Die Leistungen der Rechtsschutzversicherung

Recht haben heißt nicht automatisch auch Recht bekommen. Berechtigte Interessen lassen sich im Streitfall oft nur vor Gericht oder mithilfe eines Anwaltes durchsetzen. Dabei bleibt immer ein finanzielles Risiko, wenn Sie den Rechtsstreit verlieren – eine Rechtsschutzversicherung trägt dieses finanzielle Risiko für Sie. Kommt es zu einem Streitfall, übernimmt die Rechtsschutzversicherung bei versicherten Streitigkeiten unter anderem diese Kosten:

  • Anwaltskosten – auch die der Gegenseite
  • Gerichtsgebühren
  • Aufwandsentschädigungen für Zeugen
  • Gutachter- und Sachverständigenkosten
  • Kosten für Mediationsverfahren (in den meisten Tarifen)

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ Sicherheit: Die Rechtsschutzversicherung schützt Sie vor hohen Kosten bei Rechtsstreitigkeiten.

➤ Individuell: Die Versicherung lässt sich für verschiedene Lebensbereiche vereinbaren.

➤ Vorsicht: Vorvertragliche Streitigkeiten sind nicht mitversichert

➤ Rechtzeitig abschließen: Für die meisten Leistungen gilt eine mehrmonatige Wartezeit.

➤ Günstig: Top-Schutz gibt es bereits ab 200 Euro monatlich.

Ist eine Rechtsschutzversicherung für Sie sinnvoll?

Eine Rechtsschutzversicherung kann durchaus sinnvoll sein, wenn Sie Ihr Recht notfalls vor Gericht durchsetzen möchten und das Kostenrisiko nicht selbst tragen wollen. Beachten Sie die folgenden Punkte:

Individuelle Lebensbereiche absichern: Oft ist der Schutz nicht in allen Bereichen sinnvoll. Wer im Job fest im Sattel sitzt, braucht keinen Berufsrechtsschutz – und wer selten Auto fährt, auch nicht unbedingt Verkehrsrechtsschutz.

Wie streitlustig sind Sie? Nicht immer muss man selbst der „Prozesshansel“ sein, um vor Gericht zu landen. Schnell können Sie auch unverschuldet dort sitzen, wenn Sie zum Beispiel verklagt werden. Wollen Sie in solchen Fällen alle Möglichkeiten ausschöpfen, sich zu wehren?

Ausschlüsse beachten: Nicht jeder Rechtsstreit ist mit jeder Police abgesichert. Gerade teure Streitigkeiten im Erb- oder Familienrecht sind meist nicht versichert.

Wartezeiten berücksichtigen: Die meisten Bereiche der Rechtsschutzversicherung sehen eine Wartezeit vor – oft sind es drei bis acht Monate, in denen nach Vertragsabschluss nicht geleistet wird. Außerdem sind vorvertragliche Streitigkeiten niemals mitversichert – schwelt der Streit also schon länger, ist eine Rechtsschutzversicherung für diesen Streit nicht mehr sinnvoll.

Die beste Rechtsschutzversicherung für Sie

Die verschiedenen Bereiche der Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung besteht aus verschiedenen Bausteinen, die miteinander kombiniert werden können. Jeder Baustein deckt einen Lebens- und Leistungsbereich ab, sodass der Rechtsschutz individuell zusammengestellt und gestaltet werden kann.

Der Privat-Rechtsschutz ist meist der Grundbaustein der Rechtsschutzversicherung. Mit der Rechtsschutzversicherung für den privaten Bereich sind die meisten Streitigkeiten im Alltag abgedeckt – etwa rechtliche Probleme beim Einkaufen im Internet, Ärger mit Behörden und dem Finanzamt oder in manchen Policen auch familien- und erbrechtliche Fragestellungen.

Mehr zum Privat-Rechtsschutz

Mit dem Verkehrs-Rechtsschutz sind Auseinandersetzungen abgesichert, die das eigene Fahrzeug oder die Teilnahme am Straßenverkehr insgesamt zum Gegenstand haben. Darüber hinaus sind rechtliche Auseinandersetzungen mit Behörden mitversichert – wenn es etwa um Bußgelder geht. Versichert werden kann entweder ein bestimmtes Fahrzeug, ein bestimmter Fahrer oder der gesamte Fahrzeugbestand in der Familie.

