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Versicherungsschutz: Was eine Krankenversicherung für Ihren Hund bringt

Mit Hunden, Katzen oder Pferden steht regelmäßig ein Tierarztbesuch an, sei es, weil eine Impfung, eine Wurmkur oder Zahnsteinentfernung nötig ist oder weil das Tier einen Infekt hat. Die Kosten hierfür können schon mal 200 oder auch 300 Euro betragen. Das mag bezahlbar erscheinen. Wenn es allerdings zu einer Operation kommt, sind die meisten Tierhalter erstaunt, wie teuer das wird.

Es fallen nämlich nicht nur Kosten für den chirurgischen Eingriff an, sondern auch für die Diagnose und die damit einhergehenden kostspieligen bildgebenden Verfahren, also für Röntgen oder MRT. Hier können schon allein mehrere hundert Euro zusammenkommen. Hinzu kommen die Narkose und eine Nachbehandlung. Da kommen schnell vierstellige Summen zusammen! Wer als Tierhalter mit solchen Summen finanziell überfordert ist, sollte über einen Versicherungsschutz nachdenken.

Welche Krankenversicherungen gibt es?

Es gibt Krankenversicherungen für Hunde und Katzen, und es gibt Policen für Pferde. Jede Police gilt pro Tier – wer mehrere Tiere hat, benötigt für jedes eine Versicherung. Rasse, Größe, Alter, Gewicht haben in der Regel Einfluss auf die zu zahlenden Beiträge, außer bei der Uelzener, bei der das keine Rolle spielt. Grundsätzlich benötigen die Tiere einen Tierarzt, wenn sie krank werden oder einen Unfall haben – gut ist natürlich, wenn die Police beide Szenarien abdeckt.

Es gibt zudem Versicherungen, die nur Operationskosten übernehmen, und solche, die zusätzlich Heilbehandlungen erstatten, sogenannte Krankenvollversicherungen. Natürlich kostet der umfangreichere Schutz auch mehr. Wer die Beiträge möglichst niedrig halten möchte, aber auf einen Versicherungsschutz nicht verzichten möchte, sichert am besten den schlimmsten finanziellen Fall ab – die Operation. Für Heilbehandlungen kann der Tierhalter auch private Rücklagen bilden, um den Tierarzt zu bezahlen.

Krankenversicherung rechtzeitig abschließen

Wichtig ist, eine Versicherungspolice dann abzuschließen, wenn das Tier noch jung und gesund ist. Es gelten dieselben Regeln wie bei privaten Krankenversicherungen für Menschen: Es müssen Fragen zum Gesundheitszustand beantwortet werden, wenn auch in geringerem Umfang als bei Menschen. Aber auch bei Tieren gilt: Wenn ein Leiden besteht, zahlt der Tierhalter dafür entweder einen Beitragszuschlag, das Leiden wird alternativ aus dem Versicherungsschutz ausgenommen, oder aber der Tierhalter erhält gar keinen Vertrag. Die meisten Anbieter haben auch ein Höchsteintrittsalter des Haustieres festgelegt.

Noch etwas sollten Tierhalter wissen: Eingriffe wie eine Kastration oder eine Sterilisation sind meist vom Versicherungsschutz ausgenommen, oder es wird nur ein Zuschuss gewährt. Die Uelzener beispielsweise erstattet zwischen 50 und 75 Euro (Hund) und 20 bis 35 Euro (Katze).

Bei den Tierkrankenversicherungen gibt es einen Stolperstein: Die meisten Policen enthalten ein Kündigungsrecht seitens des Versicherers. Ist der Patient also ein chronisch krankes Tier, das ständig zum Tierarzt muss, läuft der Tierhalter Gefahr, dass der Versicherer eines Tages den Vertrag kündigt. Das heißt im Klartext: Bei einer Krankenvollversicherung also lieber kleinere Eingriffe selbst bezahlen und den Versicherungsschutz nur für hohe Kosten in Anspruch nehmen.

Operationskosten-Versicherung

In einer Operationskosten-Versicherung sollten folgende Leistungen enthalten sein:

  • Diagnose, inklusive bildgebender Verfahren wie Röntgen und MRT
  • Narkose
  • Chirurgischer Eingriff
  • Nachbehandlung einschließlich stationärer Unterbringung
  • Die freie Wahl des Tierarztes wie auch der Klinik ist immer inbegriffen.

