diesem Fall ist nicht die komplett entnommene Summe zu versteuern, sondern nur der Ertrag unterliegt der Abgeltungssteuer. Dieser Ertrag ist die Differenz zwischen der Höhe der Kapitelentnahme und anteiliger Prämie.