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Pflegerentenversicherung: Kapitalaufbau für den Fall der Fälle

Bei einer Pflegerentenversicherung legen Sie einen Monatsbeitrag fest, den Sie in die Pflegerentenversicherung einzahlen wollen. Auf Basis der geleisteten Beiträge wird von der Pflegerentenversicherung später eine lebenslange steuerfreie Rente bezahlt, wenn der Versicherte pflegebedürftig wird.

Die Höhe der Leistungen aus dieser Art der Pflegezusatzversicherung richtet sich ausschließlich nach dem Pflegegrad, also nach dem Grad des Pflegebedarfs, und nicht danach, ob die Pflege stationär oder ambulant geleistet wird und wer sie vornimmt.

Pflegerentenversicherung: Kapital aufbauen für den Pflegefall

Pflegerente: Das Leistungsversprechen auf dem Prüfstand

Anders als beim fixen Tagesgeldsatz der Pflegetagegeldversicherung sind die Leistungen der Pflegerentenversicherung nicht voll garantiert – die tatsächlich ausgezahlte Rente hängt von den Überschüssen ab, die die Pflegerentenversicherung erwirtschaftet. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Beiträge bei einer Pflegerentenversicherung dauerhaft garantiert sind – bei Pflegetagegeld- und Pflegekostenversicherungen dagegen können die Beiträge in der Regel im Laufe der Jahre auch stark ansteigen. Bei Pflegerentenversicherungen besteht zudem die Möglichkeit, sich auch im Alter durch Einmalzahlungen kurzfristig eine finanzielle Unterstützung für den Pflegefall zu sichern. Die Pflegerente gilt dennoch durch die Verbindung von Risikovorsorge und Sparvertrag als sehr teure Vorsorgelösung.

Beispiel
Ein heute 50-Jähriger möchte 1.500 Euro Pflegerente für den Fall absichern, dass er in Pflegegrad 5 pflegebedürftig wird und in den Pflegegraden 2 bis 4 wenigstens Teilleistungen von mindestens 25 Prozent erhält. Je nach Anbieter zahlt er dafür 130 bis 180 Euro monatlich – und zwar zum Teil lebenslang, zum Teil bis zum 85. Geburtstag. Bei den Pflegetagegeld-Tarifen wäre hingegen eine Absicherung ab ca. 50 Euro monatlich möglich.

Im Gegenzug bauen die Tarife Rückstellungen auf, die im Alter die Leistung erhöhen können und die bei einer Kündigung dazu führen, dass Sie den Rückkaufswert erhalten, während Sie bei Pflegetagegeldern leer ausgehen, da die als reine Risikotarife ohne Rückstellungen kalkuliert sind.

Leistungsmerkmale im Fokus behalten

Wer sich für eine Pflegerente entscheidet, sollte die Leistungsmerkmale genau unter die Lupe nehmen, damit die Absicherung als Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist. Wichtig sind u.a. die folgenden Punkte:

Feststellung der Pflegebedürftigkeit

In den Bedingungen der Pflegerentenversicherung wird festgelegt, nach welchen Kriterien die Pflegebedürftigkeit bestimmt wird: Alternativ zu den Feststellungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung als Basis kann auch ein sogenannter ADL-Kriterienkatalog herangezogen werden. Als Ergänzung kann das sinnvoll sein, alleiniges Kriterium sollte es nicht sein, damit es bei der privaten Vorsorge nicht zu einer anderen Entscheidung über die Feststellung der Pflegebedürftigkeit kommen kann.

Verkürzter Prognosezeitraum

Sie sind pflegebedürftig, wenn Sie dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Die heutigen Pflegerentenversicherungen setzen dabei standardmäßig auf einen verkürzten Prognosezeitraum von sechs Monaten – für diese Zeitspanne muss die Pflegebedürftigkeit prognostiziert werden, damit Sie die Pflegerente erhalten.

Rückwirkende Leistung

Wird eine Pflegebedürftigkeit – was der Normalfall ist – der Pflegerentenversicherung erst später gemeldet, sollte die Auszahlung der Leistungen möglichst rückwirkend erfolgen.

Anpassungsmöglichkeiten

Bei der Pflegerentenversicherung sollte – wie bei der Pflegetagegeldversicherung auch – die Möglichkeit bestehen, die versicherten Renten anzupassen, entweder über Dynamik-Regelungen mit regelmäßigen Anpassungen – am besten auch im Leistungsfall – oder über Nachversicherungsgarantien, die eine einmalige Anpassung in bestimmten Lebenssituationen ermöglichen.

Pflegerentenversicherung: Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Es besteht eine feste Leistungszusage.
  • Überschüsse erhöhen die Risikoleistung.
  • Geldmittel stehen zur freien Verfügung.

Nachteile

  • Die Versicherung ist oft sehr teuer – Kosten im Blick behalten!
  • Die endgültige Leistung steht nicht vorab fest.
  • Eine gestaffelte Leistung je nach Pflegegrad ist möglich.