Mehr zum Verkehrs-Rechtsschutz

Der als Berufs- oder auch Arbeits-Rechtsschutz bezeichnete Baustein der Rechtsschutzversicherung deckt alle Streitigkeiten rund um den Job ab – beispielsweise eine ungerechtfertigte Kündigung oder Streitigkeiten wegen Ausbleibens der Lohnzahlung. Auch für das Aushandeln von Abfindungen kann der Rechtsschutz bereits mit vereinbart werden.

Mehr zum Arbeits- und Berufs-Rechtsschutz

Der Immobilien-Rechtsschutz wird oft auch als Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz bezeichnet. Er deckt alle Bereiche des Wohnens ab – bei Mietern ebenso wie bei Eigentümern, bei Hausbesitzern wie auch bei Wohnungseigentümern. Eintreten kann der Immobilien-Rechtsschutz bei Ärger mit dem Vermieter, bei Stress mit den Nachbarn, Behörden (zum Beispiel wegen unberechtigt erhobener Abgaben) oder auch bei Ärger in den Eigentümergemeinschaft. Sog. Vermieter-Rechtsschutz schützt dagegen den Vermieter bei Auseinandersetzungen mit seinen Mietern oder den Behörden.

Mehr zum Immobilien-Rechtsschutz

Die Leistungsmerkmale der Rechtsschutzversicherung

Schon im ersten Schritt bei einem Vergleich der Rechtsschutzversicherungen sollten Sie auf die Rahmenbedingungen achten: Viele Leistungsmerkmale sind bei guten Tarifen heute Standard und sollten abgedeckt sein. Wichtige Merkmale haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme beschreibt die Höchstgrenze, bis zu der die Versicherung im Streitfall die Kosten übernimmt. Wichtig ist, dass der Schutz mit mindestens einer Million Euro nicht nur in Deutschland ausreichend ist, sondern eine vergleichbar hohe Summe auch in Europa und im außereuropäischen Ausland gilt. Auch sollten Strafkautionen entsprechend hoch mitversichert sein. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einer unbegrenzten Versicherungssumme.

Vorverfahren

Im Sozial-, Steuer- und Verwaltungsrecht steht vor einer gerichtlichen Auseinandersetzung zunächst ein Einspruchs- und Widerspruchsverfahren. In diesem Verfahren haben Sie die Möglichkeit, eine für Sie günstigere Entscheidung ohne eine gerichtliche Auseinandersetzung herbeizuführen – und deshalb sollte dieser Bereich der Vorverfahren von der Rechtsschutzversicherung mit umfasst sein.

Strafrechtlicher Schutz

Das Strafrecht in Deutschland unterscheidet zwischen sogennanten Vergehen und Verbrechen – wird Ihnen Letzteres vorgeworfen, übernehmen manche Rechtsschutzversicherungen Ihren Schutz nicht. Eine gute Rechtsschutzversicherung leistet aber bei allen Begehensformen, sodass Ihre Absicherung nicht von dem staatsanwaltlichen Vorwurf abhängig ist, sondern alle Straftaten abdeckt, auch wenn ggf. ein Rückzahlungsanspruch bei bestimmten Taten besteht.

Kapitalanlagen

Im Grundsatz gilt bei der Rechtsschutzversicherung: Streitigkeiten rund um Kapital- und Geldanlagen – etwa im Rahmen einer Falschberatung – sind in aller Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Sinnvoll ist es, wenn zumindest Streitigkeiten bei staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten und einfache Anlagen wie Sparverträge oder Festgelder mitversichert sind.

Wartezeit

In den meisten Leistungsbereichen der Rechtsschutzversicherung gibt es eine Wartezeit von acht Monaten. Damit soll verhindert werden, dass der Rechtsschutz kurzfristig abgeschlossen wird, wenn der Ärger quasi schon in der Tür steht. Im Verkehrs-Rechtsschutz wird in aller Regel auf eine Wartezeit verzichtet, auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel dem Schadensersatz-Rechtsschutz oder dem Straf-Rechtsschutz gibt es keine Wartezeit, sodass Sie Sofort-Schutz genießen. Verzichtet wird auf die Wartezeit in allen Bereichen nur dann, wenn bereits vorher eine Rechtsschutzversicherung bestand und der Wechsel zur neuen Versicherung nahtlos erfolgte.

Selbstbeteiligung

Viele Rechtsschutzversicherungen senken deutlich die Beiträge, wenn Sie eine Selbstbeteiligung im Schadensfall akzeptieren. Das ist auch hinnehmbar, wenn Sie bei einer telefonischen oder anwaltlichen Erstberatung und bei einer Mediation den Selbstbehalt nicht leisten müssen. Auch Zusatzleistungen – wie die Unterstützung beim Erstellen einer Vorsorgevollmacht – sollten abrufbar sein, ohne dass eine Selbstbeteiligung anfällt.

