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Riester-Rente: Private Vorsorge mit attraktiver Förderung

Die gesetzliche Rente wird für die Wenigsten ausreichen, um den Lebensstandard auch nach den arbeitsreichen Jahren mit regelmäßigem Einkommen zu sichern. Um im Alter keine oder kaum Abstriche machen zu müssen, entscheiden sich immer mehr Anleger für eine private Altersvorsorge, um ihre Rente aufzubessern. Eine Möglichkeit hierzu ist für alle die Riester-Rente.

Diese Möglichkeit der Geldanlage soll durch staatliche Vergünstigungen und Zulagen die private Altersvorsorge interessant machen. Bei der Riester-Rente spart der Anleger nicht allein, sondern mit Hilfe des Staates. Familien mit einem Kind oder mehreren Kindern und jüngere Berufstätige sowie Berufsanfänger sollten sich zum Thema Riester-Rente beraten lassen.

Inhalt

➤ Förderung: Sie erhalten für Ihren Riester-Vertrag Zulagen, Kinderzulagen und ggf. steuerliche Förderung.

➤ Modelle: Die Riester-Rente ist als Rentenversicherung, Sparplan, Fondssparplan oder Immobilienförderung nutzbar.

➤ Berechtigte: Die meisten Arbeitnehmer und Beamte können die geförderte Altersvorsorge nutzen – Selbstständige oft über einen Ehegatten, wenn der selbst einen Riester-Vertrag bespart.

➤ Rente und Kapitalauszahlung möglich: Im Alter kann das angesparte Kapital komplett verrentet werden oder Sie entscheiden sich für eine Kapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent.

Was ist eigentlich die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine durch staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile geförderte, vom Sparer privat finanzierte Rente. Die Bezeichnung Riester-Rente geht auf Walter Riester zurück, einen ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Er schlug auf Grund der immer geringer werdenden Renten eine Förderung der freiwilligen Altersvorsorge vor.

Riester-Rente: Zulagen und Steuervorteile sichern

Welche Modelle für die Riester-Rente gibt es?

Riester-Rentenversicherung

Die Riester-Rentenversicherung ist die klassische Form der Riester-Rente. Bei dieser Variante steht Sicherheit an erster Stelle, man sieht nämlich schon bei Vertragsabschluss, was die Riester-Rente einmal bringen wird. Daher ist es nicht verwunderlich, dass mehr als die Hälfte aller Riester-Renten-Verträge Rentenversicherungen sind. Außerdem bietet diese Variante der Riester Rente eine garantierte Mindestrendite auf den Sparanteil und die erzielten Überschüsse, die die Versicherer ihren Kunden auszahlen. Eine Rentenversicherung in der Riester-Rente ist empfehlenswert für alle, die eine garantierte Rente im Alter haben möchten und die sicher sind, dass sie den Vertrag auch dauerhaft ansparen können.

Renditestärker sind die fondsgebundenen Riester Rentenversicherungen für die geförderte private Altersvorsorge. Im Unterschied zur klassischen Variante werden bei der fondsgebundenen Rentenversicherung die Beiträge nicht sicherheitsorientiert in festverzinsliche Wertpapiere investiert, sondern Sie haben die Möglichkeit, in renditeträchtigere Fonds oder ETFs zu investieren. Ihr Vorteil dabei: Die Riester-Rente garantiert Ihnen das eingezahlte Kapital und die Zulagen zum Rentenbeginn: Sie können also renditestark investieren und trotzdem haben Sie 100-prozentige Sicherheit für Ihr Kapital und die Förderzulagen.

