Berufsunfähigkeit: Was ist das eigentlich?

Eine Berufsunfähigkeit liegt nach den meisten Bedingungen der privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen vor, wenn Sie Ihren Job nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben können. Das kann sowohl eine zeitliche Komponente sein als auch eine qualitative in Bezug auf Ihre Fähigkeit, Ihren Job zu erledigen.

Des Weiteren setzt Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen voraus, dass diese Unfähigkeit zur beruflichen Tätigkeit voraussichtlich sechs Monate bestehen wird oder aber bereits seit sechs Monaten fortbesteht. Es ist dabei völlig egal, aus welchem Grund Sie tatsächlich nicht mehr arbeiten können: Berufsunfähigkeit wird unabhängig davon festgestellt, ob Sie krank sind oder durch einen Unfall nicht mehr arbeiten können.

Neue Berufsunfähigkeitsversicherungen setzen die Berufsunfähigkeit zumindest für einen bestimmten Zeitraum von 18 bis maximal 36 Monaten gleich mit Arbeitsunfähigkeit. Die Rente wird dann schon gezahlt, wenn Sie voraussichtlich für sechs Monate krankgeschrieben sind – ob Sie berufsunfähig sind oder werden, spielt keine Rolle – für die Rentenzahlung reicht die Vorlage eines „gelben Scheins“ aus.

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ Erwerbsminderungsrente nicht ausreichend: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt bei Erwerbsminderung gerade einmal 700 Euro im Schnitt.

➤ Es kann jeden treffen: Am häufigsten führen Erkrankungen am Bewegungsapparat und an der Psyche zur Berufsunfähigkeit – jeder vierte Erwerbstätige ist betroffen.

➤ Lebenslange Rente möglich: Bei Pflegebedürftigkeit kann eine lebenslange Rente vereinbart werden.

➤ „Gelbe-Schein-Regelung“: Rentenanspruch schon bei längerer Arbeitsunfähigkeit mit „gelbem Schein“ vereinbaren.

➤ Schutz zukunftssicher gestalten: Nachversicherungen und Dynamik von Beitrag und Leistungen sind mitversicherbar.

Die Erwerbsminderungsrente: Tropfen auf den heißen Stein

Die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung fällt – wenn sie überhaupt gezahlt wird – sehr gering aus und reicht in den seltensten Fällen, um den Lebensstandard auch nur ansatzweise zu sichern.

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Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Doch nicht für mich! Das ist eine gängige Reaktion auf die Frage nach einer bestehenden Absicherung. Andere sind sich sicher, den wichtigen Schutz der Arbeitskraft gar nicht abschließen zu können – und versuchen es deshalb gar nicht erst.

Ein Fehler, denn in den meisten Berufen und Berufsgruppen ist der Schutz unerlässlich. Die Versorgungslücke bei einer Berufsunfähigkeit ist immens – die meisten zerbrechen daran finanziell, wenn sie nicht abgesichert sind: Sie können das wegfallende Einkommen dauerhaft nicht aus Eigenmitteln ersetzen. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der BU-Absicherung für Angestellte, Selbstständige, Beamte und Studenten ankommt.

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Angestellte

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Studenten

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Selbstständige

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Tipps und Informationen rund um die BU-Versicherung

Schutz flexibel halten: Berufsunfähigkeitsversicherungen laufen in der Regel über drei bis vier Jahrzehnte. Die Renten müssen sich deshalb immer wieder anpassen, damit Sie noch in 20 Jahren von der versicherten Rente leben können. Möglich machen das Dynamiken, die auch im Leistungsfall für steigende Renten sorgen – und natürlich Optionen für eine Nachversicherung, die zumindest bei bestimmten Lebenssituationen wie einer Hochzeit oder einem Karrieresprung eine Anpassung erlauben.