Bei vielen weiteren Merkmalen unterscheidet sich der Leistungsumfang der Rechtsschutzversicherung im Vergleich erheblich: Wir haben wichtige Merkmale hier zusammengefasst, die im Alltag für die Qualität des Schutzes im Einzelfall eine große Rolle spielen können.

Internet-Rechtsschutz

Das Internet ist ein Nährboden für Streitigkeiten: Beim Online-Shopping können Sie Opfer eines Betrügers werden, oder ein Händler verweigert den Umtausch von gekauften Sachen. Und es gibt noch viel mehr Streitpotenzial: So sehen Eltern sich manchmal mit Post vom Anwalt konfrontiert, der eine Abmahnung wegen angeblich oder tatsächlich vom Kind verursachten Urheberrechtsverstößen ausgesprochen hat. Die Folge sind hohe Rechtsanwaltskosten, die auf die Eltern zurückfallen – und ggf. Schadensersatzleistungen für das verletzte Urheberrecht. Im Vergleich der Rechtsschutzversicherung sollten Sie darauf achten, dass bei solchen Urheberrechtsverstößen zumindest eine juristische Beratung abgesichert ist – so bekommen Sie eine Ersteinschätzung eines Experten. Auch der Identitätsdiebstahl im Internet sollte bei der Rechtsschutzversicherung mitversichert sein – das gilt bei der unberechtigten Nutzung Ihrer Fotos genauso wie beim Diebstahl von Bankdaten.

Vorsorge-Erstberatung

Viele von uns haben den Wunsch, für Notfälle alles regeln zu wollen: Das gilt für das Testament genauso wie für Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten. Im Vergleich der Rechtsschutzversicherung wird diese Vorsorge-Beratung zu einem immer wichtigeren Thema: Bis zu 500 Euro im Kalenderjahr steuern viele Rechtsschutzversicherungen zu Beratungen rund um das Thema Vorsorge bei. Zusätzlich können Sie oft auf Dokumentenvorlagen zurückgreifen, die rechtlich abgesichert sind und Ihnen das eigenhändige Erstellen von Verfügungen ermöglichen. Erbrechtliche Streitigkeiten sind bei einigen Versicherern sogar über die Beratung hinaus versichert – zumindest einige 1.000 Euro der möglichen Kosten sind so gedeckt.

Mediation

Mediation ist das Versprechen, dass sich Streit schnell und erfolgreich beilegen lässt. Wichtig ist dabei, den Leistungsumfang genau zu analysieren: Was ist mit den Kosten der anderen Partei, wenn die nicht versichert ist? Manche Rechtsschutzversicherungen im Vergleich tragen auch die Kosten der Gegenseite. Und es lohnt ein Blick auf den Umfang der Mediation: Sind zum Beispiel Mediationsverfahren im Familien- und Erbrecht mitversichert? Das sind traditionell schwierige Streitigkeiten, die einen anderen Weg der Konfliktlösung immer brauchen können. Wichtig ist zudem, dass die Versicherungssumme möglichst hoch liegt und ein Selbstbehalt nicht greift.

Aufhebungsvereinbarungen

Der Job bzw. das daraus erzielte Einkommen ist für die meisten von uns natürlich existenziell, weil es die Lebensgrundlage sichert. Die Absicherung arbeitsrechtlicher Streitigkeiten ist daher vielen wichtig – vor allem der genaue Umfang. Der Rechtsschutz sollte bereits dann greifen, wenn der Ärger in der Entstehung ist. Hierfür sollte sich der Schutz auch auf das Verhandeln bzw. den Abschluss eines Aufhebungsvertrages erstrecken. Sie bekommen so in einer wirtschaftlich wichtigen Situation kompetente juristische Beratung und Begleitung – ein Umstand, der Ihnen viele 1.000 Euro Vorteil durch eine günstig formulierte Aufhebungsvereinbarung bringen kann.

