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Berufsunfähigkeitsversicherung: Kosten niedrig halten

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den absoluten Muss-Policen – denn ohne private Absicherung „droht“ im Ernstfall die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung und damit ein finanzielles Desaster. Dennoch können viele sich nicht zum Abschluss durchringen, obwohl der Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist – der Grund: Die hohen Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei lassen sich die Kosten für den Schutz recht gut im Zaum halten – wichtig ist nur, dass Sie sich genau vor Augen halten, was den Preis des Berufsunfähigkeitsschutzes eigentlich bestimmt.

Abhängig ist die Höhe der Prämie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich vor allem von fünf Faktoren:

  • Alter bei Vertragsbeginn
  • Beruf
  • Höhe der Rente
  • Laufzeit des Vertrages
  • Persönliche Risikofaktoren wie Hobbys oder der Gesundheitsstatus

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ BU frühzeitig abschließen: Je jünger Sie abschließen, umso günstiger wird der Schutz der Arbeitskraft.

➤Annahmerisiken verringern: Junge Menschen haben deutlich weniger gesundheitliche Einschränkungen und bekommen den BU-Schutz einfacher.

➤ Laufzeit clever wählen: Schutz bis 65 deutlich günstiger als bis 67 Jahre – wählen Sie den individuell passenden Schutz.

Risiko Berufsunfähigkeit absichern: Jung einsteigen und sparen

Es lohnt sich, wenn Sie sich frühzeitig mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigen. Wenn Sie sich in jungen Jahren für den BU-Schutz entscheiden, zahlen Sie insgesamt kaum mehr, als wenn Sie zehn oder 20 Jahre warten – aber Sie sind deutlich früher und besser gegen das finanzielle Risiko einer möglichen Berufsunfähigkeit geschützt.

Risiko Berufsunfähigkeit günstig absichern

Berufsunfähigkeitsversicherung: Früh abschließen – Kosten senken

Wer zu lange mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (das gilt natürlich auch für Spielarten wie die Dienstunfähigkeitsversicherung oder Erweiterungen wie die Arbeitsunfähigkeitsversicherung) wartet, steht vor einem doppelten Problem: Zum einen ist der Einstiegsbeitrag höher – mit jedem Jahr Warten verteuert sich der Beitrag, und ein früher Einstieg kann deutlich Beiträge sparen. Ein weiteres Problem: Wartet ein Antragsteller zu lange und schlägt sich deshalb bereits mit Vorerkrankungen herum, kann es sein, dass er gar keinen Schutz bekommt oder mit saftigen Risikozuschlägen belegt wird – dann können die Kosten schnell um 25 bis 100 Prozent in die Höhe schnellen.

Gesundheitszustand früh ``einfrieren``

Warten Sie nicht zu lange mit dem Abschluss – wenn Sie früh einsteigen, konservieren Sie Ihren Gesundheitszustand und können die Berufsunfähigkeitsrente später anpassen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Beruf entscheidend für die Prämienhöhe

Teurer wird der Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung auch, wenn ein risikoreicher Beruf ausgeübt wird: Ein kaufmännischer Angestellter mit ansonsten gleichen Vorgaben zahlt oft deutlich weniger als ein Handwerker. Prämienunterschiede von 100 Prozent und mehr sind keine Seltenheit. Der Grund liegt auf der Hand: Wer als Handwerker hart körperlich arbeitet, wird deutlich schneller durch die Belastung krank werden als ein Büroarbeiter.

Natürlich können Sie Ihren Beruf für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ändern, um Kosten zu sparen. Sie können aber darauf achten, dass Ihr Vermittler Ihr Berufsbild genau definiert. Gerade in weniger bekannten Berufen kann es sich lohnen, beim Versicherer gezielt die Berufsgruppeneinstufung zu erfragen und gemeinsam mit ihm beim Versicherer eine Einstufung vornehmen zu lassen.

Rentenhöhe bestimmt die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung

Natürlich ist die Höhe der versicherten Rente ein wichtiger Faktor bei den Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung: Je höher die Berufsunfähigkeritsrente, umso höher auch der Beitrag für die Arbeitskraftsicherung. Deshalb sollten Sie erst einmal eine Rente versichern, die das Budget nicht überstrapaziert. Mithilfe von Dynamiken und Nachversicherungsgarantien kann die Rente dann später ohne erneute Gesundheitsprüfung nach oben angepasst werden – und das sogar deutlich, eine Verdopplung ist in aller Regel problemlos möglich. Denken Sie bei der Bemessung der für Sie passenden Rente auch daran, dass für die Berufsunfähigkeitsversicherung Steuern fällig werden!

