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Krankenzusatzversicherung: Wo ist die zusätzliche Absicherung sinnvoll?

Die gesetzliche Krankenversicherung hat im Laufe der Jahre viele Leistungen in der Gesundheitsvorsorge gestrichen. Das heißt für die Versicherten von AOK, Barmer, BKK und Co.: Entweder müssen sie für Wunschbehandlungen außerhalb des Leistungskataloges der GKV selbst zahlen und die Kosten privat abrechnen, oder sie schließen eine private Krankenzusatzversicherung ab, die die Mehrkosten ganz oder teilweise erstattet.

Welche Krankenzusatzversicherung wirklich sinnvoll ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt zum Beispiel viele, die der konventionellen Medizin kritisch gegenüberstehen und lieber zum Heilpraktiker gehen. Die Kosten tragen die Kassen ganz oft nicht. Zusatzversicherungen mit Heilpraktikerleistungen erstatten dagegen die Kosten. Stationäre Tarife springen ein, wenn Sie im Krankenhaus eine bessere Versorgung und Unterbringung wünschen. Und Zahnzusatzversicherungen erstatten neben den hohen Kosten für Zahnersatz auch die Aufwendungen für Prophylaxe oder Zahnbehandlungen.

Zugleich gibt es bei den privaten Zusatzversicherungen die Möglichkeit, die gewünschten Leistungen in einem Paket zu kombinieren, um eine individuelle Gesundheitsvorsorge mit einer umfassenden Krankenzusatzversicherung zu ermöglichen.

Individuelle Gesundheitsvorsorge zusammenstellen

Zahnzusatzversicherung

Bei der zahnmedizinischen Versorgung haben die gesetzlichen Kassen am meisten den Rotstift angesetzt. Das gilt für den Zahnersatz genauso wie für viele andere Behandlungen, die regelmäßig anfallen. So kostet eine professionelle Zahnreinigung allein schon 60 bis 100 Euro. Kunststofffüllungen gehen genauso ins Geld wie Wurzel- oder Parodontose-Behandlungen, die die gesetzlichen Kassen nicht mehr übernehmen. Besonders teuer wird es jedoch, wenn Zahnersatz ansteht, weil die gesetzliche Versicherung davon nur einen kleinen Teil übernimmt.

Eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung trägt die Kosten für Zahnersatz und Zahnbehandlungen ebenso wie für Prophylaxe-Maßnahmen und kieferorthopädische Behandlungen bis zu 100 Prozent, sodass bei Ihnen kein Eigenanteil verbleibt. Die Zahnzusatzversicherung sollte allerdings frühzeitig abgeschlossen werden, denn wenn der Zahnarzt erst einmal Maßnahmen angeraten oder Krankheiten festgestellt hat, besteht dafür jedenfalls kein Schutz mehr.

Heilpraktikerversicherung

Viele Menschen entscheiden sich heute für eine naturheilkundliche Behandlung durch einen Heilpraktiker oder einen Arzt für Naturheilverfahren. Die Behandlungen sind vor allem darauf ausgerichtet, die individuellen Ordnungs- und Heilkräfte des Körpers anzuregen und zu aktivieren. Unter anderem zählen Akupunktur, Chiropraktik, Homöopathie und Osteopathie zu den Naturheilverfahren.

In der Regel übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten für alternativmedizinische Leistungen nicht – und wenn doch, dann nur in einem sehr engen Rahmen. Wenn Sie Wert auf naturheilkundliche Behandlungen legen, ist der Abschluss einer Zusatzversicherung für Heilpraktikerleistungen sinnvoll. Die Tarife ersetzen Heilpraktikerleistungen und Kosten für alternative Behandlungen meist bis zu einem bestimmten jährlichen Betrag auf Basis der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) sowie des Hufelandverzeichnisses.

Krankenhauszusatzversicherung

Der wichtigste Baustein beim Abschluss einer Krankenhauszusatzversicherung ist die Chefarztbehandlung, also die Wahl des Behandlers bei einer geplanten medizinischen Maßnahme. Im Zusammenspiel mit einer mitversicherten freien Krankenhauswahl haben Sie freie Wahl, wenn Sie ins Krankenhaus müssen. Zusätzlich haben Sie dann die Möglichkeit, die Komfort-Unterbringung in einem Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer zu versichern.

Wichtig ist daneben auch die Mitversicherung ambulanter Operationen, für die keine stationäre Aufnahme vorgesehen ist – auch in diesem Fall sollte die Chefarztbehandlung mitversichert sein. Beim Abschluss einer Police sollten Sie zudem darauf achten, dass die Police Arztbehandlungen über den 3,5-fachen Satz hinaus bezahlt und der Versicherer auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichtet und Sie somit nicht aus dem Vertrag raussetzen kann.

Krankentagegeldversicherung

Wer als Berufstätiger gut verdient und gesetzlich krankenversichert ist, für den ist das gesetzliche Krankengeld oft zu knapp, erst recht dann, wenn Kinder da sind und viel Geld Monat für Monat für Miete oder eine Baufinanzierung zu stemmen ist. Denn wer länger krank ist, bekommt vom Arbeitgeber sechs Wochen sein Gehalt weiter, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Dies bekommt man wegen derselben Krankheit von der gesetzlichen Krankenkasse längstens für 78 Wochen innerhalb einer Blockfrist von drei Jahren. Die Höhe beträgt 70 Prozent des beitragspflichtigen Arbeitseinkommens, jedoch höchstens 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts. Mit einem Krankentagegeld sollte man diese Differenz zum normalen Nettogehalt ausgleichen.

Die Police zahlt ein Krankengeld in der Regel für einen unbefristeten Zeitraum im Krankheitsfall. Der Versicherte erhält einen vereinbarten Tagessatz. Dieser darf in der Summe mit dem gesetzlichen Anspruch maximal der Höhe des monatlichen Nettoeinkommens entsprechen. Arbeitnehmer können ab der siebten Krankheitswoche ein Tagegeld absichern, vorher sind sie durch die Lohnfortzahlungen ihres Arbeitgebers abgesichert. Gute Verträge gestatten dem Versicherten eine nachträgliche Anpassung der Höhe des Krankengeldes ohne erneute Gesundheitsprüfung und Wartezeit bei Einkommenssteigerungen. Wichtig sind auch Leistungen bei Rückfallerkrankungen und wiederholter Arbeitsunfähigkeit ohne Wartezeit.

Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist eindeutig die wichtigste der ambulanten Zusatzversicherungen. Sie gewährt medizinische Notversorgung im Ausland und den medizinisch notwendigen oder sinnvollen Rücktransport ins Heimatland. Das ist essenziell. Denn auch wenn die gesetzliche Krankenkasse in EU-Ländern leistet – der Rücktransport in die Heimat ist nie gedeckt. Und außerhalb der EU kommt die gesetzliche Krankenkasse gar nicht für Kosten auf. Eine ambulante Zusatzversicherung für den Auslandsaufenthalt schließt gleich die ganze Familie ein.

Manche Tarife enthalten auch sogenannte Assistanceleistungen, die besonders für Familien interessant sein können. Sie gewähren dann zusätzliche Serviceleistungen – beispielsweise einen Übersetzungsdienst im Ausland. Müssen Kinder in die Heimat transportiert werden, decken manche Policen auch die Reisekosten für den begleitenden Elternteil.