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Private Krankenversicherung: Wechsel in die medizinische Top-Versorgung

Die private Krankenversicherung bietet in vielen Tarifen eine wirklich exzellente medizinische Vorsorge – bei gleichzeitig – vor allem für jüngere Menschen – deutlich günstigeren Beiträgen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nicht jeder hat allerdings die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Der Gesetzgeber hat hier klare Vorgaben gemacht. Arbeitnehmer, deren Entgelt die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, sind nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Sie können in die private Krankenversicherung wechseln. 2019 liegt diese Versicherungspflichtgrenze bei 60.750 Euro brutto im Jahr, also 5.062,50 Euro im Monat.

Selbstständige und Freiberufler sind in der Regel ohnehin nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Und für Beamte lohnt sich die private Krankenversicherung (PKV) sowieso. Denn der Staat – Bund, Länder oder Kommunen – zahlt zwischen 50 und 80 Prozent der Krankheitskosten über die sogenannte Beihilfe. So muss der Patient nur die Restkosten absichern, um gute Leistungen zu erhalten. Für ihn ist deshalb eine private Krankenversicherung besonders günstig, weil er nur eine teilweise Absicherung benötigt.

Inhalt

➤ Leistungsstarker Schutz: Individuelle Absicherung statt Einheitsschutz in den Bereichen ambulant, stationär, Zahnschutz und Heil- sowie Hilfsmittel.

➤ Selbstbeteiligung: Beiträge dauerhaft niedrige halten.

➤ Einkommensausfall: Bei Krankheit Tagegeldanspruch sichern.

Wie funktioniert die private Krankenversicherung (PKV)?

Die private Krankenversicherung unterscheidet sich vom System der gesetzlichen Kassen deutlich. Das sind die wichtigsten Merkmale:

  • Individuelle Beitragsberechnung: Jedes PKV-Mitglied bezahlt einen Beitrag, der sich an den versicherten Leistungen orientiert.
  • Gesundheitsprüfung: Mit Ausnahme des Basistarifs müssen Antragsteller vor dem Abschluss der PKV eine Gesundheitsprüfung absolvieren.
  • Es gibt keine Familienversicherung, jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag.
  • Sie treten beim Arzt als Selbstzahler in Vorkasse und erhalten die Kosten von der privaten Krankenversicherung erstattet.
  • Sie haben als PKV-Versicherter in der Regel die freie Wahl zwischen allen Behandlern, Therapeuten und Krankenhäusern.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Wo ist die private Krankenversicherung (PKV) leistungsstärker?

Einen Vorteil genießen Privatversicherte in allen Bereichen gegenüber gesetzlich Versicherten: Was die private Krankenversicherung vertraglich zugesichert hat, bleibt bis ans Lebensende erhalten. Im gesetzlichen Krankenkassensystem können Leistungen dagegen jederzeit gestrichen werden, was auch in der Vergangenheit oft geschehen ist. Wir haben die wichtigsten Bereiche zusammengefasst, in denen die private Krankenversicherung mehr leistet.

Stationärer Bereich

Privatpatient zu sein hat seine Vorzüge. Das zeigt sich am auffälligsten im stationären Bereich. Hier punkten die freie Krankenhauswahl sowie die Möglichkeit, sich vom Chefarzt behandeln zu lassen und im Einbettzimmer zu liegen, eindeutig gegenüber dem gesetzlichen Leistungsspektrum. So kann man sich als Privatversicherter entweder in einer reinen Privatklinik behandeln lassen oder sich auch in eine 400 Kilometer entfernte Spezialklinik bringen lassen. Das gibt es so im gesetzlichen System nicht. Grundsätzlich gilt hier zwar auch eine freie Krankenhauswahl. Doch in der Regel ist das nächstgelegene Krankenhaus das Ziel. Privatkliniken stehen Kassenpatienten nicht offen. Als Kassenpatient hat man außerdem in der Regel keinen Einfluss darauf, welcher Arzt einen im Krankenhaus behandelt oder operiert. Sie haben nur Anspruch auf die Behandlung durch den diensthabenden Arzt. Das kann der Assistenz-, der Stations- oder der Oberarzt sein. Außerdem muss man als Privatpatient keine Zuzahlung für den Aufenthalt leisten.

Ambulanter Bereich

Bei niedergelassenen Ärzten genießen Patienten mit privater Krankenversicherung zunehmend eine privilegierte Behandlung. Die schnellere Terminvergabe ist nur ein Beispiel. Privatpatienten dürfen beispielsweise auch Ärzte ohne Kassenzulassung aufsuchen, die ausschließlich Privatpatienten behandeln. Hinzu kommt, dass eine ganze Reihe an Behandlungen möglich ist, die der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse nicht vorsieht. Natürlich muss auch in der privaten Krankenversicherung eine medizinische Notwendigkeit für eine Behandlung bestehen. Aber grundsätzlich sind Leistungen wie Reha-Maßnahmen oder auch Krankengymnastik-Rezepte in wesentlich größerem Umfang zu erhalten, als das Kassenpatienten zusteht, die häufig um jede Verordnung betteln müssen. Auch alternative Heilmethoden sind je nach Tarif in weitaus größerem Umfang versichert, als das in der Gesetzlichen der Fall ist.

Zahnarztbehandlung

Im Bereich Zahnarztbehandlung ist man als privat Krankenversicherter in jedem Fall besser abgesichert als Kassenpatienten. Die Leistungen für Zahnarztkosten sind in der Gesetzlichen nicht ausreichend. Denn die Kassenlösung bedeutet inzwischen nur einfachste, medizinisch notwendige Versorgung. Jede höherwertige Behandlung, vor allem beim Zahnersatz – beispielsweise Implantat statt Brücke – bedeutet einen höheren Eigenanteil für den Versicherten.