Verzicht auf befristete Anerkenntnisse: Im Idealfall wird Ihre Rente im Leistungsfall unbefristet bewilligt und nicht nur für zwölf oder 24 Monate. Damit stellen Sie sicher, dass nicht kurze Zeit nach der Leistungsbewilligung erneut der Papierkram einer weiteren Bewilligung losgeht.

BU frühzeitig absichern: Junge Menschen zahlen nicht nur deutlich geringere Beiträge als ältere – sie kommen auch viel leichter an den Schutz, weil sie in der Regel keine Vorerkrankungen haben, die den Abschluss erschweren oder gar ausschließen.

Risiko Gesundheitsfragen: Wenn es im Leistungsfall Streit mit der Versicherung gibt, dann in acht von zehn Fällen wegen falscher Angaben zum Gesundheitszustand. Schließen Sie dieses Risiko aus – mit dem biallo-Gesundheitscheck ermitteln wir Ihren Gesundheitszustand vor Vertragsbeginn und schließen den Versicherern die Hintertür der Anfechtung im Leistungsfall.

Verteuerungsrisiko beachten: Wichtig ist bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auch das Verteuerungsrisiko – damit wird die Differenz zwischen dem Netto- und dem Bruttobeitrag bezeichnet. Der Nettobeitrag ist bereits um die erwarteten Überschüsse der Versicherer gekürzt – werden die nicht erreicht, kann der Beitrag bis zum Bruttobeitrag deutlich ansteigen. Die Spanne sollte also möglichst gering sein!

Ohne Beratung geht es nicht: Nutzen Sie die Möglichkeit, sich von einem unserer Experten beraten zu lassen. So ist sichergestellt, dass Sie den individuell passenden Schutz auch wirklich bekommen.

Kosten der BU-Versicherung

Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Höhe der gewählten Berufsunfähigkeitsrente
  • Beruf und Ausbildung
  • Eintrittsalter
  • Lebensalter, bis zu dem die Rente gezahlt werden soll
  • Gesundheitliche Situation
  • Ggf. (risikoreiche) Hobbys

Achten Sie in der Beratung darauf, dass alle für Sie vorteilhaften Faktoren berücksichtigt werden: Das gilt vor allem für den beruflichen Werdegang. Je qualifizierter Sie sind, umso günstiger wird meist der Schutz. Auch andere Faktoren können Sie beeinflussen: Zuschläge wegen Übergewichts oder des Raucherstatus‘ könnten Sie leicht ändern!

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit

Die Gründe für eine mögliche Berufsunfähigkeit sind vielfältig: Aber Sie sehen in der Grafik, dass vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates und psychische Erkrankungen mit Nervenkrankheiten die Hauptursachen für festgestellte Berufsunfähigkeiten sind. Psychische Erkrankungen äußern sich dabei besonders vielfältig – Angstzustände können genauso eine Folge sein wie ein Tinnitus, Sehprobleme oder Herzbeschwerden. Besonders häufig tritt heute das Burnout-Syndrom zutage, das oft einen Verbleib im Job unmöglich macht.

Erkrankungen am Bewegungsapparat treten ebenso vielfältig auf: Gelenkschmerzen setzen vor allem körperlich Arbeitenden zu, Bandscheibenschäden können in körperlichen wie auch in rein sitzenden Tätigkeiten und damit in allen Berufen das Aus bedeuten. Und chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma oder eine Arthritis können bei Angestellten und Selbstständigen gleichermaßen die Ausübung einer geregelten und regelmäßigen Tätigkeit verhindern. Dazu kommen Herz- und Kreislauferkrankungen mit Erkrankungen des Gefäßsystems sowie Unfälle und Krebserkrankungen.

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Herz und Kreislauf

Herz- und Kreislauferkrankungen verhindern oft die weitere Ausübung des bisherigen Berufs.

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Psyche

Psychische Beschwerden gelten als eine der Hauptursachen für ein gesundheitliches Aus im Job.

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Bewegungsapparat

Langwierige Erkrankungen am Bewegungsapparat können schnell das Aus für den Beruf bedeuten.