Eine Alternative sind Einsteigertarife oder sogenannte Startertarife, wenn der Berufsunfähigkeitsschutz Ihnen zu teuer ist: Sie zahlen dann in den ersten Vertragsjahren einen deutlich reduzierten Beitrag, meist die Hälfte der eigentlich fälligen Prämie. Die steigt dann aber nach Ablauf der Starterphase oder langsam schon währenddessen an, bis Sie dann nach drei bis neun Jahren den vollen Beitrag zahlen. Der ist dann etwas höher als der klassische Beitrag – über die gesamte Laufzeit können die Mehrkosten zwei bis fünf Prozent ausmachen. Wichtig: Die Einsteigertarife sollten aber die gleichen Vertragsbedingungen haben wie die regulären Tarife und nur in den ersten Vertragsjahren einen günstigeren Beitrag anbieten.

BU: Startertarife machen den Schutz für junge Menschen bezahlbar

Antragsteller 20 Jahren, Student, 1.000 Euro Rente bis 65 Jahre.

BU-Versicherung: Laufzeit entscheidet über Kosten

Wichtig ist es auch, auf die Laufzeit der BU-Versicherung zu achten. Denn je früher der Vertrag zu Ende geht, desto billiger wird er. Zahlt der 30-jährige Kaufmann für seinen BU-Schutz 40 Euro, damit er bis zum 65. Geburtstag läuft, sind es nur noch rund 25 Euro, wenn der Vertrag bereits zum 60. Geburtstag endet – verlockend, so die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung zu senken. Allerdings entsteht dann eine Lücke von bis zu sieben Jahren, bis ein Berufsunfähiger endlich in Rente gehen kann – und während dieser Zeit fehlen natürlich entsprechende Einnahmen, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr zahlen muss. Um die Kosten etwas zu senken, lassen sich Vertragslaufzeit und Risikozeit trennen: Sie sind dann zum Beispiel bis zum 60. Geburtstag geschützt – werden Sie bis zum Ende der Vertragslaufzeit berufsunfähig, wird die Rente aber bis zum 67. Geburtstag gezahlt. Nur bei einer Berufsunfähigkeit, die nach dem 60. Geburtstag eintritt, wären Sie dann nicht mehr abgesichert.

Versicherer/ TarifLaufzeit bis 63 Jahre Laufzeit bis 67 Jahre
Alte Leipziger BV 10 mit AU 56,92 €78,13 €
Swiss Life SBU Plus50,85 €70,34 €
Basler BP AU 48,67 €70,97 €
ERGO Vorsorge BUV 53,58 €68,53 €
Die Bayerische BU Protect Komfort 48,06 €67,19 €

Laufzeit: Die richtige Strategie wählen

Die Laufzeit des Vertrages sollte mindestens bis zum 65. Lebensjahr gewählt werden – besser bis 67. Wenn die Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung gesenkt werden müssen, dann senken Sie stattdessen die Rentenhöhe. Denn die können Sie später über Nachversicherungen und Dynamiken ohne Gesundheitsprüfung wieder erhöhen – eine einmal gewählte (zu kurze) Laufzeit ohne Gesundheitsprüfung aber nicht verlängern.

Persönliche Risikofaktoren

Vor allem Ihre Gesundheit ist beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung so, wie sie ist – und es sollten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen gemacht werden. Allerdings kann es sich durchaus lohnen, an gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Risikofaktoren zu arbeiten und zum Beispiel bei Übergewicht abzunehmen oder in der Rückenschule die Ursache von Kreuzschmerzen zu bekämpfen. Denn Zuschläge müssen aufgehoben werden, wenn die sie begründenden Umstände weggefallen sind. Ob Zuschläge fällig werden, können Sie mit einer Risikovoranfrage verbindlich vor Antragsstellung klären.

Drängen Sie darauf, dass Ihr Berater statt eines Leistungsausschlusses einen Risikozuschlag durchsetzt, bei dem Sie ein Recht darauf haben, dass er aufgehoben wird. Will der Versicherer das nicht und möchte stattdessen eine Ausschlussklausel durchsetzen, dann sollte eine Nachschau vereinbart werden: Damit wird vereinbart, dass ein Risikoausschluss aufgehoben wird, wenn der Risikofaktor – zum Beispiel eine Erkrankung – zum vereinbarten  Zeitpunkt nicht mehr vorhanden ist bzw. keine Beschwerden mehr aufgetreten sind.