Juristische Erstberatung

„Ich frage mal meinen Anwalt“ – das würden viele Menschen wahrscheinlich häufiger sagen, wenn die Kosten dafür leichter zu schultern wären. Die Rechtsschutzversicherungen wissen um das Bedürfnis nach anwaltlichem Rat und haben die Verträge entsprechend erweitert: Gute Tarife offerieren eine telefonische Rechtsberatung, die sich auch auf nicht versicherte und nicht versicherbare Risiken erstreckt und damit deutlich weiter reicht als der Versicherungsschutz selbst. Andere Rechtsschutzversicherungen im Vergleich helfen auch ganz konkret und bieten zum Beispiel einen Vertrags-Service an – damit können vorliegende Verträge juristisch geprüft werden.

Rechtsschutzversicherung: Premium-Tarife
Anbieter Tarif Beitrag  
CIF:PRO classic plus
CIF:PRO classic plus 207,30 Euro
300.000 Euro Versicherungssumme, 250 Euro SB
Vergleich
JURPRIVAT
JURPRIVAT 241,00 Euro
Unbegrenzte Deckungssumme, 0 Euro SB bei 4 schadenfreien Jahren.
Vergleich
Maximum unbegrenzt
Maximum unbegrenzt 264,68 Euro
Unbegrenzte Deckungssumme, 250 Euro SB.
Vergleich
Standard
Standard 265, 74 Euro
1 Mio. Euro Deckungssumme, SB 150 Euro.
Vergleich
Aktiv-Komfort
Aktiv-Komfort 271,72 Euro
Unbegrenzte Deckungssumme, 250 Euro SB.
Vergleich
30-Jähriger, angestellt, kein öffentlicher Dienst, keine Vorschäden, Deckung für Privat-, Verkehr- Beruf- und Wohnungsrechtsschutz, Premium-Tarife für Familien, bis 250 Euro SB.

Diese Kosten entstehen bei einem Gerichtsverfahren

Die Kosten eines Verfahrens vor Gericht setzen sich zusammen aus den gerichtlichen Gebühren und den gerichtlichen Auslagen einerseits und den Anwaltskosten andererseits. Gerichtsgebühren werden dabei nicht nach dem tatsächlichen Aufwand des Gerichts berechnet, sondern nach dem Streitwert. Die gerichtlichen Auslagen dagegen sind die tatsächlich entstandenen Kosten, etwa für …

  • die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen,
  • die Vergütung von Sachverständigen, Dolmetscherinnen, Dolmetschern, Übersetzerinnen und Übersetzern sowie
  • die Entschädigung von ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern.

Die Kosten für die anwaltliche Beratung werden entweder nach dem Gesetz – dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz – berechnet oder aufgrund von Vereinbarungen, dann meist auf Basis der tatsächlich geleisteten Stunden. Bei einer vereinbarten Vergütung ist eine unterlegene Partei allerdings immer nur zum Ersatz der gesetzlich vorgesehen Kosten verpflichtet.

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bei 1.000 Euro Streitwert
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bei 5.000 Euro Streitwert
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bei 10.000 Euro Streitwert

Gerichtskosten und Kosten eigener und gegnerischer Anwalt in 1. Instanz, Quelle: GDV

Darüber streiten die Deutschen

Am häufigsten entstehen Streitigkeiten im Vertragsrecht – eigentlich nachvollziehbar, denn vertragliche Regelungen reichen in jeden Lebensbereich des Alltags hinein: vom Streit mit dem Telefonanbieter über Ärger beim Online-Shopping bis hin zu Streitigkeiten beim Auto- oder Immobilienkauf. Und auch im Reiserecht gibt es immer wieder Konflikte, wenn der Traumurlaub nicht wie gewünscht verläuft. An zweiter Stelle stehen familienrechtliche Streitigkeiten – etwa bei einer Scheidung oder bei Fragen zum Sorgerecht für die Kinder. An dritter Stelle der Streitigkeiten finden sich arbeitsrechtliche Regelungen, etwa nach einer Kündigung, unsauberen Formulierungen im Arbeitszeugnis oder bei ausbleibenden Gehaltszahlungen. Mietrechtlicher Streit beschäftigt ebenfalls viele Menschen – kein Wunder, denn die Hälfte der Deutschen lebt in einer Mietwohnung und streitet sich um Miet­minderungen, Mietmängel, Mieterhöhungen, Schönheitsreparaturen oder Mieterhöhungen. Und ebenfalls eine Quelle vieler rechtlicher Auseinandersetzungen findet sich an fünfter Stelle der häufigsten Streitigkeiten: das Verkehrsrecht. Die beiden Hauptgründe für rechtliche Auseinandersetzungen finden sich bei Schaden­ersatz­streitigkeiten aus Verkehrs­unfällen sowie rund um das Thema Bußgeld-Verfahren und den Entzug der Fahrerlaubnis als Folge von Geschwindigkeits­überschreitungen, bei Rotlicht-Verstößen, Alkoholverstößen und anderen Verkehrs­sünden.

