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Versicherungsvertrag: Was tun, wenn die Versicherung kündigt?

Oft genügen ein bis zwei Schadensfälle, dann ist das Maß voll. Die Versicherungen trennen sich immer öfter von Kunden, die für sie zu teuer werden. Und das ganz legal: Muss der Versicherer für einen Schaden aufkommen, kann er danach mit einer Frist von einem Monat kündigen. Aber auch am Ende eines Versicherungsjahres oder wenn es zu Beitragsrückständen kommt, haben die Unternehmen das Recht, das Vertragsverhältnis zu beenden. Für die betroffenen Verbraucher ist es schwer, bei einem anderen Anbieter unterzukommen – zumindest zu den bisherigen Konditionen.

Neuer Vertrag statt Kündigung?

Kündigt die Assekuranz, teilt sie dem Versicherten zwar oft mit, eine sogenannte „Vertragssanierung“ sei möglich. Das heißt aber nichts anderes, als dass ein neuer Vertrag geschlossen werden kann. Der ist aber meist unattraktiv. Nach einem Autodiebstahl zum Beispiel kommt es vor, dass die Kfz-Versicherung nur noch eine Haftpflichtpolice anbietet. Alle Kaskoschäden, zu denen eben auch Diebstähle gehören, wären dann komplett ausgeschlossen. Zumindest bei neueren Autos ist von dieser Art der Sanierung abzuraten. Denn der betroffene Fahrzeughalter müsste dann auch für alle selbst verschuldeten Schäden am Auto, etwa nach einem Unfall, alleine aufkommen.

Kündigungsumkehr anstreben

Besser ist es in solchen Fällen, sich eine neue Kfz-Versicherung zu suchen. Der Bund der Versicherten empfiehlt, vorher den ursprünglichen Anbieter um eine „Kündigungsumkehr“ zu bitten. Das bedeutet: Die Versicherung nimmt ihre Erklärung zurück, damit stattdessen der Kunde die Kündigung aussprechen kann. Denn welcher Vertragspartner sich vom anderen trennen will, muss in aller Regel im Versicherungsantrag bzw. im Vergleichsrechner für die Versicherungssuche angegeben werden. Günstige Prämien gibt es in der Regel nur, wenn das der Kunde ist.

Risiko Vorschaden

Aber auch über Vorschäden im alten Vertragsverhältnis wollen die Unternehmen Bescheid wissen. In unserem Vergleichsrechner für die günstigsten Kfz-Versicherungen fragen wir deshalb auch nach der Anzahl der in den letzten drei Jahren regulierten Schäden. Um wieder einen Vertrag mit günstiger Prämie zu bekommen, ist es sinnvoll, eine Kündigung vonseiten der Versicherung von vornherein zu vermeiden bzw. selbst rechtzeitig den Anbieter zu wechseln. Einige Unternehmen informieren fairerweise über das drohende Vertragsende und geben dem Kunden die Möglichkeit, sich rechtzeitig um neuen Versicherungsschutz zu bemühen. Leider sind solche Hinweise die Ausnahme.

Tipp: Vorsorgen statt kündigen lassen

Nach größeren Schäden lohnt es sich, bei der Versicherung bzw. dem zuständigen Sachbearbeiter nachzufragen, ob eine Vertragsbeendigung geplant ist. Im Zweifelsfall sollten Verbraucher sich lieber rechtzeitig einen neuen Anbieter suchen. Das gilt besonders in Versicherungssparten, in denen die Firmen häufiger kündigen. Neben der Kfz-Versicherung sind das vor allem die Haftpflicht-, Hausrat-, Rechtsschutz-, Unfall- und Wohngebäudeversicherung.