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Berufsunfähigkeit

Der Begriff der Berufsunfähigkeit ist heute vor allem bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen wichtig. Nach den Bedingungen ist in der Regel von einer Berufsunfähigkeit auszugehen, wenn der Versicherte für voraussichtlich sechs Monate nicht mehr in der Lage ist, seinen zuletzt ausgeübten Job zu mindestens 50 Prozent auszuüben – oder dies bereits seit sechs Monaten und länger nicht mehr kann. Wenn Sie also in einer Vollzeitstelle im Büro nur noch zwei Stunden am Tag sitzen können, würde das bezogen auf einen Acht-Stunden-Tag eine Quote von 25 Prozent bedeuten – damit wären Sie berufsunfähig.

In der Absicherung über die Deutsche Rentenversicherung hat der Begriff dagegen eine völlig andere Bedeutung. Hier wird von Berufsunfähigkeit gesprochen, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, täglich mehr als sechs Stunden den bisherigen Beruf auszuüben – und auch keine andere Tätigkeit ausüben können, die zum bisherigen beruflichen Werdegang und der erlangten soziale Stellung passt. Zudem gilt diese Regel nur noch für alle vor 1961 Geborenen – Jüngere bekommen gar keine Rente bei Berufsunfähigkeit mehr.

Inhalt

➤ Gründe für Berufsunfähigkeit: Psychische Probleme und Beschwerden am Bewegungsapparat häufigste Gründe für Berufsunfähigkeit.

➤ Bestimmte Berufsgruppen besonders gefährdet: Maurer und Maler arbeiten mit einem hohen Berufsunfähigkeitsrisiko von circa 50 Prozent, bei Apothekern und Ärzten ist es mit circa 6 Prozent hingegen sehr niedrig.

➤ Hohes Risiko: Jeder Vierte wird in seinem Erwerbsleben berufsunfähig.

➤ Finanzieller Absturz: Fällt bei Berufsunfähigkeit das Einkommen weg, entfällt die Lebensgrundlage – staatliche Leistungen gleichen den Einkommensverlust nicht aus.

Die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit

Risiko Berufsunfähigkeit absichern

Risiko Berufsunfähigkeit: Wer braucht eine private Absicherung?

Eine Absicherung gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit ist immer dann notwendig, wenn das Einkommen zum Leben existenziell ist – das dürfte auf fast jeden zutreffen:

Arbeitnehmer

Sie erhalten in der Regel die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber und später Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse bzw. aus einer privaten Krankentagegeldversicherung. Führt die Erkrankung zu einem dauerhaften Aus im Job, bleibt nur die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung, die in der Regel nicht ausreicht. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke.

Beamte

Sie sind bei Dienstunfähigkeit (der Berufsunfähigkeit bei Beamten) besser abgesichert als Arbeitnehmer, dennoch kann es eine größere Versorgungslücke geben – vor allem bei Beamtenanwärtern und Beamten auf Widerruf ist eine private Absicherung mit der Dienstunfähigkeitsversicherung als spezieller Form der BU-Versicherung notwendig.

Selbstständige

Selbstständige genießen in der Deutschen Rentenversicherung nur in Ausnahmefällen Schutz bei Erwerbsminderung. Nur mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung können Unternehmer sich gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit absichern.

Auszubildende und Studenten

Auszubildende bekommen – wenn überhaupt – eine geringe Erwerbsminderungsrente von der Deutschen Rentenversicherung, die kaum die Lebenshaltungskosten deckt. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein Muss zum Schließen der Versorgungslücke. Die ist bei Studenten noch größer, da aus dem Studium heraus keine Ansprüche auf Zahlung einer Erwerbsminderungsrente bestehen. Nur die private Berufsunfähigkeitsversicherung schützt wirklich.

Berufsunfähigkeit: Hohes Risiko – schlechter Schutz

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aller Beschäftigten werden im Leben berufsunfähig
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zahlt der Staat im Schnitt nur bei Erwerbsminderung
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der Deutschen sind trotzdem nicht gegen das Risiko Berufsunfähigkeit abgesichert

Quelle: Deutsche Rentenversicherung/eigene Recherche

Berufsunfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit: Das sind die Unterschiede

Wenn Sie sich zur Absicherung gegen Berufsunfähigkeit informieren, treffen Sie auf Begriffe wie eben Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit.

Berufsunfähigkeit

Berufsunfähig ist in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf auf Dauer für mindestens sechs Monate nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben kann und auch keinen anderen Job ausübt, der seiner Lebensstellung, dem Einkommen und der sozialen Stellung angemessen ist.

Beispiel: Ein Arzt kann nach einem Unfall nicht mehr praktizieren und ist deshalb berufsunfähig.

Erwerbsunfähigkeit

Erwerbsunfähig im Sinne einer privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist man, wenn man überhaupt keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen kann – unabhängig von der absolvierten Ausbildung und dem bisherigem beruflichen Werdegang.

Beispiel: Ein Tischler hat einen Bandscheibenvorfall und kann nicht mehr körperlich arbeiten. Da er aber als Fachberater im Baumarkt noch eingesetzt werden kann, ist er nicht erwerbsunfähig.

Arbeitsunfähigkeit

Wer arbeitsunfähig ist, der ist – zum Beispiel wegen einer Grippe – nur vorübergehend nicht in der Lage, seiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Moderne BU-Versicherungen sehen bei längerer Arbeitsunfähigkeit von meist sechs Monaten bereits Leistungen vor.

Beispiel: Ein IT-Techniker ist durch einen Infekt gesundheitlich so beeinträchtigt, dass er elf Monate nicht arbeiten kann. Hat er eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung über die BU abgesichert, erhält er die versicherte Rente, auch wenn er nicht berufsunfähig wird.

Risiko Berufsunfähigkeit: Vorher an nachher denken

Wenn Sie eine Rente wegen Berufsunfähigkeit beantragen, wollen Sie zügig Leistungen bekommen. Und auch, wenn jeder Antrag auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente einzigartig ist: Es gibt Kennzahlen, die sagen viel darüber aus, wie kompetent die Berufsunfähigkeitsversicherung Ihren Antrag bearbeiten wird. Werfen Sie deshalb bei der Absicherung des Risikos einer Berufsunfähigkeit einen Blick auf diese Kennzahlen. Jeder kompetente Berater sollte diese Kennzahlen in seine Beratung einfließen lassen!

Wichtig Kennzahlen der BU-Versicherung

Leistungsquote: Mit diesem Wert wird ermittelt, wie viele von 100 Leistungsanträgen am Ende tatsächlich auch zu einer Rentenzahlung führen. Je höher der Wert, umso seltener die Ablehnung von Leistungsanträgen.

Prozessquote: Die Prozessquote zeigt, wie viele abgelehnte Anträge am Ende gerichtlich entschieden werden. Ist die Quote hoch, spricht das dafür, dass Kunden sich eher ungerecht behandelt fühlen.

BU-Kompetenz: Das Analysehaus Morgen und Morgen bewertet den Umgang der BU-Versicherer mit den Kunden – auch im Leistungsfall.