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Pflegekostenversicherung: Pflegekosten umfassend absichern

Die Pflegekostenversicherung ist als reine Risikoversicherung aufgebaut – tatsächlich anfallende Kosten werden versichert, es wird kein Kapital aufgebaut, und es steht auch in der Regel kein Geld wie bei der Tagegeldversicherung zur freien Verfügung.

Pflegekostentarife sind für Sie damit vor allem dann die richtige Wahl, wenn eine stationäre oder professionelle ambulante Pflege gewünscht wird und die dadurch entstehenden Kosten nachweisbar und belegbar sind.

Pflegekosten zuverlässig absichern

Pflegekostenversicherung: Darauf kommt es an

Pflegekostenversicherungen unterscheiden sich qualitativ und im Leistungsspektrum erheblich. Sie finden hier die wichtigsten Leistungsmerkmale zum Vergleich zusammengefasst.

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Ähnlich wie bei der Pflegetagegeldversicherung sollte auch bei der Pflegekostenversicherung klar geregelt sein, nach welchen Kriterien die Pflegebedürftigkeit bestimmt wird. Eindeutig ist die Einstufung in Übereinstimmung mit der Entscheidung der sozialen Pflegepflichtversicherung – die dort festgelegten Pflegegrade werden auch in der Pflegekostenversicherung anerkannt.

Eine Einstufung nach ADL-Kriterien (Aktivitäten des täglichen Lebens) ist dann als ergänzendes Kriterium nicht mehr notwendig und als alleiniges Entscheidungsmerkmal auch eher dazu geeignet, Konflikte zwischen Versichertem und Versicherer zu provozieren.

Warte- und Karenzzeiten

Pflegekosten sind in der Regel Akut-Kosten, entstehen also ohne größeren Vorlauf: Verzichtet die Pflegekostenversicherung nicht auf die Einhaltung von Wartezeiten bzw. Karenzzeiten, droht wie bei allen Pflegezusatzversicherungen zu Beginn der Pflegebedürftigkeit eine finanzielle Lücke, die Sie aus eigenen Mitteln füllen müssen. Da gleichzeitig die Beitragsersparnis bei der Vereinbarung solcher Karenzzeiten gering ist, sollte darauf verzichtet werden.

Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht

Sie sind wie bei der Pflegetagegeldversicherung auch bei der Kostenversicherung besser gestellt, wenn die private Pflegeversicherung auf ihr ordentliches Kündigungsrecht verzichtet – damit kann der Versicherer den Vertrag nicht mehr einseitig beenden.

Ausreichende Absicherung in allen Pflegegraden?

Die Pflegekostenversicherungen sehen in allen Pflegegraden sowie in der ambulanten und stationären Pflege Höchstsätze vor, bis zu denen die Kosten übernommen werden. Diese Höchstsätze schwanken zum Teil deutlich von Anbieter zu Anbieter: Leistungsstarke Tarife tragen die stationären Kosten bis zu der Höhe, die auch die gesetzliche Pflegepflichtversicherung übernimmt – verdoppeln also die Leistungen der Pflegepflichtversicherung. Andere erstatteten lediglich einen Teil der Zusatzkosten. Die Qualität der Pflegekostenversicherung hängt maßgeblich davon ab, bis zu welcher Höhe mögliche Kosten zusätzlich zu den Leistungen der Pflegepflichtversicherung erstattet werden.

Was erstattet die Pflegekostenversicherung?

Die Pflegekostenversicherung erstattet tatsächlich angefallene Pflegekosten, die nachgewiesen werden müssen. Dazu gehören vor allem Kosten für

  • ambulante Pflege
  • stationäre Pflege
  • Fahrtkosten bei teilstationärer Pflege
  • Hilfsmittel.

Einige wenige Tarife sehen aber auch Leistungen für die Unterbringung und Verpflegung vor, die ja in nicht unerheblicher Höhe Ihr Budget belasten. Deshalb ist es sinnvoll, auch solche Tarife mit in die Überlegungen einzubeziehen.

Die Pflegekostenversicherungen kennen zwei Leistungsmodelle: Entweder wird auf Basis der Leistungen der Pflichtversicherung deren Leistung aufgestockt – meist um 100 Prozent, also eine Verdoppelung. Oder die Differenz zwischen den gesetzlichen Pflegeleistungen und den tatsächlichen Pflegekosten wird übernommen – Ihr Vorteil bei einer vollen Kostenübernahme: Es verbleibt kein Kostenrisiko bei Ihnen.

Beitragsbefreiung mitversichern

Sieht die Pflegekostenversicherung keine Beitragsbefreiung vor, müssen Sie bei Eintritt einer Pflegebedürftigkeit den Beitrag weiterhin zahlen – eine Belastung, die in einer ohnehin angespannten Situation vermeidbar ist.

Achten Sie deshalb darauf, dass eine Beitragsbefreiung im Leistungsfall vereinbart wird. Damit werden Sie im Leistungsfall nicht mit zusätzlichen Kosten belastet.

Ersatzpflegegeld

Manche Tarife sehen vor, dass bei einem Verzicht auf die Kostenerstattung ein Pflegegeld zur freien Verfügung gezahlt wird. Damit eröffnet die Pflegekostenversicherung die Möglichkeit, auch die Laienpflege zu unterstützen. Voraussetzung ist in aller Regel, dass Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bewilligt werden – achten Sie dann auf die Höhe der Erstattungen in den einzelnen Pflegegraden.

Pflegespezifische Hilfsmittel

Ein guter Pflegekostentarif steht bei der Erstattung auch für die Kosten von Hilfsmitteln ein – und zwar bei der Neuanschaffung genauso wie bei der Reparatur. Die Leistungen sind aber summenmäßig meist begrenzt.

Möglich sind auch Zuschüsse, wenn durch die Pflegebedürftigkeit sogenannte Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes erforderlich sind, etwa der Umbau wegen körperlicher Einschränkungen.

Pflegekostenversicherung: Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Die Pflegekostenversicherung ist als Pflegezusatzversicherung sinnvoll, wenn die tatsächlichen Kosten voll abgesichert sind.
  • Der Umfang des Schutzes ist individuell wählbar.
  • Steigende Kosten sind abgedeckt.

Nachteile

  • Die Mittel sind an Pflegeaufwand gebunden.
  • Es besteht keine freie Verfügbarkeit.
  • Die Beiträge können steigen.
  • Es handelt sich um einen Risikovertrag ohne Kapitalaufbau – eine Rückzahlung der Beiträge ist ausgeschlossen.