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Dienstunfähigkeitsversicherung: So sichern sich Beamte richtig ab

Auch Beamte in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes – von der Polizei bis zu anderen Behörden – kann das Schicksal treffen, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst ausscheiden zu müssen. Das gilt für Richter ebenso wie für Lehrer, Polizeibeamte oder andere Beamte.

Von der staatlichen Erwerbsminderungsrente profitieren Beamte nicht, sie sind stattdessen ggf. abgesichert durch den Dienstherrn. Daneben sollte aber eine sogenannte Dienstunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden, eine spezielle Berufsunfähigkeitsversicherung, die auf die Bedürfnisse von Beamten abgestimmt ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ DU sinnvoll: Als Beamtin oder Beamter sind Sie ohne Dienstunfähigkeitsversicherung finanziell nicht abgesichert, wenn Sie aus dem Dienst ausscheiden müssen.

➤ Dienstunfähigkeitsklausel: Nur mit dieser speziellen Regelung ist die  Dienstunfähigkeitsversicherung überhaupt vernünftig.

➤Auslöser für gesundheitliche Probleme: Psychische Erkrankungen sind der Hauptgrund für Dienstunfähigkeiten.

Was bedeutet Dienstunfähigkeit?

Dienstunfähigkeit ist in § 42 des Bundesbeamtengesetzes (BBG) geregelt – für Beamte auf Landes- und Kommunalebene gibt es entsprechende Regelungen in den Landesbeamtengesetzen und im Beamtenstatusgesetz. Beamte auf Lebenszeit erhalten bei der Versetzung in den Ruhestand ein Ruhegehalt, das deutlich höher ist als die Erwerbsminderungsrente, aber dennoch maximal drei Viertel des letzten Bezugs ausmacht. Anders sieht es bei Beamten auf Probe und bei Beamtenanwärtern aus: Sie werden bei Dienstunfähigkeit nicht in den Ruhestand versetzt, sondern entlassen, erhalten kein Ruhegehalt und werden „nur“ in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Bei Berufsunfähigkeit sind die Leistungen vom Staat daher sehr gering.

Risiko Dienstunfähigkeit ausreichend absichern

Warum eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeit ist nach den meisten Vertragsbedingungen anzunehmen, wenn Sie

„… den zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können.“

In der Regel wird die Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Job noch zu 50 Prozent ausüben können. Ist das nicht der Fall, gelten Sie als berufsunfähig. Dienstunfähig ist ein Beamter dagegen in der Regel, wenn er seine Dienstpflichten nicht mehr erfüllen kann oder in den letzten Monaten dienstunfähig war und die Pflichten nicht mehr erfüllen konnte.

Das Dilemma: Die unterschiedlichen Definitionen führen dazu, dass ein Beamter zwar dienstunfähig sein kann, aber deshalb nicht zwangsläufig auch berufsunfähig ist. Deshalb gibt es die spezielle Dienstunfähigkeitsversicherung: Sie leistet – ähnlich wie die Berufsunfähigkeitsversicherung – eine Rente, wenn Sie Ihren Dienst nicht mehr ausüben können. Mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung wird aber auch eine sogenannte Dienstunfähigkeitsklausel vereinbart, die den geschilderten Besonderheiten der unterschiedlichen Definitionen von Berufsunfähigkeit und Dienstunfähigkeit Rechnung trägt. Mit der Dienstunfähigkeitsklausel wird sichergestellt, dass Sie Ihre Rente erhalten, wenn Ihr Dienstherr Sie aus gesundheitlichen Gründen für dienstunfähig erklärt. Der Versicherer untersucht also nicht noch einmal, ob Sie berufsunfähig sind, sondern folgt der Einschätzung Ihres Dienstherrn.

Die Dienstunfähigkeitsklausel

Beamte werden bei einer gesundheitlich bedingten Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Für sie reicht daher die einfache (sogenannte unechte) Dienstunfähigkeitsklausel in der privaten BU-Versicherung, nach der Berufsunfähigkeit ohne weitere Prüfung dann vorliegt, wenn die Versetzung in den Ruhestand erfolgt.