Wohn-Riester

Das Wohn-Riester-Modell, das es seit 2008 gibt, ermöglicht Altersvorsorgesparern, die Riester-Förderung dafür zu nutzen, sich günstiger eigenes Wohneigentum anzuschaffen. Das Riester-Rente-Modell „Wohn-Riester“ wird auch gerne als Eigenheimrente bezeichnet. So ist diese Variante der Riester-Rente für alle geeignet, die sich die eigenen vier Wände wünschen. Bei diesem Riester-Rente-Modell nutzt man klugerweise die Riester-Förderung in Form der Zulagen und die steuerlichen Vorteile schon heute und nicht erst im Rentenalter, da man in der Immobilie wohnt. Auch senkt man mit dem Riester-Rente-Modell „Wohn-Riester-Vertrag“ die Kosten der Baufinanzierung, was einen finanziellen Vorteil von mehreren 1.000 Euro bringen kann.

Seit 2014 ist kann man beim Wohn-Riester bereits in der Ansparphase Geld entnehmen. Jeder Betrag ab 3.000 Euro darf entnommen werden, es müssen aber mindestens immer 3.000 Euro im Vertrag bleiben. Das Geld kann man für den Kauf oder die Entschuldung der Immobilie verwenden. Außerdem kann man das Wohn-Riester-Guthaben unbürokratischer nutzen, um das Eigenheim alters- oder behindertengerecht umzubauen. Und drittens kann das Kapital bei einem Umzug nun mitgenommen und in eine neue Immobilie gesteckt werden.

Riester-Banksparplan

Riester-Banksparpläne sind eine gute Wahl, wenn man mit geringem Kostenaufwand eine sichere private Altersvorsorge betreiben möchte. Vor allem, wenn die Riester-Rente ein sicherer Baustein der Vorsorge sein soll, ist ein Banksparplan die beste Wahl. Der Bankensparplan ist sicher das am einfachsten verständliche Modell der Riester-Rente. Man bekommt einen festen oder variablen Zins. Viele Banken bieten übrigens auch ortsfremden Kunden Riester-Renten-Verträge an, der Abschluss ist über das Postident-Verfahren möglich. Möchte man einen Riester-Banksparplan abschließen, sollte man sich für eine einfache Variante ohne Bonuszahlungen, kompliziert zu berechnende Zinszuschläge oder Zinsvereinbarungen entscheiden.

Riester-Fondssparplan

Eine weitere Option für Riester-Sparer mit Rendite-Fokus sind Riester-Fondssparpläne. Das Kapital wird dabei in Investmentfonds investiert, allerdings ohne einen Versicherungsmantel dahinter wie bei der fondsgebundenen Versicherung. Die Kosten können je nach Sparplan etwas geringer sein also bei der fondsgebundenen Versicherung, allerdings ist die Auswahl der Sparpläne auf dem Markt auch sehr dünn: Infrage kommen meist nur die Lösungen der DWS, der DEKA und vom Online-Anbieter Fairr. Vor der Entscheidung zwischen der fondsgebundenen Versicherung und dem Fondssparplan sollten die Kostenquoten genau verglichen werden!

Wie funktioniert die Förderung der Riester-Rente?

Der interessanteste Anreiz für eine Riester-Rente sind sicher die staatlichen Zulagen und Steuervorteile, die man als Sparer zu seiner Riester-Rente bekommen kann. Die Riester-Rente wird mit Zulagen und Steuervorteilen vom Staat in der Ansparphase gefördert.

Die Grund- und Kinderzulage der Riester-Rente

Die Grundzulage für die Riester-Rente beträgt aktuell 175 Euro. Hat man kindergeldberechtigte Kinder, erhält man zusätzlich noch 185 Euro für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, und 300 Euro für Kinder, die nach dem Jahr 2008 geboren wurden. Ehepaare müssen separate Riester-Renten-Verträge abschließen, um die Grundzulage zu erhalten. Die Zulagen für die Riester-Rente fließen immer direkt in die Riester-Rente, werden also nicht ausgezahlt, ebenso die Kinderzulage. Diese wird für alle Kinder gezahlt, für die im Kalenderjahr mindestens einen Monat lang Kindergeld bezogen wurde. Wenn Sie sich ihre persönlichen Zulagen ausrechnen lassen wollen, können Sie das mit unserem Riester-Förder-Rechner.