Krankenvollversicherungen

Eine Krankenvollversicherung leistet dasselbe wie eine OP-Kostenversicherung – plus ambulante und stationäre Heilbehandlungen. Manchmal sind auch Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen oder Wurmkuren enthalten. Krankenvollversicherungen bieten oft höhere Leistungen bei Operationen als eine singuläre OP-Kosten-Versicherung.

Hierauf sollten Sie bei Krankenversicherungen achten

Es gibt nur sehr wenige Anbieter von Tierkrankenversicherungen auf dem Markt: Drei bieten Pferdeversicherungen an, fünf bieten Versicherungen für Hunde und Katzen an. Darunter sind die Agila, die ein reiner Tierversicherer ist, und die Uelzener, die vorwiegend Tiere versichert. Ein exakter Vergleich ist dringend zu empfehlen, denn jeder Anbieter hat ein anderes Leistungspaket geschnürt.

Leistung: Die Leistungshöhe variiert in den Policen erheblich. Übernimmt der Versicherer unbegrenzt Kosten, oder erstattet er nur bis zu einer bestimmten Höhe im Jahr?

Nachbehandlung: Ist bei einer Operation auch die Nachbehandlung in den Leistungen inbegriffen – und wenn ja, wie lange? Übernimmt der Versicherer Kosten für die Nachbehandlung, heißt das nicht automatisch, dass er auch Kosten für die Unterbringung bezahlt. Bei der Nachbehandlung handelt es sich um die medizinische Betreuung – die Unterkunft, etwa in einer Pferdebox, sowie Futter sind Extrakosten, die der Versicherungsnehmer je nach Tarif selbst bezahlen muss oder erstattet bekommt.

Diagnostik: Die Diagnostik ist bei einer OP-Versicherung nicht grundsätzlich im Leistungspaket enthalten.

Narkose: Aufgepasst! Der Versicherer erstattet nicht in jedem Fall Ausgaben für eine Narkose, auch wenn der Tierhalter eine OP-Kosten-Versicherung abgeschlossen hat. Die Narkose ist nur in Verbindung mit einem chirurgischen Eingriff versichert. Führt der Tierarzt eine Behandlung – zum Beispiel eine Röntgenaufnahme – nur unter Narkose aus, weil das Tier dann ruhiger ist, trägt der Versicherer diese Anästhesiekosten nicht. Bei einer Krankenvollversicherung hingegen ist so eine Narkose in der Regel inklusive. Auch eine örtliche Betäubung ist bei einer OP-Kosten-Versicherung im Normalfall keine Standardleistung.

Tierarzt: Bei einer OP-Kostenversicherung werden Tierarztkosten lediglich am Tag vor der Operation erstattet. Nur eine Krankenvollversicherung erstattet auch die Tierarztkosten, die vorher anfallen.

Wartezeit: Die Wartezeit beträgt je nach Police 30 Tage bis sechs Monate.

Honorar: Auch Tierärzte rechnen nach einer Gebührenordnung ab (GOT). Bis zu welchem Satz werden Honorare erstattet? Meistens rechnet der Arzt mit dem ein- oder zweifachen Gebührensatz ab, bei größeren Eingriffen aber auch mit dem dreifachen Satz.

Selbstbeteiligung: Die meisten Anbieter verlangen eine Selbstbeteiligung. Diese ist aber nicht wie bei der Kfz-Versicherung auf einen bestimmten Betrag festgelegt, sondern besteht aus einem Prozentsatz des Rechnungsbetrags. Oft liegt die Selbstbeteiligung bei 20 Prozent, manchmal gilt sie erst ab einem bestimmten Alter der Tiere. Von einer Tierarztrechnung über 500 Euro muss der Versicherungsnehmer also 100 Euro selbst bezahlen, 400 Euro erstattet der Versicherer.

Ausland: Gut ist es, wenn die Police auch im Ausland gilt. Achtung, manche gelten weltweit, andere europaweit, manche schließen sogar den medizinisch notwendigen Rücktransport in die Heimat ein.

Beiträge: Die Beiträge sollten nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Wichtiger ist ein guter, zur individuellen Situation passender Leistungsumfang.