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Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: Die Vermieterhaftpflicht

Eigentum verpflichtet. Diese alte Weisheit gilt natürlich auch für Grund, Boden und Immobilienbesitz. Kommt ein Dritter auf einem Grundstück zu Schaden, haftet der Haus- oder Grundbesitzer. Beispiel: Der Postbote rutscht auf dem Weg zum Briefkasten aus, oder ein Baum fällt bei Sturm auf das Gartenhaus des Nachbarn und zerstört es. In diesen Fällen springt die Grundbesitzerhaftpflicht ein und bewahrt den Eigentümer vor finanziellen Folgekosten.

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben, somit keine Pflichtversicherung. Gesetzlich vorgeschrieben ist aber der Zustand, in dem sich das Grundstück oder die Immobilie befinden sollte! Als Besitzer unterliegt man der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Das bedeutet, Grund und Boden müssen sich in einem Zustand befinden, der jegliche Gefährdung von Personen ausschließt.

Das Wichtigste auf einen Blick

Doppelten Schutz vermeiden: Eigenheimbesitzer sind über ihre private Haftpflichtversicherung abgesichert – Eigentümergemeinschaften schließen gemeinsam eine Police ab.

Versicherungsschutz überprüfen: Die private Haftpflichtversicherung kann das Grundbesitzrisiko auch bei Vermietung abdecken – prüfen Sie das vor Vertragsabschluss.

Umfang: Die Versicherungssumme sollte mindestens 3 Millionen Euro ausmachen – Schäden durch Baumaßnahmen sollten – wie auch eine Photovoltaikanlage – mitversichert sein.

Wichtiger Schutz für Vermieter und Eigentümer

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht empfiehlt sich für:

  • Eigentümer von Mehrfamilienhäusern
  • Vermieter von Einfamilienhäusern
  • Eigentümer von unbebauten Grundstücken
  • Eigentümergemeinschaften

Vermieterhaftpflicht: Jetzt absichern

Diese Schäden sichert die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ab

Sämtliche Schäden, die auf einem Grundstück passieren, sind durch die Versicherung abgedeckt. Kippt ein Baum im Sturm um und stürzt auf ein Auto, ist dies ein Sachschaden, der den Grundstückseigentümer nicht in den Ruin treiben wird. Anders kann es aber bei Personenschäden aussehen. Stürzt zum Beispiel der Postbote im Winter auf dem Gehweg so unglücklich, dass er einen dauerhaften Schaden davonträgt und nicht mehr arbeiten kann, muss der Eigentümer eine lebenslange Rente und Schmerzensgeld zahlen. Selbst wenn Personen durch ihre eigene Unachtsamkeit zu Schaden kommen, haftet der Grundstücksbesitzer.

Achtung: Bei selbst bewohnten Einfamilienhäusern greift im Schadensfall in der Regel die private Haftpflichtversicherung. Lebt der Eigentümer selbst im Haus, ist der Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht überflüssig. Nur für den Fall, dass Sie Grundstück und Immobilie vermietet haben, übernimmt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht im berechtigten Schadenfall die finanziellen Forderungen bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme. Nicht relevant ist, ob sich ein Schaden auf einem unbebauten oder einem bebauten Grundstück ereignet.

Diese Leistungen bietet die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Als passiver Rechtsschutz prüft sie, ob die Forderungen Dritter gerechtfertigt sind. Kommt trotz Einhaltung aller Auflagen seitens des Besitzers ein Dritter zu Schaden, kontrolliert der Versicherer, wer für den Schaden verantwortlich ist. Einen unberechtigten Anspruch wehrt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ab. Notfalls auch mit dem Gang vor Gericht.

Sind die finanziellen Forderungen und Schadensersatzansprüche gerechtfertigt, übernimmt sie die Versicherung komplett – oder mindestens bis zur vertraglich vereinbarten Versicherungssumme. Versicherungsnehmer können neben natürlichen auch juristische Personen sein.

Die richtige Versicherungssumme wählen

Bei den meisten Anbietern variieren die Versicherungssummen zwischen einer Million und zehn Millionen Euro. Experten raten – frei nach dem Motto „Mehr bringt mehr“ – zu einer Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro. Die Unterschiede bestehen hier bei Absicherungsbeträgen und Leistungen. Eine höhere Versicherungssumme macht nicht zwingend einen höheren Beitrag aus. Ein Vergleich der Anbieter ist quasi Pflicht! Lassen Sie sich unbedingt mehrere Angebote machen, und vergleichen Sie mit unseren Rechnern.

Wichtig für Vermieter: Die Beiträge der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sind umlagefähig. Das bedeutet, dass der Eigentümer die Versicherungsbeiträge über die Nebenkostenabrechnung auf den bzw. die Mieter umlegen kann. Als Vermieter sollten Sie daher dringend prüfen, ob sich eine Selbstbeteiligung lohnt.

Umfang des Versicherungsschutzes

Eingeschlossen sind alle Gebäude, Nebengebäude und das komplette Grundstück. Dazu gehören der Baumbestand, Hecken und andere Bepflanzungen. Auch Teiche oder Brunnen sind inbegriffen. Wenn nötig, kann man zusätzlich Arbeitsmaschinen – wie Schneefräse oder Rasenmäher – absichern. Extra angeben und aufnehmen sollten Sie die Photovoltaikanlage.

Bewohnt man selbst das eigene Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte, kann man auf den Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht verzichten. Stürzt durch zu viel Schneelast ein Baum auf ein vor dem Grundstück geparktes Auto, greift die private Haftpflichtversicherung des Eigentümers. Diese sollten Sie allerdings als absolutes Muss ansehen und unbedingt abschließen.

Empfehlung für Eigentümergemeinschaften

Hausverwaltungen empfehlen Eigentümergemeinschaften den Abschluss einer gemeinsamen Police. In diesem Falle ist die Wohnungseigentümergemeinschaft als unnatürliche Person der Versicherungsnehmer. Die Beiträge werden geteilt und mit dem Hausgeld eingezogen. Ereignet sich ein Unfall in Gemeinschaftsräumen – wie Waschküche oder Fahrradkeller – trägt die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht die finanziellen Folgekosten.

Andernfalls müssten diese durch die Eigentümer getragen werden. Auch Unfälle auf dem Gehweg, im Hof oder im Treppenhaus sind durch diese Versicherung abgedeckt. Ein Hausmeister, Reinigungspersonal, Gärtner oder andere Personen, die im Auftrag der Besitzer arbeiten, sind im Versicherungsschutz mit eingeschlossen.