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Versicherungen: Volle Leistung bei grober Fahrlässigkeit

Schäden geschehen genau dann, wenn man eben nicht gut aufpasst und umsichtig handelt, sondern wenn man unachtsam und nachlässig bei der Sache ist: Kerzen unbeaufsichtigt brennen zu lassen, gehört dazu, dem schreienden Kind auf dem Rücksitz während des Autofahrens einen Schnuller in den Mund zu stecken, ebenso. Man spricht dann von grober Fahrlässigkeit. Gut, wenn die Versicherung dann trotzdem zahlt – denn bei den meisten Versicherungen sind genau diese Schadensursachen ausgeschlossen. Prüfen Sie daher ihre Unterlagen, und rüsten Sie gegebenenfalls Ihren Vertrag auf.

Wichtiges Extra: Grobe Fahrlässigkeit

Es gibt drei Versicherungen, die grobe Fahrlässigkeit unbedingt abdecken sollten: die Kfz-Kaskoversicherung für das Auto, die Hausrat- und die Wohngebäudeversicherung. Neuere Versicherungen enthalten das Extra oft automatisch, bei älteren müssen Sie nachrüsten. Ist grobe Fahrlässigkeit nicht versichert, darf das Unternehmen im Schadensfall die Leistung kürzen. Um wie viel, richtet sich danach, in welchem Maße der Versicherungsnehmer zum Schaden beigetragen hat.

Kfz-Versicherung: Verursachen Sie durch grobe Fahrlässigkeit einen Autounfall, ist der Schaden am anderen Fahrzeug immer durch die Kfz-Haftpflichtversicherung gedeckt. Am eigenen Auto aber kommt die Versicherung nur für den Schaden in vollem Umfang auf, wenn grobe Fahrlässigkeit abgedeckt ist. Ausnahmen: Wenn der Fahrer Alkohol im Blut hat oder sein Auto nicht abschließt und es geklaut wird. Dann zahlt der Versicherer keinen Cent. In der Kfz-Kaskoversicherung ist grobe Fahrlässigkeit meist in den besseren Tarifen integriert, im Basisschutz ist die Absicherung nicht immer enthalten.

Hausrat- und Wohngebäudeversicherung: Grobe Fahrlässigkeit kommt im Bereich der Hausratversicherung oder Wohngebäudeversicherung schnell vor. Sie lassen das Fenster gekippt, und Einbrecher haben leichtes Spiel. Oder Sie fahren in den Skiurlaub, drehen die Heizung ab, und es kommt wegen eines Frostschadens zu einem Wasserrohrbruch. Umso wichtiger ist es, das Extra grobe Fahrlässigkeit mitzuversichern. Kommt es wegen nachlässigen Handelns beispielsweise zu einem Hausbrand, steht die ganze Existenz auf dem Spiel.

Als grobe Fahrlässigkeit gilt übrigens auch, wenn Sie Ihren Pflichten als Versicherungsnehmer nicht nachkommen: Laut Vertrag haben Sie in vielen Policen sogenannte Obliegenheitspflichten zu erfüllen. Das heißt: In der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung müssen Sie aktiv dazu beitragen, einen entstanden Schaden möglichst gering zu halten und Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten – natürlich nur ohne sich selbst dabei in Gefahr zu bringen. Auch die Meldung eines Baugerüsts am Haus beim Hausratversicherer gehört zu den Obliegenheitspflichten, denn das Gerüst erhöht das Einbruchrisiko.