Für Anwärter und Beamte auf Probe ist wichtig, dass der Vertrag eine spezielle – die sogenannte echte – Dienstunfähigkeitsklausel vorsieht. Der Grund: Sie werden eben nicht in den Ruhestand versetzt, sondern bei Dienstunfähigkeit entlassen. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung muss dann eine Zahlung der versicherten Rente ohne weitere Prüfung vorsehen, auch wenn wegen Dienstunfähigkeit eine Entlassung erfolgt und keine Versetzung in den Ruhestand.

Ein wichtiger Sonderfall ist die sogenannte Vollzugsdienstklausel: Mit dieser speziellen Klausel wird die Dienstunfähigkeit für bestimmte Berufe – wie zum Beispiel Polizist oder Feuerwehrmann – konkretisiert. Mit einer solchen Klausel wird festgelegt, dass Dienstunfähigkeit (mit Leistungen aus der Dienstunfähigkeitsversicherung) bereits dann angenommen wird, wenn ein versicherter Beamter aufgrund seines Gesundheitszustandes zum Beispiel im Polizei-, Justizvollzugsdienst oder Feuerwehreinsatzdienst vom Dienstherrn als dienstunfähig eingestuft wird und in den Ruhestand versetzt oder (echte DU-Klausel!) entlassen wird.

Die Gründe für Dienstunfähigkeiten sind ähnlich vielfältig wie die von Berufsunfähigkeiten – der Versorgungsbericht des Bundes schlüsselt die einzelnen Auslöser für die festgestellten Dienstunfähigkeiten auf.

Dienstunfähigkeitsversicherungen im Überblick

Diese Versicherer bieten Dienstunfähigkeitsversicherungen mit einem guten Bedingungswerk für Beamte an:

  • Die Bayerische bietet eine echte DU-Klausel in allen Tarifen an.
  • DBV: Der Spezialversicherer für Beamte hat sehr gute Regelungen zur Absicherung einer Dienstunfähigkeit.
  • Die Iduna Leben bietet eine echte DU-Klausel an.
  • Die Nürnberger Dienstunfähigkeitsversicherung bietet Leistungen bei Versetzung oder Entlassung in den Ruhestand an.
  • Die R+V bzw. Condor haben gleichlautende Bedingungen mit einer DU-.Klausel.

Beamte im Vollzugsdienst wie Polizisten benötigen zudem eine Vollzugsdienstklausel, um einen Leistunganspruch zu haben, wenn sie den hohen Anforderungen des Vollzugsdienstes nicht mehr gesundheitlich genügen. Beamte der Feuerwehr können zudem eine Absicherung bei Feuerwehrdienstunfähigkeit versichern.

Dienstunfähigkeit: Lehrer besonders gefährdet

Tägliche Auseinandersetzungen mit Schülern und Eltern, Druck der Schulleitung, Planung des Unterrichts für den nächsten Schultag und Nachbearbeitung des aktuellen Unterrrichts mit Korrekturleistungen, Bildungsauftrag mit großer Verantwortung, Ausfallstunden der Kolleginnen und Kollegen, die aufgefangen werden müssen – die Liste der Stressfaktoren bei Lehrern ist lang, und Lehrkräfte sind besonders gefährdet, dienstunfähig zu werden. Viele Gründe also dafür, sich als Lehrer um eine ausreichende Absicherung zu kümmern. Und das möglichst frühzeitg, wenn …

  • die Beiträge noch gering sind,
  • keine Vorerkrankungen das Antrags-Procedere erschweren,
  • keine eigenen finanziellen Mittel bereitstehen und
  • man gerade als Beamtenanwärter kaum Versorgungsansprüche hat.
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beträgt das maximale Ruhegehalt bei Lehrern.
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aller Lehrer werden dienstunfähig.
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kostet ausreichender Schutz im Monat!

