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Anwalt & Kosten: Wann die Rechtsschutzversicherung zahlt

Man muss kein Streithahn sein, um in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden. Es genügt, dass der Arbeitgeber eine betriebsbedingte Kündigung ausspricht – oder dass einem bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall die Schuld in die Schuhe geschoben werden soll. Gut, wenn man dann eine Rechtsschutzversicherung hat, sich einen Anwalt nehmen und um sein Recht kämpfen kann, ohne sich über die Kosten Gedanken machen zu müssen, denn …

  • viele Streitigkeiten vor Gericht enden in einem Vergleich, bei dem die Kosten auf beide Parteien verteilt werden.
  • bei Auseinandersetzungen vor dem Arbeitsgericht müssen Parteien in der ersten Instanz immer ihre Kosten selbst tragen, unabhängig vom Prozessausgang.
  • der Prozessgegner könnte zahlungsunfähig sein. Dann bleibt man auf den eigenen Anwalts- und Gerichtskosten sitzen, auch wenn man den Prozess gewonnen hat.

Rechtsschutzversicherung nach Bausteinprinzip

Rechtsschutzversicherungen bestehen aus verschiedenen Bausteinen. Oft bieten Versicherer diese in verschiedenen Kombinationen im Paket an. Dabei sollte man aufpassen, dass man auch nur die Risiken abdeckt, die für einen relevant sind. Das sind die üblichen Bausteine:

Berufsrechtsschutzversicherung: Sinnvoll für Arbeitnehmer, zum Beispiel wenn die Gefahr einer betriebsbedingten Kündigung gegeben ist. Rentner und Selbstständige können auf diesen Baustein verzichten. Ebenso Mitglieder einer Gewerkschaft.

Verkehrssrechtsschutzversicherung: Für alle Verkehrsteilnehmer, aber insbesondere für Autofahrer sinnvoll, denn hier kann man nach Unfällen schnell in einen Rechtsstreit verwickelt werden. Dieser Schutz wird am häufigsten in Anspruch genommen.

Mietrechtsschutzversicherung, etwa wenn es um eine Kündigung wegen Eigenbedarfs geht oder um die Rückzahlung von Kautionen. Mitglieder eines Mieterschutzvereins genießen bereits Rechtsschutz.

Privatrechtsschutzversicherung für alle, die Rechtsbeistand bei Reklamationen, Vertragsrecht oder Steuerrecht wünschen. Damit ist auch der Fall gedeckt, dass man beispielweise Ansprüche aus Versicherungen – etwa einer Berufsunfähigkeitsversicherung – geltend machen möchte.

Für diese Lebensbereiche gibt es bei vielen Rechtsschutzversicherungen keine Deckung – anders als früher lässt sich heute aber durchaus Schutz finden:

  • Rechtsstreitigkeiten in Familiensachen, wie Scheidungen oder Unterhaltsstreits
  • Erbrechtsangelegenheiten
  • Streitigkeiten rund um Hausbau, Grundstückserwerb, Baufinanzierung

Das leistet die Rechtsschutzversicherung:

  • Anwalts- und Gerichtskosten
  • Entschädigungen für Zeugen und Sachverständige
  • Kosten der Gegenseite, wenn sie zu erstatten sind.
  • Anteilige Kosten einer Mediation (außergerichtliche Einigung) – Achtung: Das leisten nicht alle Rechtsschutzversicherungen. Ist Ihnen der Punkt wichtig, lohnt sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen.

Das leistet eine gute Rechtsschutzversicherung

Eine Familienpolice gilt für alle Familienmitglieder. Bei der Versicherungssumme sind 250.000 Euro ratsam. Wer eine hohe Selbstbeteiligung wählt, 300 Euro oder sogar 500 Euro, reduziert seinen monatlichen Beitrag und erhöht psychologisch seine Hemmschwelle, einen Rechtsstreit anzufangen. Denn wer denkt, mit einer Rechtsschutzversicherung alles und jeden verklagen zu können, irrt. Wer zu oft streitet, erhält schnell die Vertragskündigung des Versicherers.

Positiv ist es, wenn der Anbieter dieses außerordentliche Kündigungsrecht zumindest einschränkt, sodass er nicht gleich nach dem ersten Schadensfall kündigen kann, sondern zum Beispiel erst dann, wenn zwei Schadensfälle innerhalb von zwölf Monaten anfallen. Viele Versicherer bieten ihren Kunden eine telefonische Rechtsberatung an. Das ist durchaus sinnvoll. Hier kann man in einem ersten Gespräch herausfinden, ob es sinnvoll ist, einen Anwalt einzuschalten. Gut ist ferner, wenn der Vertrag auch in einem gewissen Umfang für Mediation, die außergerichtliche Einigung, aufkommt. Diese Form der Streitschlichtung wird immer populärer. Natürlich sollte die Police weltweit gelten.

Die passende Rechtsschutzversicherung zusammenstellen