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Krebs

Viele Krebserkrankungen verlaufen nicht tödlich – und beenden trotzdem das aktive Arbeitsleben.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen – sinnvoll oder nicht?

Fast jeder mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung hat sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, den bestehenden Schutz zu kündigen: Die einen, weil er zu teuer geworden ist, die anderen, weil er vermeintlich nicht mehr benötigt wird, und wieder andere sehen ihren Schutz als qualitativ nicht mehr ausreichend an und würden gerne wechseln. Gründe für die Kündigung gibt es also genug – aber ist eine Kündigung immer sinnvoll? Das Pro und Contra dazu finden Sie hier.

Das spricht für eine Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung ...

  • Schutz mit besseren Versicherungsbedingungen ist möglich.
  • Erschwernisse wie zum Beispiel Risikozuschläge oder Ausschlüsse können aufgehoben werden.
  • Rente und Laufzeit können veränderten Bedürfnissen angepasst werden.
  • Moderne Leistungsmerkmale, zum Beispiel die Rentenzahlung bei Arbeitsunfähigkeit, können vereinbart werden.

... und das dagegen!

  • Erkrankungen können den Neuabschluss unmöglich machen.
  • Ein höheres Einstiegsalter macht einen Beitragsvorteil durch einen besseren Tarif zunichte.
  • Der neue Schutz ist ggf. nicht mehr zu bekommen, etwa wegen eines zu hohen Einstiegsalters.

Ein Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung kann also durchaus auch mit Hürden verbunden sein – deshalb sollten Sie bestehenden Schutz erst dann kündigen, wenn die neue Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen ist und der Wechsel vollzogen wurde. Kündigen können Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung übrigens zeitnah – meist mit einer Frist von einem Monat, wenn die Beiträge monatlich gezahlt werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Premium-Tarife
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Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichert wie die private Berufsunfähigkeitsversicherung die Arbeitskraft ab – mit einem ganz entscheidenden Unterschied. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet dann, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dagegen den zuletzt ausgeübten Beruf ab. Die Hürde für eine Erwerbsunfähigkeit ist also hoch – meist dürfen Sie nicht mehr in der Lage sein, drei und mehr Stunden am Tag zu arbeiten. Bei der Berufsunfähigkeit dagegen reicht es, wenn Sie in Ihrem Job nicht mehr zu mindestens 50 Prozent tätig sein können.

Mehr zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Grundfähigkeitenversicherung

Eine Grundfähigkeitenversicherung richtet Ihr Leistungsversprechen nicht danach aus, ob Sie noch arbeiten können. Gezahlt wird, wenn Sie eine der versicherten Fähigkeiten dauerhaft verlieren. Besonders gravierend fällt der Verlust von Fähigkeiten wie „Sehen“, „Sprechen“ oder „Hände gebrauchen“ aus – schon der Verlust einer dieser Fähigkeiten löst eine Rentenzahlung aus. Andere Grundfähigkeiten wie „Hören“, „Sitzen“ oder „Heben“ müssen dagegen schon kumulativ ausfallen, damit Sie die versicherte Rente bekommen. Leistungen können zudem auch für den Fall zugesagt werden, dass eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird.

Dread-Disease-Police

Eine Dread-Disease-Police sichert das Risiko ab, dass Sie an einer schweren Krankheit erkranken. Die versicherten Krankheiten werden im Versicherungsvertrag genau bezeichnet – auch der Schweregrad, der erforderlich ist, um einen Leistungsanspruch auszulösen. Versichert sind in der Regel bestimmte Krebserkrankungen, Alterskrankheiten wie Demenz, Alzheimer, Parkinson, Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Neuroborreliose, einige psychische Krankheiten, aber auch schwere Operationen, etwa am Herzen. Zum Schutzbereich gehören auch plötzlich lebensbedrohende Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Mehr zur Dread-Disease-Versicherung