Unterschied zwischen Berufs- und Dienstunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet in aller Regel bei einer mindestens sechs Monate andauernden Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent. Auf den Punkt gebracht darf der Kunde also für mindestens ein halbes Jahr nicht in der Lage sein, seinen bisherigen Job zumindest zur Hälfte auszuüben. Bei der Dienstunfähigkeitsversicherung mit DU-Klausel verzichtet der Versicherer auf eine eigene Prüfung und orientiert sich an den Feststellungen des Dienstherrn zur Dienst(un)fähigkeit. Eine Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen zieht dann immer automatisch eine Berufsunfähigkeit nach sich. Das ist wichtig, weil zum einen die Prüfung der Berufsunfähigkeit entfällt und zum anderen eine Dienstunfähigkeit nicht zwangsläufig auch zu einer Berufsunfähigkeit führen muss. Durch die Kopplung entfällt diese unterschiedliche Bewertung.

Die häufigsten Fragen zur Dienstunfähigkeitsversicherung

Wer braucht eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Alle Beamte benötigen eine Dienstunfähigkeitsversicherung, weil sie bei einem krankheitsbedingten Ausscheiden aus dem Dienst nur einen Teil ihrer bisherigen Bezüge weiterhin erhalten. Die Lücke in einer Größenordnung von 20 bis 40 Prozent schließt die Dienstunfähigkeitsversicherung.

Benötigen Lehrer eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Statistisch ist das Risiko bei Lehrern besonders groß, dass sie das Schicksal einer Dienstunfähigkeit trifft. Gleichzeitig ist es für Lehrer besonders schwer, eine Dienstunfähigkeitsversicherung zu bekommen, denn Lehrer gehören in der Dienstunfähigkeitsversicherung zu der größten Risikogruppe. Es drohen saftige Zuschläge beim Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehrer, oder aber der Versicherungsschutz ist eingeschränkt bzw. endet bereits mit 50 oder spätestens 55 Jahren – viel zu früh, um ausreichenden Schutz zu bieten.

Was kostet eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Bei der Dienstunfähigkeitsversicherung gelten im Hinblick auf die Kosten die gleichen Überlegungen wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Entscheidend sind die Rahmenbedingungen des Vertrags. Beamte benötigen oft aber nur eine geringere Laufzeit, weil der Schutz durch den Dienstherrn umfangreicher und im Alter oft auch leichter zu aktivieren ist als bei Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft – das senkt die Kosten oft immens. Auf der anderen Seite kosten Zusatzleistungen wie eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung zusätzlich! Ist der Schutz – gerade bei Vollzugsbeamten – dennoch zu teuer, kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine Dread-Disease-Versicherung eine Alternative für Beamte sein: Allerdings gibt es dann keine Dienstunfähigkeitsklausel analog zur DU-Versicherung.

Welche Einschränkungen gibt es bei der Dienstunfähigkeitsversicherung?

In puncto Laufzeit und Rentenhöhe gibt es bei der Dienstunfähigkeitsversicherung deutliche Einschränkungen gegenüber der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung: Bei vielen Berufen sind zum Beispiel ein Höchstalter von 55 Jahren und eine maximale Monatsrente von 1.000 Euro vorgesehen.

Schließen Vorerkrankungen den Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung aus?

Bei der Dienstunfähigkeitsversicherung gibt es wie bei der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen – und bei den Vorerkrankungen gelten die gleichen Spielregeln wie bei jeder Berufsunfähigkeitsversicherung: Vorerkrankungen können den Schutz ausschließen oder beeinträchtigen, etwa in Form von Risikozuschlägen. Bei Vorerkrankungen helfen wir Ihnen mit einer Risikovoranfrage, den passenden Schutz zu finden – sprechen Sie uns an!

Wie teuer ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung kalkuliert wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten nach einer Vielzahl von Kriterien: Vor allem die berufliche Tätigkeit mit der Ausbildung und dem Werdegang ist neben dem Alter, der Laufzeit und der Rentenhöhe zusammen mit dem gesundheitlichen Status entscheidend.

Muss die Rente der Dienstunfähigkeitsversicherung versteuert werden?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung unterliegt den gleichen Besteuerungsregeln wie die Berufsunfähigkeitsversicherung: Steuern müssen gezahlt werden, wobei die restliche Vertragslaufzeit bei Rentenbeginn über die Höhe des Steuersatzes entscheidet. Je länger die Rente voraussichtlich laufen wird, umso höher ist der individuelle Steuersatz.