Wer ist besonders streitlustig in Deutschland?

Am häufigsten streiten sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin. Deutlich weniger streitlustig sind die Bayern und die Menschen in Baden-Württemerberg – hier liegt die Streitquote unter dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Die häufigsten Fragen zur Rechtsschutzversicherung

Kann ich eine Rechtsschutzversicherung auch abschließen, wenn gerade ein Verfahren läuft?

Ja, ein laufendes Verfahren steht dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nicht im Wege – das laufende Verfahren ist aber auch nicht mitversichert. Der Versicherungsschutz der Rechtsschutzversicherung umfasst grundsätzlich keine Streitigkeiten, die schon bei Vertragsabschluss entstanden waren. Damit sind auch Folgestreitigkeiten aus dem laufenden Verfahren – etwa eine Berufung – nicht mitversichert.

Kann ich den Rechtsanwalt selbst wählen?

Ja, bei der Rechtsschutzversicherung besteht das Prinzip der freien Anwaltswahl. Die Versicherung kann Ihnen also keinen bestimmten Anwalt zur Seite stellen oder empfehlen, sie kann aber die Höhe der Selbstbeteiligung davon abhängig machen, ob Sie einen empfohlenen Anwalt wählen oder nicht. Zudem erspart Ihnen eine Anwaltsempfehlung die Suche nach einem passenden Experten für das gewünschte Rechtsgebiet.

Wer ist im Familientarif der Rechtsschutzversicherung mitversichert?

Der Familientarif der Rechtsschutzversicherung schützt Ihren verheirateten oder in Lebensgemeinschaft lebenden Partner und in vielen Fällen auch die jüngeren Kinder: Die sind bis zum Ende ihrer Erstausbildung (Berufsausbildung oder Studium) mitversichert, wenn sie nicht selbst verheiratet und noch nicht älter als 25 Jahre sind.

Wie schnell kann eine Rechtsschutzversicherung helfen?

Neben der klassischen Anwaltsberatung in der Kanzlei ermöglichen viele Rechtsschutzversicherungen auch eine schnelle Rechtsauskunft am Telefon über eine kostenlose telefonische Rechtsberatung. Hier erhalten Sie eine erste Einschätzung der Rechtslage in einem geschilderten Fall – vielen Rechtsstreitigkeiten kann so die Brisanz und Dringlichkeit genommen werden. Achten Sie in unserem Vergleich darauf, ob eine solche telefonische Erstberatung mitversichert ist.

Kann die Rechtsschutzversicherung von der Steuer abgesetzt werden?

Nein, Rechtsschutz im privaten Bereich zählt nicht zu den steuerlich absetzbaren Vorsorgeaufwendungen. Lediglich die Beiträge für den Arbeits-Rechtsschutz sind als Werbungskosten absetzbar. Die anteilige Höhe der Kosten für den Berufs-Rechtsschutz weisen die meisten Versicherer in der Beitragsrechnung aus. Firmen-Rechtsschutz ist dagegen immer in voller Höhe steuerlich absetzbar. 

Mehr zum Thema Rechtsschutzversicherung und Steuer

Was mache ich im Schadensfall?

Wenn eine telefonische Erstberatung nicht reicht, suchen Sie sich einen Anwalt oder lassen sich einen von der Rechtsschutzversicherung empfehlen und vereinbaren Sie einen Termin. Für das Erstgespräch nehmen Sie die Police der Rechtsschutzversicherung mit, und Ihr Anwalt wird eine Deckungszusage einholen und sich so die Kostenübernahme von der Rechtsschutzversicherung bestätigen lassen. Die Kostenabrechnung erfolgt dann auch zwischen dem Anwalt und der Rechtsschutzversicherung.

Kann ich eine Rechtsschutzversicherung kündigen?

Die Rechtsschutzversicherung kann immer zum Ende des Vertragslaufzeit gekündigt werden – meist ist das ein Jahr. Eine Kündigung der Rechtsschutzversicherung muss dann drei Monate vorher erfolgen, damit sie wirksam wird. Bei einem Wechsel der Rechtsschutzversicherung sollte der neue Vertrag nahtlos an den gekündigten anschließen, damit es nicht zu einer erneuten Wartezeit kommt.