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Reiseversicherungen: Welche sind wichtig – und auf welche können Sie verzichten?

Die Winter-Reisesaison beginnt – und wenn Sie jetzt buchen wollen, sollten Sie den Reiseversicherungsschutz nicht vergessen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Policen unter die Lupe genommen und zeigen, welcher Schutz notwendig ist.

Reiseversicherung: Individuellen Schutz zusammenstellen

Auslandskrankenversicherung

Auf jeden Fall ein Muss im Reisegepäck ist die private Auslandskrankenversicherung. Denn die gesetzlichen Krankenversicherungen mit ihrem „Auslandskrankenschein“ decken kaum noch die anfallenden Kosten ab, wenn Urlauber in den schönsten Wochen des Jahres krank werden – außerhalb Europas müssen gesetzlich Versicherte fast immer alle Kosten selbst zahlen.

Dabei ist privater Schutz alles andere als teuer: Policen für einen zweiwöchigen Sommerurlaub gibt es schon ab rund acht Euro. Dafür übernehmen die privaten Kassen in den meisten Fällen alle Kosten für …

  • ambulante und stationäre Behandlungen,
  • Medikamente,
  • Notfallmaßnahmen beim Zahnarzt und den
  • Rücktransport, wenn er medizinisch notwendig ist.

Reiserücktrittsversicherung

Vor allem bei teureren Reisen kann sich der Zusatzschutz lohnen, denn die Versicherung kommt für alle Stornogebühren und sonstige anfallende Kosten auf, wenn der Urlaub wegen Krankheit kurzfristig nicht angetreten werden kann. Allerdings reicht eine kleine Erkältung in der Regel nicht aus, um den Urlaub auf Kosten der Versicherer kurzerhand zu stornieren. Normalerweise wollen die Gesellschaften schon ein ärztliches Attest vorgelegt bekommen, das die Reiseunfähigkeit bestätigt. Daneben werden aber auch einige andere persönliche Gründe anerkannt – so zum Beispiel der Tod naher Angehöriger, der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes oder ein schwerer Brand oder Einbruch in der eigenen Wohnung beziehungsweise im eigenen Haus.

Reiseabbruchversicherung

Ebenfalls sinnvoll kann eine Reiseabbruchversicherung sein – denn mit einer Rücktrittsversicherung ist man nur geschützt, solange die Reise noch nicht begonnen hat. Passiert hingegen nach Urlaubsantritt (und hierzu zählt schon das Einchecken am Flughafen) etwas und der Urlaub muss abgebrochen werden, hilft nur noch eine Reiseabbruchversicherung, die für den schnellen Transport nach Hause sorgt. Sinnvoll ist diese Versicherung übrigens auch in einem anderen Fall: Verletzt sich der Urlauber unter Palmen und muss länger am Urlaubsort bleiben, so muss der Versicherer ebenfalls zahlen, weil dieser Zwischenfall einem Reiseabbruch gleichgestellt ist.

Problemfall Vorerkrankungen

Reiserücktrittsversicherungen weigern sich bei Stornierungen ihrer Kunden oft zu zahlen, wenn bereits seit längerer Zeit und vor Abschluss des Vertrages eine Krankheit bestand, die dann durch akute Schübe, Attacken oder Verschlimmerung eine Reise unmöglich macht.
Denn in diesem Fall, so argumentieren die Versicherer, liege keine unerwartet auftretende Krankheit vor – nur diese unerwartete Erkrankung aber sei versichert. Solche Fälle landen häufig vor Gericht – nicht immer mit gutem Ausgang für die Versicherten. Bei schweren Erkrankungen sollten Sie sich von uns beraten lassen, damit wir den optimalen Schutz für Sie finden.

Versicherungsschutz à la carte

Kreditkarten beinhalten oft eine Vielzahl von Extraleistungen – unter anderem sehen viele Karten auch Versicherungsleistungen für den Karteninhaber, den Partner und die Familie vor. Das geht von der Auslandskranken- über die Reiserücktritts- bzw. Reiseabbruchversicherung bis hin zu Deckungserweiterungen bei Mietwagen.

Unser Tipp: Hier erfahren Sie alles über den Zusatzschutz bei den einzelnen Kreditkarten!

Reisegepäckversicherung

Fakt ist: Wer sein Gepäck so bewacht, wie es nötig ist, damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist, der braucht keine Versicherung, weil das Gepäck dann eben auch nicht gestohlen werden kann! Der Schutz ist also überflüssig, außerdem zahlt die Hausratversicherung im Rahmen der Außenversicherung in vielen Fällen auch bei Schäden im Urlaub. Praktisch ist die Reisegepäckversicherung nur dann, wenn die Airline das Gepäck verschlampt hat: Die gesetzliche vorgeschriebenen Erstattungen reichen kaum, um den Kofferinhalt zu ersetzen.

Vorsicht bei Versicherungspaketen!

Weniger sinnvoll sind dagegen Versicherungspakete. Vor allem im Paket werden Reiseabbruch, Krankheitskosten, Rück­tritt, Assistance-Leistungen, Haftpflicht und Unfall versichert. Klingt praktisch, ist aber vor allem teuer und bringt im schlimmsten Fall fast nichts: So sind die meist abgesicherten 20.000 Euro in der Unfallversicherung bei Vollinvalidität viel zu wenig. Da wären eher einige 100.000 Euro erforderlich, wenn Sie Ihr Leben lang nicht mehr arbeiten können oder Ihr Zuhause behindertengerecht umbauen müssen. Überflüssig ist auch die Urlaubshaftpflicht: Eine private Haftpflichtversicherung sollte ohnehin jeder haben und die deckt Risiken im Urlaub auch mit ab. Und Assistance-Leistungen hören sich oft nach mehr an, als sie in Wirklichkeit sind: Der einzige wertvolle Assist im Urlaub ist der Rücktransport bei Krankheit – und den sichert nur die Auslandskrankenversicherung sinnvoll ab.