Die Steuervorteile der Riester-Rente

Beiträge für die Riester Rente bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro kann man als Sonderausgabe absetzen. So hat man die Möglichkeit, einen weiteren Zuschuss zur Riester-Rente in Form eines Steuerbonus‘ einzustreichen. Dieser Höchstbetrag setzt sich aus den Zulagen für die Riester-Rente und dem Beitrag, den man selbst in die Riester Rente eingezahlt hat, zusammen.

Die Förderung im Überblick

Mindesteigenbeitrag Voraussetzung für volle Förderung

Die Gewährung der vollen Förderung durch die Zulagen und steuerlichen Vorteile ist davon abhängig, dass Sie den sogenannten Mindesteigenbetrag in Ihre Riester-Rente einzahlen. Der beträgt vier Prozent des Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro. Haben Sie im Vorjahr also 30.000 Euro verdient, müssen Sie vier Prozent davon einzahlen – also 1.200 Euro. Davon können Sie die Zulagen allerdings abziehen, bei einem Single sind das 2018 175 Euro Grundzulage. Sie müssen also selbst noch 1.025 Euro einzahlen, um die volle Förderung zu bekommen. Zahlen Sie den Mindesteigenbeitrag nur anteilig, wird die Förderung entsprechend prozentual gekürzt.

Wie wird die Riester-Rente ausgezahlt?

Die staatlich geförderte Riester-Rente wird frühestens ab dem 60. Lebensjahr ausgezahlt. Hat man seinen Vertrag erst 2012 abgeschlossen, ist es sogar das 62. Lebensjahr. Die Riester-Rente leistet ab dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt eine lebenslange Rentenzahlung. Es gibt auch Riester-Renten-Verträge, die unmittelbar zum Ende der Sparphase bis zu 30 Prozent des Kapitals auszahlen können.

In manchen Fällen bietet die Riester-Rente sogar einen Hinterbliebenen-Schutz. Verstirbt ein Riester-Sparer während der Einzahlungszeit, kann ein benannter Bezugsberechtigter das angesparte Vorsorgekapital erhalten. Die Riester-Rente ist somit eine Ergänzung zur Risikolebensversicherung als Hinterbliebenenschutz.

Wer darf eine Riester-Rente abschließen?

Im Jahr 2002 wurde die Absenkung des Rentenniveaus beschlossen. Die niedrigeren Renten sollten durch eine staatlich geförderte Vorsorge ausgeglichen werden. Von der staatlichen Förderung der Riester-Rente sollen alle von der Absenkung des Rentenniveaus betroffenen Personen profitieren. Neben Angestellten sind das auch Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.

Um in den Genuss einer staatlichen Förderung für die private Riester-Rente zu kommen, müssen Sie zu einer der dargestellten Personengruppen gehören. Für die staatliche Förderung reicht es aus, wenn Sie nur während eines Teils des Jahres „dazugehören“. Ein Monat Rentenversicherungspflicht genügt bereits, um die volle Förderung in dem betreffenden Jahr in Anspruch nehmen zu können.

Über den Weg der sogenannten mittelbaren Berechtigung können auch weitere Gruppen wie etwa Selbstständige in den Genuss der Zulagenförderung kommen: Ist der Partner riesterberechtigt und hat einen eigenen Vertrag, können auch Partner und Ehegatten einen Vertrag abschließen und leiten ihre Förderberechtigung aus diesem Vertrag ab.

Berechtigter Personenkreis für die Riester-Rente

  • Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer – auch Minijobber, die die Aufstockungsoption nutzen.
  • Amtsträger
  • Beamte
  • Über die KSK versicherte Künstler
  • Pflichtversicherte
  • Arbeitssuchende
  • Azubis
  • Selbstständige mit Versicherungspflicht in der staatlichen Rentenversicherung
  • Bundesfreiwilligendienstleistende
  • Personen, die Rente wegen Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder Versorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten