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Berufs-Rechtsschutz: Ihr gutes Recht im Job versichern

Kommt es zum Streit mit dem Arbeitgeber, kann das schnell vor Gericht landen. Doch viele Arbeitnehmer scheuen den Gang zum Gericht aufgrund der damit verbundenen Kosten. Denn bei Verfahren vor dem Arbeitsgericht muss in erster Instanz jede Partei ihre Kosten selbst tragen. Eine Rechtsschutzversicherung kann helfen, wenn sie richtig ausgewählt wurde. In einem arbeitsrechtlichen Verfahren gelten besondere Spielregeln für die sogenannte Kostentragung, also die Frage, wer ein Verfahren bezahlt: Während in „normalen“ Zivilverfahren immer derjenige die Kosten trägt, der vor Gericht verliert, trägt jede Partei in der ersten Instanz eines arbeitsrechtlichen Prozesses ihre Kosten immer selbst.

Das bedeutet: Auch, wenn Sie gewinnen, müssen Sie die Kosten für Ihren Anwalt sowie die anteiligen Verfahrenskosten selbst zahlen. Der Berufs-Rechtsschutz springt für Sie ein und trägt die Kosten eines Verfahrens – zum Beispiel bei …

  • einer Kündigung mit einer Klage von Ihnen dagegen,
  • bei ausbleibenden Gehaltszahlungen, wenn Sie die Außenstände gerichtlich einfordern müssen,
  • Mobbing- Attacken, gegen die Sie sich wehren möchten,
  • einem falschen Arbeitszeugnis, das Sie korrigiert haben möchten.

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Berufs-Rechtsschutz hilft in vielen Bereichen bei der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen – unter anderem bei:

➤ Abmahnungen und Streit um die Formulierungen in Arbeitszeugnissen

➤ Kündigungsschutzklagen oder Abfindungen

➤ Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber bei Lohn- und Gehaltszahlungen

➤ juristischen Auseinandersetzungen mit der Agentur für Arbeit

Welche Kosten trägt der Berufs-Rechtsschutz?

Der Berufs-Rechtsschutz soll Ihnen den Rücken finanziell freihalten, wenn Sie Ihre Interessen vor dem Arbeitsgericht durchsetzen müssen. Der Berufs-Rechtsschutz leistet dabei für folgende Aufwendungen:

  • Gerichtskosten
  • Anwaltsgebühren bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen
  • Kosten für Gutachter und ggf. Sachverständige
  • Auslagen für eventuelle Zeugen

Berufs-Rechtsschutz umfassend absichern

Leistungsmerkmale der Berufs-Rechtsschutzversicherung

Beim Berufs-Rechtsschutz gilt wie bei jeder Rechtsschutzversicherung: Der Vergleich der wichtigsten Leistungsmerkmale sollte vor dem Abschluss stehen – unser Vergleichsrechner zeigt, welche Merkmale entscheidend sein können. Der Berufs-Rechtsschutz springt ein, wenn ein Rechtsschutzfall eingetreten ist und Sie sich rechtlich zur Wehr setzen wollen – wie zum Beispiel bei einer Kündigung. Wichtig ist aber auch, dass der Berufs-Rechtsschutz frühzeitig aktiviert werden kann, wenn Sie ihn benötigen.

Zum einen kann das bei einer angedrohten Kündigung der Fall sein – da Ihr Chef die Kündigung bisher nur angedroht, aber nicht ausgesprochen hat, liegt ein versicherter Rechtsschutzfall nur vor, wenn die angedrohte Kündigung explizit mitversichert ist. Das gilt auch für das Aushandeln und Abwickeln von Aufhebungsverträgen – auch sie sind einem Rechtsschutzfall quasi vorgelagert und müssen ausdrücklich vom Berufsrechtsschutz umfasst sein, damit die Rechtsschutzversicherung die Kosten trägt.

Vorversicherung und Vorschäden

Wie in jedem Bereich der Rechtsschutzversicherung werden auch im Bereich des Berufs-Rechtsschutzes vor dem Vertragsabschluss eine bestehende Vorversicherung und Schäden in den meist drei bis fünf Jahren zuvor abgefragt – natürlich umfasst die Abfrage nicht nur Schäden im Berufs-Rechtsschutz, sondern auch im Verkehrs-Rechtsschutz oder Miet-Rechtsschutz. Der Hintergrund: Die Rechtsschutzversicherung will das Risiko einschätzen können, das es durch einen Vertragsabschluss mit Ihnen eingeht – bei mehreren Vorschäden ist es in der Regel recht schwierig, Versicherungsschutz zu bekommen. Bedenken Sie das vor allem dann, wenn Sie bestehenden Berufs-Rechtsschutz kündigen möchten, um einen günstigeren oder besseren Schutz zu erhalten.

Wartezeiten und Selbstbeteiligung beim Berufs-Rechtsschutz

Den Berufs-Rechtsschutz erst abzuschließen, wenn Ärger mit Ihrem Arbeitgeber ins Haus steht, macht wenig Sinn. Denn auch der Berufs-Rechtsschutz sieht – wie die meisten Rechtsschutzbereiche – Wartezeiten vor, Berufs-Rechtsschutz als Rechtsschutzversicherung ohne Wartezeit gibt es leider nicht. In der Regel besteht eine Wartezeit von drei Monaten – in diesem Zeitraum auftretende Streitigkeiten sind nicht versichert. Neben der Wartezeit wird der Versicherungsschutz aber auch durch die sogenannte Klausel zur Vorvertraglichkeit eingeschränkt: Wenn der Versicherungsfall auf einem Sachverhalt beruht, der schon vor Vertragsabschluss bestanden hat, besteht kein Rechtsschutz.

Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn es bei einer vor Vertragsbeginn ausgesprochenen Abmahnung später zu einer Auseinandersetzung kommt, in der die Abmahnung eine Rolle spielt. In diesem Fall könnten Sie Ihren Berufs-Rechtsschutz auch dann nicht in Anspruch nehmen, wenn die Wartezeit bereits abgelaufen ist. Die Selbstbeteiligung Ihrer Rechtsschutzversicherung gilt natürlich auch für den Berufs-Rechtsschutz – je nach Vertrag werden Sie bei einem von der Rechtsschutzversicherung übernommenen Fall bis zu 400 Euro selbst tragen müssen.