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Beitragsbemessungsgrenze: Richtgröße bestimmt Maximalbeitrag in der GKV

Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richten sich nach dem Einkommen. Wer viel verdient, profitiert von der Beitragsbemessungsgrenze. Sie legt eine Einkommensobergrenze fest, bis zu der Beiträge erhoben werden. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt damit den Maximalbeitrag in der GKV vor und sie wird jährlich neu festgelegt. Steigt sie, bedeutet das eine Beitragssteigerung für gutverdienende Arbeitnehmer.

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei 14,6 Prozent. Die Hälfte davon, 7,3 Prozent, müssen Arbeitnehmer von ihrem Bruttoeinkommen an die Krankenkasse abtreten. Die andere Hälfte trägt der Arbeitgeber. Hinzukommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag der Krankenkassen, der im Jahr 2019 durchschnittlich bei 0,9 Prozent liegt. Auch diesen Beitrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber paritätisch.

Wie viel genau also jeder Versicherte für seine Krankenversicherung bezahlt, hängt vom Einkommen ab: wer wenig verdient, zahlt weniger als jemand, der sehr viel verdient. Das ist das Solidarprinzip. Doch auch wer ein hohes Einkommen hat, wird nicht übermäßig belastet. Hier kommt die Beitragsbemessungsgrenze ins Spiel.

Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich neu festgelegt. Im Jahr 2019 liegt sie bei 54.450 Euro. Bis zu dieser Summe werden Beiträge bemessen. Einkommen, die darüber liegen, bleiben unbeachtet und damit beitragsfrei. So ergibt sich ein Maximalbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung von 662,48 Euro im Monat (14,6 Prozent von 54.450 Euro).

Beitragsbemessungsgrenze: So wird gerechnet

Ein Versicherter verfügt über 75.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr. Bemessen wird sein Beitrag aber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 54.450 Euro. So ergibt sich ein Arbeitnehmeranteil (7,3 Prozent) von 331,24 Euro im Monat. Ist er z.B. bei der Techniker Krankenkasse versichert, kommt noch ein Zusatzbeitrag von 0,7 Prozent hinzu, den er zur Hälfte trägt, also weitere 15,88 Euro im Monat. So ergibt sich ein Gesamtbeitrag von 347,12 Euro im Monat. Ohne Beitragsbemessungsgrenze würde er deutlich mehr bezahlen, nämlich 478,13 Euro.

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Beitragsbemessungsgrenze und Krankengeld

Die Beitragsbemessungsgrenze spielt auch beim Krankengeld eine Rolle. Auch hier gibt sie die Obergrenze vor. 70 Prozent von der Beitragsbemessungsgrenze sind das maximale Krankengeld, das ein Versicherter erhält. Im Jahr 2019 liegt das maximale Krankengeld damit bei 3.176,25 Euro im Monat, das entspricht einem Tagessatz von 105,88 Euro am Tag.

Für gutverdienende Arbeitnehmer oder auch freiwillig versicherte Selbstständige kann das zu wenig sein, um im Krankheitsfall die laufenden Kosten zu decken. Gesetzliche Versicherte können ihren Krankengeldanspruch aufstocken und eine Krankentagegeldversicherung abschließen.

Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich angepasst und richtet sich unter anderem nach der allgemeinen Lohnentwicklung. Wird sie angehoben, bedeutet das eine Mehrbelastung für gutverdienende Arbeitnehmer. In den letzten Jahren wurde die Richtgröße immer wieder angehoben. Zuletzt von 53.100 Euro im Jahr 2018 auf 54.450 Euro im Jahr 2019. Damit ist auch der Maximalbeitrag (ohne Zusatzbeitrag) in der GKV von 323,03 Euro (2018) auf 331,24 Euro (2019) gestiegen. Allerdings ist zu beachten, dass seit 2019 der Zusatzbeitrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt wird. Das hat wiederum eine finanzielle Entlastung gebracht.

Unterschied Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze

Oft wird die Beitragsbemessungsgrenze mit der Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt, verwechselt. Während die Beitragsbemessungsgrenze einen Richtgröße bei Beitragserhebung ist, gibt die Versicherungspflichtgrenze vor, bis zu welchem Einkommen Arbeitnehmer pflichtversichert sind in der GKV. Erst wenn das Einkommen über dieser Grenze liegt, kann sich der Arbeitnehmer auch privat krankenversichern. Im Jahr 2019 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 60.750 Euro Bruttoeinkommen im Jahr.

Mindestbemessungsgrenze regelt Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte

Auch in die andere Richtung, gibt es einen Grenzwert: die Mindestbeitragsgrenze. Sie ist für freiwillig gesetzlich Versicherte relevant. Die Mindestbemessungsgrundlage für 2019 beträgt 1.038,33 Euro im Monat – 12.456 Euro im Jahr. Bei einem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent (ohne Krankengeldanspruch) ergibt sich so ein Mindestbeitrag von 145,32 Euro im Monat, plus dem jeweiligen Zusatzbeitrag.

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