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Krankentagegeldversicherung: Einkommen bei längerer Krankheit absichern

Wer langfristig krank wird, muss mit einem massiven Gehaltsausfall rechnen. Sechs Wochen lang zahlt der Arbeitgeber bei Krankheit zwar das Gehalt weiter, aber danach gibt es „nur“ noch das Krankengeld der Krankenkasse. Für höchstens 78 Wochen zahlt sie Krankengeld. Und Sie müssen gerade als Gutverdiener mit Einbußen rechnen. Bei 8.000 Euro Bruttogehalt und 4.500 Euro Nettogehalt bekommen Sie gerade einmal 91 Euro pro Tag von der gesetzlichen Krankenversicherung ausgezahlt: eine Gehaltseinbuße von 40 Prozent.

Und bei 3.500 Euro Bruttogehalt und 2.200 Euro Nettogehalt erhalten Sie lediglich 58 Euro pro Tag – ein Einbuße von rund 20 Prozent. Die Lücke wird noch größer, weil die Krankengelder zusätzlich noch dem Progressionsvorbehalt unterliegen, indirekt also mit anderen Einkünften – bei zusammenveranlagten Paaren auch des Partners – zusammen versteuert werden.

Krankentagegeld: Einkommensausfall absichern

Krankentagegeld privat absichern

Mit einer privaten Krankentagegeldversicherung lässt sich die Lücke schließen – und zwar ganz einfach, indem Sie den Fehlbetrag zusätzlich versichern. Sie legen selbst fest, bis zu welcher Höhe Sie den Tagessatz absichern möchten. Und Sie entscheiden auch darüber, welche Karenzzeit vereinbart wird – damit legen Sie fest, ob die private Versicherung bereits ab dem 43. Tag leistet, wenn die Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber ausläuft und zu einem späteren Zeitpunkt Zahlungen an Sie fällig werden.

Am besten ist, man nimmt sich etwas Zeit und macht eine Aufstellung der monatlichen Ausgaben. Hat man etwas Spielraum, muss man nicht das komplette Nettoeinkommen abdecken. Denn die Höhe der privaten Krankentagegeld-Zusatzversicherung wirkt sich selbstverständlich auch auf den Beitrag aus: je höher die Absicherung, desto höher der Beitrag.

Krankentagegeld und Selbstständige

Eine Krankentagegeldversicherung ist für Freiberufler und Selbstständige existenziell, da sie weder Krankengeld noch gesetzliche Lohnfortzahlung erhalten. Haben sie eine private Krankenversicherung, sollten sie prüfen, inwiefern und wie viel Krankentagegeld gezahlt wird. Anders als bei Arbeitnehmern mit einer gesetzlich verankerten Lohnfortzahlung entscheiden Unternehmer selbst, ob sie bereits vom ersten Tag an Leistungen der Krankentagegeldversicherung beziehen oder die Karenzzeit verlängern wollen – und zum Beispiel ab dem 15., 22. oder 43. Tag Krankentagegeld beziehen.

Leistungsspektrum genau vergleichen

Die Höhe der versicherten Leistung ist nur EIN beitragsbildendes Merkmal – die Qualität der Tarife bestimmt ebenfalls die Beitragshöhe entscheidend mit. Auf diese Merkmale lohnt es sich zu achten:

Nachversicherung: Die Leistungen der Krankentagegeldversicherung sollten mit der Einkommensentwicklung Schritt halten. Möglich macht das eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung, sodass der Schutz angepasst werden kann. Achten Sie aber auf mögliche Höchstbeträge, die auch mit Nachversicherungen nicht überschritten werden können.

Leistungen in der Reha: Ihre Krankentagegeldversicherung sollte auch während einer Reha zahlen – und zwar ohne Einschränkungen auf Reha-Behandlungen, die sich direkt an Krankenhausaufenthalte anschließen. Auch sollte die Zusage der Zahlung nicht von der Genehmigung des Versicherers abhängen, sondern vertraglich verbindlich fixiert sein.

Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht: Eine gute Krankentagegeldversicherung sollte auf ihr gesetzliches Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren Vertragslaufzeit grundsätzlich verzichten. Damit gibt es für den Versicherer keine Hintertür, durch die Sie aus ihrem Vertrag geworfen werden können, wenn Sie häufiger arbeitslos werden.

Verzicht auf Alkoholklausel: Die Krankentagegeldversicherung sollte auch zahlen, wenn Sie durch Krankheiten oder Unfälle arbeitsunfähig werden, die durch Alkoholgenuss verursacht wurden.

Mehrere identische Erkrankungen: Wenn Sie immer wieder aufgrund derselben Erkrankung arbeitsunfähig sind, sollten diese Erkrankungen als eine Krankheit zählen, damit die Karenzzeit nicht jedes Mal von Neuem zu laufen beginnt. Das wird vor allem bei Selbstständigen relevant, die keine Lohnfortzahlung erhalten.

Übergang zur Berufsunfähigkeitsversicherung beachten

Grundsätzlich zahlt eine Krankentagegeldversicherung unbegrenzt lange. Wenn allerdings keine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit mehr besteht, sondern Sie voraussichtlich dauerhaft nicht arbeiten können, endet das Krankentagegeld, und Sie müssten Leistungen von der Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen. Sind Sie berufsunfähig, sollte die Krankentagegeldversicherung noch für drei weitere Monate zahlen, einige Anbieter leisten sogar noch länger. So gewinnen Sie Zeit, um eine Rente von der Berufsunfähigkeitsversicherung zu beantragen.

Gesundheitsprüfung erforderlich

Bei einer Krankentagegeldversicherung gibt es – wie bei jeder privaten Krankenzusatzversicherung – eine Gesundheitsprüfung, die recht umfassend ist. Gerade für Arbeitnehmer mit einem geringeren Absicherungsbedarf von unter 20 Euro gibt es aber immer wieder Aktionen, die eine vereinfachte Gesundheitsprüfung vorsehen.

So besteht die Möglichkeit, auch mit Vorerkrankungen an den Schutz zu kommen. Meist muss nur eine Frage zum Gesundheitszustand beantwortet werden – außerdem müssen Angaben zur Größe und zum Gewicht gemacht werden.

Leistungen der Krankentagegeldversicherung sind steuerfrei!

Leistungen aus einer privaten Krankentagegeldversicherung sind komplett steuer- und abgabenfrei. Das gilt für Arbeitnehmer und Selbstständige genauso wie für privat und gesetzlich Versicherte!