Heilmittel

Zu Heilmitteln gehören Massagen, Krankengymnastik, Logopädie etc. Während in der Gesetzlichen Zuzahlungen von zehn Prozent der Kosten sowie zehn Euro pro Verordnung nötig sind, deckt die Private die Kosten in der Regel zu 100 Prozent ab. Der Umfang der möglichen Verordnungen überschreitet den der Gesetzlichen bei Weitem.

Die beste private Krankenversicherung finden

Bevor Sie in die Beratung gehen, sollten Sie sich darüber klar sein, wie sich gute und schlechte Tarife voneinander unterscheiden – so können sie sicherstellen, dass Sie wissen, was Sie wollen, und können Ihre Vorstellungen in der Beratung durchsetzen. Das sind die wichtigsten Kriterien:

  • Beitragsstabilität: Es ist wichtig, dass die Beiträge gut bezahlbar sind und bleiben – lassen Sie sich die Wirtschaftskraft der Versicherer anhand von Ratings belegen.
  • Individualität: Gute PKV-Verträge ermöglichen Ihnen die Kombination von Bausteinen, die für Ihre Gesundheitsabsicherung elementar sind.
  • Beitragsrückerstattung: In Jahren ohne Leistungen sollten die privaten Krankenversicherungen garantiert Beiträge zurückzahlen.
  • Modernes Leistungsmanagement: Im Idealfall können Rechnungen schnell und unbürokratisch über eine App eingereicht werden und werden nach einer automatisierten Bearbeitung binnen 72 Stunden beglichen.
  • Servicelevel: Die private Krankenversicherung sollte bei Fragen und Problemen schnell erreichbar sein.
  • Zukunftssicherheit: Die PKV Ihrer Wahl sollte am Markt etabliert sein und die Verträge zukunftssicher gestalten – zum Beispiel durch offene Leistungsversprechen, die zu Ihren Gunsten angepasst werden können, etwa bei medizinischen Innovationen.

Stichwort Krankentagegeld

Um bei längerer Krankheit den Einkommensverlust auszugleichen, benötigt man eine Krankentagegeldversicherung als Baustein der PKV oder als eigenständigen Vertrag. Das gibt es auch in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ist man jedoch in der gesetzlichen Krankenkasse nicht pflichtversichert, sondern freiwillig versichert, muss man hier jährlich seine Einkünfte nachweisen. Das entfällt bei der privaten Krankenversicherung, weil hier das Einkommen keine Rolle spielt. Während die gesetzliche Krankenkasse das Krankengeld grundsätzlich nur für 78 Wochen innerhalb von drei Jahren wegen der gleichen Krankheit bezahlt, leistet die private Tagegeldversicherung meist unbefristet. Außerdem können Arbeitnehmer das Tagegeld bis zum üblichen Nettolohn aufstocken, was in der Gesetzlichen nicht möglich ist.

Risiko Beitragsentwicklung

Mit steigendem Alter erhöhen sich auch die Prämien in der privaten Krankenversicherung (PKV), um die steigenden Kosten auszugleichen. Um diese Kostensteigerung im Rentenalter abzumildern – denn es entfällt auch noch die Zuzahlung durch den Arbeitgeber –, gibt es die Altersrückstellung, die im Laufe des Versichertenlebens von den Prämien abgezweigt wird. Mit deren Hilfe sollen ab dem 65. Lebensjahr die Beitragszahlungen sinken – und die Leistungen der Versicherung gleich bleiben. Allerdings können die Altersrückstellungen die Beitragssteigerungen im Alter meist nicht komplett auffangen. Deshalb lohnt es sich, monatlich das Geld, das man anfänglich möglicherweise durch günstige Beiträge spart, anzulegen, um die Beitragszahlungen im Alter sicherzustellen.

Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung (PKV)

In der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es die Möglichkeit der Selbstbeteiligung. Diese senkt die monatlichen Beiträge. Der Versicherte zahlt dann im Krankheitsfall zunächst den vertraglich vereinbarten Eigenanteil, bevor die Versicherung einspringt. Je nach Höhe der Selbstbeteiligung können die Einsparungen bei einigen 100 Euro liegen. Allerdings kann eine Selbstbeteiligung für Angestellte ein Minusgeschäft sein. Denn während der Chef sich am monatlichen Beitrag beteiligt, muss der Versicherte die Selbstbeteiligung im Krankheitsfall alleine bezahlen. Das ist bei Selbstständigen anders, denn sie müssen den Beitrag ohnehin komplett alleine aufbringen und können so durch den Selbstbehalt die monatliche Belastung senken.

Als Angestellter lohnt sich eine hohe Selbstbeteiligung meist nicht – denn die Ersparnis kommt ihnen wegen des Arbeitgeberzuschusses nur zu 50 Prozent zugute, den Selbstbehalt tragen Sie aber alleine. Möglicherweise ist aber eine Prämienrückerstattung attraktiv. Der Versicherer erstattet bis zu sechs Monatsbeiträge, wenn man in den abgelaufenen Jahren keine Rechnungen eingereicht hat. Die Versicherten haben es bei den Tarifen mit Rückerstattung dann selber in der Hand, am Jahresende nachzurechnen, ob sie eine kleinere Rechnung einreichen oder aber stattdessen eine Prämienerstattung wählen.