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Versicherungen: Selbstbeteiligung manchmal sinnvoll

Bei einem Versicherungsvertrag regelt eine Selbstbeteiligung Ihren Eigenanteil, den Sie im Schadensfall selbst zu tragen haben. Bevor Sie sich für einen Vertrag mit Selbstbeteiligung entscheiden, sollten Sie sich über die Folgen im Klaren sein. Wenn Sie bereit sind, bei einem Schadensfall oder einer Krankheit einen Teil der Kosten selbst zu bezahlen, erhalten Sie gewöhnlich einen Nachlass bei den Beiträgen.

Das bedeutet aber auch: Bei einem solchen Vertrag sind Sie bis zur vereinbarten Höhe für die anfallenden Kosten auf jeden Fall selbst in der Pflicht. Das kann ein bestimmter Prozentsatz oder ein Fixbetrag sein. Der Versicherer springt dann erst ein, sobald diese Grenze überschritten wurde.

Ist eine Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung sinnvoll?

Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) ist ein bestimmter Selbstbehalt durchaus sinnvoll, um so den monatlichen Beitrag zu senken. Sie können – je nach Versicherung und den eigenen Wünschen – eine prozentuale, eine generelle oder eine behandlungsbezogene Selbstbeteiligung wählen. Bei der generellen Selbstbeteiligung zahlen Sie beispielsweise im Krankenversicherungsfall pro Jahr eine vereinbarte Summe erst einmal selbst, bevor dann Ihre private Krankenversicherung einspringt.

Für wen kann sich eine Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung lohnen?

In erster Linie können Selbstständige und Freiberufler von einer Selbstbeteiligung profitieren und so ihren Monatsbeitrag deutlich entlasten. Allerdings nur, wenn sie sich gesund fühlen und nicht schwer erkrankt sind. Werden nämlich sehr hohe Selbstbehalt-Beträge vereinbart, kann sich das bei einer langwierigen Erkrankung negativ auswirken. Einen Selbstbehalt von 500 bis 800 Euro jährlich sollten Sie daher nicht überschreiten.

Für Angestellte dagegen ist die Selbstbeteiligung oftmals ein deutliches Minusgeschäft. Denn sie müssen im Fall einer Erkrankung den Selbstbehalt komplett alleine tragen. Der Arbeitgeber profitiert hingegen, da dieser zum monatlichen Beitrag einen Anteil von 50 Prozent beisteuert und damit von der Beitragsersparnis durch die Selbstbeteiligung profitiert.

Mein Tipp: Angestellte sollten genau durchrechnen und abwägen, bevor sie sich auf eine Selbstbeteiligung einlassen. Für relativ gesunde Selbstständige ist sie oft eine sinnvolle Wahl.

Wie sieht es mit der Selbstbeteiligung bei einer privaten Haftpflichtversicherung aus?

Bei der Haftpflichtversicherung liegt der Selbstbehalt meist zwischen 150 und 250 Euro. Die Selbstbeteiligung ist in der privaten Haftpflichtversicherung aber nicht sinnvoll, da die Schadenssummen in vielen Fällen nicht über die Selbstbeteiligung hinausgehen. Sie als Versicherungsnehmer zahlen dann doppelt – die Prämie und den Schaden. Bei der Haftpflicht gilt deshalb: Eher Finger weg von einer Selbstbeteiligung. Für eine Familie ist ein guter Basisversicherungsschutz bereits ab rund 60 Euro Jahresbeitrag zu haben.

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Selbstbeteiligung bei einer Rechtsschutzversicherung


Bei einer Rechtsschutzversicherung sieht es anders aus. Hier lohnt sich meist die Selbstbeteiligung. Beispiel: Eine Familie bezahlt für eine günstige Police mit einer Versicherungssumme von mindestens 350.000 Euro eine Versicherungsprämie in Höhe von rund 200 Euro im Jahr, wenn die Selbstbeteiligung bei maximal 300 Euro liegt. Ohne Selbstbeteiligung wären es schnell 50 Prozent mehr. Oft gibt es in den unterschiedlichen Rechtsbereichen auch unterschiedliche Höhen bei der Selbstbeteiligung. Erkundigen Sie sich: Einige Versicherer bieten auch an, dass der Selbstbehalt entfällt, wenn der Fall nach einer anwaltlichen Erstberatung bereits erledigt ist.

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Selbstbeteiligung bei einer Wohngebäudeversicherung

Das gilt auch bei der Gebäudeversicherung. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, durch die Auswahl einer Selbstbeteiligung im Schadensfall gewöhnlich den Beitragssatz spürbar zu verringern. Da die meisten Versicherer derzeit rote Zahlen bei der Wohngebäudeversicherung schreiben, drängen viele bei Neu-Verträgen automatisch auf eine Selbstbeteiligung. Und nach schadensfreien Jahren sinkt auch die Selbstbeteiligung.

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