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Riester für Selbstständige: Staatliche Förderung ohne Eigenbeitrag

Normalerweise steht die Riester-Rente nur gesetzlich pflichtversicherten Beschäftigten zu. Darunter fallen neben Arbeitnehmern und Beamten auch freiwillig pflichtversicherte Selbstständige. Freiberufler, die in eine berufsständische Versorgungskasse einzahlen, oder Selbstständige, die ausschließlich private Altersvorsorge betreiben, gehen leer aus. Für diese Berufsgruppen ist die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, mit staatlicher Hilfe Geld fürs Alter zu sparen. Doch den über vier Millionen Freiberuflern und Selbstständigen in Deutschland bieten sich einfache und legale Kniffs, um dennoch von der Riester-Förderung zu profitieren. So geht’s:

Verheiratete Selbstständige sind mittelbar förderberechtigt

Erstens kommen Verheiratete, deren Partner einen Riester-Vertrag bespart, in den Genuss der Förderung. Voraussetzung dafür ist, dass der förderungsberechtigte Ehepartner einen eigenen Altersvorsorgevertrag besitzt und darauf die notwendigen Mindestbeiträge einzahlt. Der selbstständige Gatte darf in diesem Fall einen separaten Riester-Vertrag abschließen und kann dann ebenfalls Zulagen beantragen. Früher funktionierte das ohne Mindesteigenbeitrag, seit 2012 ist ein jährlicher Sockelbeitrag von wenigstens 60 Euro zu leisten. Allerdings reicht das nur für eine Minirente. Wer signifikate Rentenleistungen anstrebt, sollte höhere Beitragszahlungen anstreben.

Selbstständige als Arbeitgeber

Verheiratete Selbstständige können ebenfalls selbst an Riestergelder gelangen. Das funktioniert so: Der selbstständige Partner stellt seinen Gatten als Minijobber in seiner Firma an. Verzichtet dieser im Gegenzug auf seine Rentenversicherungsfreiheit, eröffnet sich die Möglichkeit der Riester-Rente. Zwar muss der „Chef“ jetzt jeden Monat ein paar Euro an die Rentenkasse abführen, aber dieser Trick beschert beiden den Anspruch auf Riester-Förderung. Der Minijobber ist jetzt unmittelbar, der Ehepartner mittelbar zulagenberechtigt. Das lohnt sich: Haben die Eheleute zwei neugeborene Kinder, erhalten sie insgesamt 908 Euro jährlich an Riester-Förderung. Ohne Mindesteigenbeitrag geht es aber auch in diesem Fall nicht mehr.

Neben Geldgeschenken winken dem Paar attraktive Steuervergünstigungen. Beide können bis zur Höchstgrenze von 2.100 Euro an Riester-Zahlungen als Sonderausgabe steuerlich absetzen. Der Sonderausgabenabzug kommt nur für den unmittelbar begünstigten Ehegatten in Betracht. Der Ehegatte mit abgeleiteten Zulagenanspruch besitzt hingegen keinen Steuerbonus. Schöpft aber der unmittelbar förderberechtigte Partner den Steuerhöchstbetrag nicht durch eigene Beiträge und Zulagen aus, so kann der mittelbar förderberechtigte zusätzlich die Riester-Prämien des Ehegatten absetzen.

Fondsgebundene Versicherung für Langzeitsparer

Beträgt der Sparhorizont mehr als 20 Jahre, sollten Riester-Sparer die hohen Renditechancen von Investmentfonds nicht verschenken. Eine 30-jährige Frau mit einem Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro, die bis zum 67. Lebensjahr in eine Riester-Fondspolice mit sechs Prozent Rendite einzahlt, kann mit einer Anfangsrente von 500 bis 600 Euro rechnen. Positiv: Erträge und Kursgewinne von Riester-Fonds bleiben während der gesamten Ansparphase von Abgeltungssteuer verschont – das beflügelt den Zinseszinseffekt und hebt die Rendite. Im Rentenalter unterliegen die ausgezahlten Leistungen allerdings zu 100 Prozent der Einkommensteuer.