Pflegeversicherung

Auch die Pflegeversicherung wird gelegentlich als Alternative zu einer BU-Versicherung ins Rennen gebracht, dabei ist sie mit dem Fokus auf der Absicherung des Pflegerisikos eher ein eigenständiges Produkt. Helfen kann sie natürlich dann, wenn während des Erwerbslebens eine Pflegebedürftigkeit dazu führt, dass Sie nicht mehr arbeiten können: Die versicherte Leistung hilft dann Mehrkosten durch die Pflegebedürftigkeit abzusichern, ersetzt aber nicht das wegfallende Einkommen. Die private Pflegezusatzversicherung sollte deshalb eher als Zusatzbaustein zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung angesehen werden – und nicht als Alternative.

Mehr zur Pflegezusatzversicherung

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aller BU-Anträge werden bewilligt
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dauert es im Schnitt vom Antrag bis zur Zahlung der Rente

Berufsunfähigkeitsversicherung: Das sind die wichtigsten Leistungsmerkmale

Viele Leistungsmerkmale der Berufsunfähigkeitsversicherung scheinen auf den ersten Blick nicht relevant – tatsächlich aber können wichtige Kleinigkeiten darüber entscheiden, ob Sie die versicherte Rente im Falle eines Falles tatsächlich bekommen.

Verzicht auf abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung ist für Versicherer eine ganz einfache Möglichkeit, um sich aus der Verpflichtung zur Rentenzahlung zu lösen. Deshalb ist es am besten, wenn in Ihrem Vertrag auf die abstrakte Verweisung ganz verzichtet wird. Die Versicherer verklausulieren diese Verweisung in Ihrem Vertrag mit Formulierungen wie „… ist außerstande, seinen Beruf … oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeübt werden kann und die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht“. Mit einer solchen abstrakten Verweisung hat der Versicherer die Möglichkeit, Ihnen theoretisch einen anderen Beruf zu zeigen, den Sie ausüben können und sich damit vor der Rentenzahlung zu drücken. Ob Sie tatsächlich in dem Verweisungs-Beruf eine Anstellung finden, muss den Versicherer nicht interessieren, es reicht, dass er zeigt, dass es eine Vergleichstätigkeit gibt.

Verzicht auf Meldefristen

Niemand steht morgens auf und weiß: Jetzt bin ich berufsunfähig. Oft geht der tatsächlichen Invalidität ein langer Krankheitsprozess voraus, bevor ein Gedanke an die dauernde Berufsunfähigkeit verschwendet wird. Und für diesen Fall sind lange Meldefristen von Vorteil, die auch eine rückwirkende Zahlung erlauben – von dem Moment an, in dem bereits Berufsunfähigkeit vorlag, ohne dass der Betroffene bereits davon wusste. Ohne solche rückwirkenden Meldefristen zahlt die Versicherung erst ab dem Moment, in dem Berufsunfähigkeit gemeldet wurde – und Ihnen geht im Falle eines Falles viel Geld verloren, weil die Rente nicht nachgezahlt wird. Aber auch bei schweren Unfällen mit Invaliditäts-Folgen sind lange Meldefristen von Vorteil, weil die Meldung an den Versicherer oft unterbleibt: Entweder haben die Angehörigen zu viel mit der Betreuung um die Ohren, oder sie wissen nichts von der Existenz einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch in diesem Fall sind lange Meldefristen von Vorteil!

Sechs-Monats-Prognose

In älteren Versicherungsbedingungen wurde dann von einer Berufsunfähigkeit ausgegangen, wenn der Arzt eine Berufsunfähigkeit bescheinigen konnte, die voraussichtlich dauernd und damit mindestens drei Jahre bestehen sollte. Neuere und für Sie vorteilhafte Versicherungsbedingungen sehen vor, dass Sie die Rente schon dann erhalten, wenn Sie voraussichtlich mehr als sechs Monate berufsunfähig sind. Achten Sie auf diese verbraucherfreundliche Klausel, weil Sie so schneller zu Ihrem Geld kommen!

