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Krankenkassenbeitrag: So viel kostet die Krankenversicherung

Das Einkommen und die berufliche Situation entscheiden, wie viel jeder an Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Für Familien ist die gesetzliche Absicherung besonders günstig. So setzt sich der Beitrag zusammen: Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist abhängig von der Höhe des Einkommens. Arbeitnehmer, die weniger als 60.750 Euro im Jahr brutto verdienen (Versicherungspflichtgrenze 2019) sind pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung und zahlen einen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Der Beitrag wird auf das Bruttoeinkommen erhoben. Wer mehr verdient, kann die freiwillige Versicherung der GKV wählen oder in die private Krankenversicherung wechseln.

Zusätzlich kann die Kasse einen Zusatzbeitrag erheben, der sich ebenfalls am Bruttoeinkommen bemisst. Der Zusatzbeitrag variiert von Kasse zu Kasse, im Jahr 2019 liegt er im Durchschnitt bei 0,9 Prozent. Manche Kassen verlangen aber deutlich weniger oder auch deutlich mehr. Allgemeiner Beitragssatz plus Zusatzbeitrag macht also den Gesamtbeitrag aus, an dem sich der Arbeitgeber zur Hälfte beteiligt. Zum Einkommen zählen das Arbeitsentgelt, das Urlaubs- und das Weihnachtsgeld, Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Einnahmen aus Betriebsrenten oder Direktversicherungen, alle Arten von Renten, Pensionen und Beamtenbezüge sowie Sachbezüge.

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Beitragsbemessungsgrenze: Vorteil für Vielverdiener

Versicherte müssen jedoch nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen, denn es gilt die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze: Nur bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 54.450 Euro (2019) werden die Beiträge berechnet. Alles was darüber liegt an Einkommen, bleibt beitragsfrei. So beträgt der maximale Beitrag in der GKV 7.949,70 Euro im Jahr, 662,48 Euro im Monat, inklusive Arbeitgeberanteil. Der Arbeitnehmeranteil beträgt demnach 331,24 Euro im Monat, plus Zusatzbeitrag. Während Arbeitnehmer bis zu einem Jahresbruttoeinkommen von 60.750 Euro, Rentner, Auszubildende und Empfänger von Arbeitslosengeld zu den Pflichtversicherten in der GKV zählen, können sich hauptberuflich Selbstständige und freiberuflich Erwerbstätige freiwillig versichern, auch Studenten und Beamte. Sie bezahlen nur einen ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent plus Zusatzbeitrag. Auch bei freiwillig Versicherten gilt die Beitragsbemessungsgrenze.

Allgemeiner und ermäßigter Beitragssatz – was ist der Unterschied?

Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent gilt für alle, die im Krankheitsfall einen Anspruch auf Krankengeld haben. Das gilt in der Regel für Arbeitnehmer, aber auch für Rentner. Wer keinen Anspruch auf Krankengeld hat, zahlt nur den ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent. Er gilt für Selbstständige, Hausfrauen und Hausmänner, Erwerbslose und Studenten ab 30 Jahren. Hauptberuflich Selbstständige können jedoch den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent bezahlen und so einen Krankengeldanspruch erwerben.

Das zählt alles zum Einkommen

  • Bei freiwillig Versicherten ist ebenfalls das Einkommen für die Beitragshöhe maßgeblich. Zum Einkommen zählen sämtliche Einnahmen zum Lebensunterhalt: Neben den Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit sind das Unterhaltszahlungen von getrennten Lebenspartnern, Renten, Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten oder Direktversicherungen, Pensionen, Beamtenbezüge, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Einnahmen aus Kapitalvermögen wie Zinsen oder Dividenden.
  • Nicht dazu zählen Mutterschafts-, Eltern-, Wohn- oder Kindergeld. Einige Ausgaben lassen sich als Betriebsausgaben wiederum vom Gesamtbruttoeinkommen abziehen, zum Beispiel Personalkosten, Abschreibungen für Abnutzung und Substanzverminderung (AfA), Aufwendungen für Betriebsräume, Beiträge zu Berufsverbänden.
  • Für hauptberuflich Selbstständige gilt eine Mindesteinkommensgrenze. Sie liegt bei 1.038,33 Euro im Monat (2019).
  • Freiwillig Versicherte weisen ihr Einkommen in der Regel durch ihren Steuerbescheid nach. Freiwilligversicherte Arbeitnehmer müssen dies jedoch nicht tun.

So viel zahlen Familien in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung ermöglicht die Familienversicherung: Der Hauptverdiener in der Familie zahlt einen Beitrag, Ehepartner und Kinder sind kostenfrei mitversichert. Diese Regelung gilt für leibliche Kinder, aber auch für Adoptiv-, Stief- und Enkelkinder, soweit sie überwiegend vom versicherten Mitglied versorgt werden, und auch für Pflegekinder. Voraussetzung für die Familienversicherung ist, dass der mitversicherte Ehepartner nicht mehr als 445 Euro im Monat (2019) verdient. Übt er einen Minijob aus, gilt die Grenze von 450 Euro.

Zudem darf der mitversicherte Ehepartner nicht hauptberuflich selbstständig tätig, nicht bei einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung versichert oder aber von der Versicherungspflicht befreit sein. Diese Regelungen gelten auch für eingetragene Lebenspartnerschaften. Nichtverheiratete Paare können jedoch nicht von der Familienversicherung profitieren. Die Familienversicherung erfolgt bei der Krankenkasse des Ehepartners, der das höhere Einkommen verdient. Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen muss nur einmal bezahlt werden.

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So viel zahlen Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung

Wie viel Rentner in der GKV bezahlen, hängt von ihrem Versicherungsstatus ab. Wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 90 Prozent gesetzlich versichert war – egal ob pflichtversichert, freiwillig versichert oder familienversichert – zahlt den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag. Auch diese Beiträge werden geteilt: Der Rentenversicherungsträger übernimmt die Hälfte, die im Berufsleben der Arbeitgeber getragen hat. Die Beiträge werden auf die gesetzliche Rente berechnet.

Hat ein Rentner noch andere Bezüge außer seiner gesetzlichen Rente, etwa eine Betriebsrente oder Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, sind auch darauf die Beiträge zu entrichten. Diese Beiträge muss der Rentner jedoch alleine bezahlen, der Rentenversicherungsträger beteiligt sich nicht daran. Auf Einnahmen aus Zinsen und Dividenden, Mieten und privaten Renten müssen langjährig in der GKV versicherte Rentner – zu 90 Prozent in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens Mitglied in der GKV – keine Beiträge entrichten. Rentner, die die oben genannte Vorversicherungszeit nicht erfüllen, gelten als freiwillig versichert und müssen durchaus auf solche Einnahmen Beiträge entrichten. Doch auch für Rentner gilt immer die Beitragsbemessungsgrenze.

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