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Risikolebensversicherung Steuer

Leistungen aus einer Risikolebensversicherung sind steuerfrei, wenn der Versicherungsnehmer selbst auch der Begünstigte aus der Lebensversicherung ist. Das Finanzamt profitiert bei einer falschen Vertragsgestaltung allerdings erheblich von Ihrer Hinterbliebenenabsicherung. Denn ist der Versicherungsnehmer versicherte Person, fließt bei seinem Tod die Versicherungssumme in den Nachlass und die Hinterbliebenen erben das Geld und zahlen dementsprechend Erbschaftssteuer.

Sind Sie verheiratet oder sind Ihre Kinder die Erben, trifft das die Hinterbliebenen oft nicht sehr hart. Hier gibt es höhere Freibeträge, die bis zu 500.000 Euro betragen. Bei anderen Verwandschaftsverhältnissen hingegen sind die Freibeträge deutlich geringer, so haben nichteheliche Lebensgemeinschaften gerade einmal einen Freibetrag von 20.000 Euro. Der darüber hinausgehende Betrag wie etwa eine Leistung aus der Risikolebensversicherung muss dann individuell voll versteuert werden.

Freibeträge bei der Erbschaftssteuer

Verhältnis Freibetrag
Ehe- und eingetragene Lebenspartner 500.000 €
Kinder, Stief- und Adoptivkinder 400.000 €
Enkelkinder200.000 €
Eltern, Großeltern100.000 €
Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner, Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft, Geschäftspartner, Sonstige20.000 €

Risikolebensversicherung: Steuern sparen und Familie versichern

Risikolebensversicherung : Steuern sparen mit den Beiträgen?

Sie können die Kosten und die Beiträge Ihrer Risikolebensversicherung als Vorsorgeaufwendungen in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Einzutragen sind Ihre individuellen Beiträge zur Risikolebensversicherung in der Anlage Vorsorgeaufwand. Das Finanzamt möchte den Nachweis der geltend gemachten Aufwendungen haben – legen Sie dafür die Beitragsbescheinigung der Steuererklärung bei bzw. senden Sie sie dem Finanzamt auf Anforderung zu.

Bitte beachten!

Die Beiträge zur Risikolebensversicherung sind steuerlich immer absetzbar – sie wirken sich allerdings nur dann aus, wenn die Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen noch nicht durch die Beiträge zur Kraneknversicherung und Pflegepflichtversicherung ausgeschöpft sind. Erreichen diese Beiträge schon die Grenzwerte von derzeit 1.900 Euro bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern sowie Beamten und 2.800 Euro bei Freiberuflern und Selbstständigen, dann wirken sich die Kosten steuerlich nicht aus. Bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren steht jedem der Höchstbetrag zu.

Risikolebensversicherung ``über Kreuz``: So vermeiden Sie Erbschaftssteuer

Die versicherte Person ist stets die Person, deren Ableben abgesichert werden soll. Ist sie zugleich Versicherungsnehmer, wird der Betrag an sie post mortem ausbezahlt. Sie kann das Geld nicht mehr annehmen, und so landet es im Nachlass und unterliegt der Erbschaftssteuer. Für unverheiratete Paare oder Lebensgemeinschaften kann dies teuer werden. Es gibt eine Lösung: die Risikolebensversicherung über Kreuz. Bei diesem Trick sichern sich Partner gegenseitig ab. Sie schließen zwei Risikolebensversicherungen ab, haben Versicherungsschutz für beide Partner. Zuerst die Gattin: Sie setzt im Antragsformular den Gatten als versicherte Person ein. Versicherungsnehmerin und Bezugsberechtigte im Todesfall ist in diesem Vertrag aber die Frau.

Der zweite Vertrag dient zur Absicherung des Lebens der Ehefrau. Die Vorsorge läuft genau andersherum – über Kreuz. Nun ist der Ehemann Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter, versichert ist das Leben seiner Frau. Die Partner gewähren sich gegenseitig Versicherungsschutz, jeder schließt aber einen eigenen Vertrag auf das Leben des anderen ab. Der steuerliche Vorteil: Die Versicherungssumme ist nicht Erbe, sondern Vertragsleistung und damit steuerfrei, weil sie nicht als Leistung in die Erbmasse fließt und von dort – ggf. erbschaftssteuerbelastet – ausgezahlt werden muss.

Risiklebensversicherung auf Gegenseitigkeit: Was ist steuerlich zu beachten?

Bei einer Risikolebensversicherung auf Gegenseitigkeit sind beide Partner in einem Vertrag versichert. Die Versicherungssumme wird aber nur einmal ausgezahlt, und zwar bei Tod des zuerst Versterbenden, danach erlischt der Vertrag. Stirbt also beispielsweise Ihr Partner, so bekommen Sie die Versicherungssumme ausgezahlt. Tritt der andere Fall ein und Sie versterben zuerst, so erhält Ihr Partner die Auszahlung. Diese Absicherung macht aber nur Sinn, wenn keine weitere Absicherung notwendig ist, weil etwa keine Kinder zu versorgen sind. Steuerlich ist hier zu beachten, dass eine Auszahlung erbschaftssteuerpflichtig wird, wenn sie nicht an den Versicherungsnehmer ausgezahlt wird – also der Person, auf welche die Versicherung namentlich läuft. Ist diese Person verstorben, so fällt für den Partner in voller Höhe Erbschaftssteuer an. Sind beide Partner Versicherungsnehmer, ist die Versicherungssumme zum Teil zu versteuern.

Minderjährige als Versicherungsnehmer

Schwierig wird es, wenn Sie auf diese Art Vorsorge für Ihre minderjährigen Sprösslinge schaffen möchten. Hier funktioniert die Risikolebensversicherung über Kreuz nicht ganz so einfach. Ggf. muss das Vormundschaftsgericht einbezogen werden. Und das läuft erfahrungsgemäß nicht ohne Probleme.

Möchten Sie also unbedingt für Ihren Nachwuchs vorsorgen, schreiben Sie den Versicherungsvertrag um. Und zwar zu dem Zeitpunkt, an dem Sohn oder Tochter volljährig sind. Denken Sie daran, dass hier eventuell eine Schenkung vorliegt und dass der Steuerberater in die Überlegungen mit einbezogen werden sollte.