Weltweite Gültigkeit

Achten Sie darauf, dass Sie weltweit mit Ihrem Vertrag gegen Berufsunfähigkeit geschützt sind. Noch immer sehen Verträge vor, dass der Schutz sich auf Versicherte mit Wohnsitz in Deutschland oder bestenfalls im EU-Ausland beschränkt. Ziehen Sie in ein anderes Land außerhalb der EU um, verlieren Sie den Versicherungsschutz. Ideal sind Verträge, die weltweit ohne Einschränkungen gelten.

Dynamisierung für eine steigende Berufsunfähigkeitsrente

Denken Sie daran: Wenn Sie heute 75 Prozent Ihres Nettogehalts absichern, sind das vielleicht in zehn Jahren nur noch 40 oder 50 Prozent, weil das Gehalt gerade in den ersten Berufsjahren sehr stark steigt. Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sollte da Schritt halten. Da Sie nicht alle paar Jahre einen neuen Vertrag abschließen können, müssen Sie steigende Gehälter bereits beim Vertragsabschluss mit einplanen. Eine Möglichkeit dazu ist die Dynamisierung von Beiträgen und Leistungen. Damit vereinbaren Sie bei Vertragsabschluss, dass Ihre Rente pro Jahr um einen festgelegten Satz von meist drei oder fünf Prozent steigt. Es ist sinnvoll, eine solche Dynamik bei Vertragsabschluss zu vereinbaren – zumal Sie sie zwei Jahre in Folge immer aussetzen können, ohne dass der Anspruch verloren geht.

Rentenzahlung sofort

Viele Gesellschaften sehen in den Versicherungsbedingungen für die Berufsunfähigkeitsversicherung vor, dass die Rente erst nach einem Karenzzeitraum von sechs Monaten gezahlt wird. Sie erhalten also erst ab dem siebten Monat der Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente, sodass ein nicht unerhebliches finanzielles Loch droht. Besser ist es, wenn die Rente sofort ab Beginn der Berufsunfähigkeit und dann auch rückwirkend gezahlt wird, wenn die Feststellung der Berufsunfähigkeit länger dauert. So sichern Sie sich finanziellen Spielraum, wenn Sie berufsunfähig werden und in der Regel zahlreiche Ausgaben (zum Beispiel für ärztliche Behandlungen, die die Kasse nicht zahlt, oder Umbauten am Haus) auf Sie zukommen.

Nachversicherungsgarantie

Als Alternative sollten Sie deshalb eine Nachversicherungsgarantie für Ihren Vertrag in Betracht ziehen. Sie gibt im Idealfall die Möglichkeit, ohne erneute Gesundheitsprüfung die vereinbarte Rente zu erhöhen. Meist ist diese Option zur Erhöhung an bestimmte Lebensumstände geknüpft wie etwa Hochzeit, Nachwuchs oder Immobilienkauf. Sinnvoller ist es jedoch, den Invaliditätsschutz ganz ohne Anlass in Intervallen von drei bis fünf Jahren erhöhen zu können. Und einen Top-Vertrag haben Sie, wenn die Erhöhungen auch über den 40. Geburtstag hinaus regelmäßig möglich sind und die Anpassungen nicht – wie in vielen Verträgen üblich – auf 150 bis 175 Prozent der ursprünglich vereinbarten Rente begrenzt sind.

Arbeitsunfähigkeitsklausel

Die neue „Gelbe-Schein-Regelung“ gibt es bei immer mehr Anbietern wie zum Beispiel der Allianz, der Alte Leipziger, der Gothaer, der Condor, der Basler oder dem Volkswohlbund: Sie erhalten die vereinbarte Rente aus dieser Arbeitsunfähigkeitsversicherung bereits dann ausgezahlt, wenn Sie langfristig über sechs Monate und mehr krankgeschrieben sind – und zwar meist für einen Zeitraum von 18 bis 36 Monaten. Zwar wird in aller Regel vorausgesetzt, dass Sie Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt haben, aber der Anspruch auf Rentenzahlung setzt eben keine Feststellung einer Berufsunfähigkeit voraus – Sie erhalten schneller Leistungen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Die zahlen doch eh nicht ...

Rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung ranken sich viele Mythen und Vorurteile – die meisten davon sind tatsächlich unsinnig. Wir haben die größten Vorurteile einmal zusammengestellt – und widerlegt.

  • Die zahlen nicht: Bei 77 Prozent aller Anträge wird die Rente bewilligt. Bei den restlichen 23 Prozent verfolgen viele Antragsteller ihren Antrag nicht mehr, weil sie wieder gesund sind.
  • Gutachten wimmeln alles ab: Nur bei sechs Prozent aller Leistungsanträge kommt überhaupt ein Gutachter zum Einsatz.
  • Die Versicherer ziehen das Verfahren in die Länge: Nur 111 Tage dauert es im Schnitt zwischen Antragstellung und Auszahlung der ersten Rente.
  • Eine BU lohnt sich nicht: Die Zahlen rechts sprechen eine ganz andere Sprache, wenn man für einen Kaufmann eine Rente von 1.500 Euro über 40 Jahre zugrundelegt.
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Kosten einer BU
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Jahre
Einkommensersatz

Die häufigsten Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn Sie als Arbeitnehmer berufsunfähig werden, haben Sie nur noch einen Anspruch auf eine staatliche Berufsunfähigkeitsrente, wenn Sie vor 1961 geboren sind. Alle jüngeren Versicherten bekommen maximal eine Erwerbsminderungsrente – und die beträgt im besten Fall gerade mal ein Drittel des letzten Einkommens. Bei Selbstständigen ist die Lage noch prekärer: Sie haben in der Regel gar keine gesetzliche Absicherung. Lediglich Beamte sind über den Dienstherrn im Ansatz geschützt, auch wenn das Rentenniveau bei einer Dienstunfähigkeit deutlich unter dem aktuellen Sold liegen wird. Auszubildende und Studenten sollten auf jeden Fall auf keine Form der gesetzlichen Absicherung zählen, da gerade in der Zeit der Ausbildung ein Anspruch – wenn er überhaupt besteht – eher gering ist. Nur mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist es möglich, den Lebensstandard auch bei einer schweren Erkrankung zu halten, die Sie zu einer Auszeit im Job zwingt.

Welchen Einfluss hat mein Gesundheitszustand auf den BU-Vertrag?

Mögliche Vorerkrankungen des Versicherungsnehmers beeinflussen die Prämienhöhe und können dazu führen, dass ein Antrag abgelehnt oder nur zu erschwerten Versicherungsbedingungen mit einem Prämienaufschlag oder einem Ausschluss für bestimmte Krankheiten angenommen wird. Bestehende Vorerkrankungen werden durch die Gesundheitsfragen für den Prognosezeitraum im Antrag ermittelt, je nach Rentenhöhe kann auch eine ärztliche Untersuchung erforderlich sein. Die Gesundheitsfragen sollten stets wahrheitsgemäß beantwortet werden, da der Versicherer ansonsten im Leistungsfall die BU-Rente aufgrund der Verletzung vorvertraglicher Anzeigepflichten verwehren kann.

Was passiert, wenn sich meine Lebenssituation ändert und ich zum Beispiel heirate?

In vielen Lebenssituationen steigt der Bedarf, und die Rente soll angepasst werden – wenn Sie zum Beispiel eine Immobilie kaufen und finanzieren, muss die Berufsunfähigkeitsrente diese Belastung mit abdecken. Deshalb ist es gut, wenn Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung eine Nachversicherungsgarantie hat und bei bestimmten Lebensereignissen angepasst werden kann.

Kann die Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

Im Prinzip sind die Beiträge absetzbar, allerdings wird der Höchstbetrag von 1.900 Euro (bei Selbstständigen liegt er bei 2.800 Euro) meist bereits durch die Beiträge zur Krankenversicherung aufgebraucht, sodass die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel steuerlich ins Leere laufen.

Wann leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

In der Regel leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn Sie Ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr zu mindestens 50 Prozent ausüben können – und das für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Neuere Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen schon dann, wenn Sie längere Zeit krankgeschrieben sind.

Wann leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht?

Gezahlt wird von der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht, wenn sich bei Prüfung des Leistungsantrages herausstellt, dass Sie beim Vertragsabschluss falsche Angaben zum Gesundheitszustand gemacht haben, und die Versicherung das Recht hat, sich vom Vertrag zu lösen. Deshalb ist es immens wichtig, die Gesundheitsfragen ehrlich und umfassend zu beantworten.

Was muss ich beachten, wenn mein Antrag vielleicht abgelehnt werden könnte?

Wer einmal einen BU-Antrag gestellt hat, der beispielsweise wegen Vorerkrankungen abgelehnt oder nur mit Erschwernissen angenommen worden wäre, muss diesen Umstand bei einem weiteren Antrag immer angeben! Damit erhöht sich das Risiko, auch bei anderen Anbietern abgelehnt zu werden und am Ende gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Besser ist es deshalb, den gewünschten Berufsunfähigkeitsschutz nicht direkt zu beantragen, sondern eine Risikovoranfrage zu stellen bzw. einen Invitatio-Antrag: Damit wird der Versicherer aufgefordert, die Versicherbarkeit eines Kunden zu prüfen und daraufhin selbst ein Angebot zu erstellen. Das können Sie als Kunde annehmen oder eben auch ablehnen. Ihr Vorteil: Ein nicht angenommenes Angebot ist kein abgelehnter Antrag und muss bei weiteren Anträgen nicht angegeben werden.

Was muss ich bei einem Berufswechsel für die Berufsunfähigkeitsversicherung beachten?

Die Versicherung versichert in der Regel den vor dem Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf. Spätere Berufswechsel haben folglich keinen Einfluss auf die Prämienhöhe und müssen dem Versicherungsunternehmen auch nicht gemeldet werden. Wichtig kann ein Berufswechsel werden, wenn Sie berufsunfähig werden: Manche Versicherer beziehen nämlich den zuvor ausgeübten Beruf mit ein in die Prüfung einer Berufsunfähigkeit – dadurch steigt ggf. das Risiko, dass Sie verwiesen werden, wenn Sie den ursprünglichen Beruf noch ausüben könnten.

Was ist eine abstrakte Verweisung?

Der Begriff der „abstrakten Verweisung“ ist eine mögliche Klausel im Versicherungsvertrag. In diesem Fall verweisen Versicherer auf eine gleichwertige Erwerbstätigkeit, die der Versicherte theoretisch trotz Krankheit ausüben könnte und zahlen dementsprechend keine BU-Rente. Ob der Versicherte den Job auch tatsächlich ausüben kann und eine Stelle bekommt, ist nicht relevant. Sie sollten daher eine Versicherung wählen, die auf eine solche Klausel im Vertrag verzichtet. Bei den meisten Gesellschaften ist die abstrakte Verweisung jedoch kein Thema mehr. Aber auch dann, wenn diese Klausel bei der Erstprüfung des Antrages bedingungsgemäß kein Thema ist, kann sie es bei einem vorübergehenden Ausscheiden aus dem Job – zum Beispiel durch eine Elternzeit – sehr wohl werden: Manche Versicherer greifen nämlich bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit nur drei bis fünf Jahre auf den vor dem Ausscheiden ausgeübten Beruf zurück und sehen nach Ablauf der Frist tatsächlich eine abstrakte Verweisung vor. Gerade jüngere Menschen – vor allem Frauen, die Kinder haben möchten – sollten auf diese Klausel achten.