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Sterbegeldversicherung: Die wichtigsten Leistungsmerkmale im Überblick

Sterbegeldversicherungen sind ein probates Mittel, um die Kosten der eigenen Beerdigung im Voraus finanziell abzusichern. Der große Vorteil: Der Abschluss ist – anders als bei der klassischen Risikolebensversicherung – bis ins höhere Alter möglich, und eine Gesundheitsprüfung kann auf Wunsch umgangen werden.

Die Kosten einer Beerdigung können schnell einige 1.000 Euro ausmachen – und nicht wenige Hinterbliebene bringt das finanziell an die Grenzen. Auf der anderen Seite stehen viele Ältere mit der Sorge dar, die Kinder und Kindeskinder mit den Kosten der Bestattung zu belasten und wollen lieber selbst vorsorgen, damit sie eine würdevolle Bestattung nach ihren Vorstellungen bekommen.

Wofür leistet die Sterbegeldversicherung?

Die Sterbegeldversicherung zahlt primär die vereinbarte Versicherungssumme im Todesfall aus. Wie Sie das Geld einplanen, bleibt Ihnen überlassen. In der Regel sollen davon aber natürlich die nicht unerheblichen Kosten einer Beerdigung getragen werden – siehe Grafik. Aber auch andere Verwendungsarten sind alternativ oder ergänzend möglich:

  • Beschaffung von Blumenkränzen und Trauerkarten
  • Kauf und Aufstellung des Grabsteins
  • Pflege der Grabstätte
  • Hilfe bei Behördengängen
  • Betreuung und Beratung der Angehörigen im Trauerfall

Sterbegeldversicherungen werden auch ohne Gesundheitsprüfung angeboten – der Haken dabei: Ohne Gesundheitsprüfung sehen Sterbegeldversicherungen eine Wartezeit von zwölf bis 36 Monaten vor. Während dieser Wartezeit werden in aller Regel keine Todesfallleistungen für die Bestattung ausgezahlt – eine Ausnahme sind Todesfälle durch Unfälle. Allerdings gibt es durchaus Anbieter, die auf diese Wartezeiten verzichten, wenn man bereit ist, sich einer Gesundheitsprüfung zu unterziehen, wie es bei einer Risikolebensversicherung die Regel ist. Wer also gesundheitlich nicht eingeschränkt ist, kann das Manko einer längeren Wartezeit durchaus umgehen.

Sterbegeldversicherung: Die eigenen Wünsche und Vorstellungen absichern

Vertragsgestaltung der Sterbegeldversicherung

Sterbegeldversicherungen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten: So können die Policen mit einer monatlichen Prämienzahlung abgeschlossen werden, alternativ ist es aber auch möglich, einen größeren Einmalbeitrag in eine Sterbegeldversicherung einzuzahlen, der dann den Hinterbliebenen für die Kosten der Beerdigung zur Verfügung steht. Die Versicherungssumme kann den Hinterbliebenen zur freien Verfügung stehen, oder sie wird alternativ direkt an einen Bestatter ausgezahlt, der Ihre Bestattungswünsche umsetzt.

Weitere Leistungsmerkmale der Sterbegeldversicherung

  • Beratung: Manche Tarife der Sterbegeldversicherung zahlen nach dem Abschluss die Kosten einer erb- und vorsorgerechtlichen Beratung durch einen Anwalt.
  • Zusätzlicher Unfallschutz: Für den Fall eines Unfalltodes ist es möglich, eine Sterbegeldversicherung zu wählen, die eine erhöhte Versicherungssumme auszahlt. So können unfallbedingte Mehrkosten abgesichert werden.
  • Auslandsrückholung: Im Rahmen der Sterbegeldversicherung ist ein Rücktransport nach Deutschland im Todesfall möglich. Wenn das nicht anderweitig abgesichert ist, durchaus eine sinnvolle Option.
  • Nachversicherung: Bei der Sterbegeldversicherung besteht die Möglichkeit, die Versicherungssumme nachträglich zu erhöhen. So können geänderte Wünsche für die eigene Bestattung auch finanziell aufgefangen werden.

Versicherungssumme und Gesundheitsprüfung in der Sterbegeldversicherung

Zur Vertragsgestaltung der Sterbegeldversicherung gehört auch die Wahl der richtigen Versicherungssumme und die Entscheidung, ob Sie eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung oder eine mit Gesundheitsprüfung wünschen. Als Versicherungssumme lassen sich in der Regel maximal 20.000 Euro absichern – meistens sind aber auch kleinere Summen von wenigen 1.000 Euro möglich. Ähnlich wie bei der Risikolebensversicherung kann vereinbart werden, dass die Leistung bei Unfalltod verdoppelt wird.

Eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung hat den Vorteil, dass es bei den meisten Krankheiten keine Ablehnung aus medizinischen Gründen geben kann. Im Gegenzug sehen die Sterbegeldversicherungen aber Wartezeiten von bis zu drei Jahren vorm bis die versicherte Leistung voll ausgezahlt wird. Bei einem frühen und unerwarteten Tod kann es dann zu einer Versorgungslücke kommen, wenn die Versicherungssumme der Sterbegeldversicherung nicht in der vereinbarten Höhe ausgezahlt wird.

Sterbegeldversicherungen mit Gesundheitsfragen verzichten dagegen auf Wartezeiten und zahlen die Versicherungsleistung in aller Regel vom ersten Tag an in voller höhe aus. Dafür müssen Sie aber ach eine vollständige Gesundheitsprüfung durchlaufen – ist die aber ohne Vorerkrankungen möglich, ist die Variante der Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung die bessere.

Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung und mit Wartezeit

  • Die volle Versicherungssumme wird erst nach 24 bis 36 Monaten ausgezahlt.
  • Je nach Tarif gibt es vorher nur die eingezahlten Beiträge oder einen Teil der Versicherungssumnme.
  • Der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung macht auch Interessenten versicherbar, die ansonsten keinen Todesfallschutz bekommen würden.

Sterbegeldversicherung mit Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit

  • Die Versicherungssumme steht vom ersten Tag der Vertragslaufzeit in voller Höhe zur Verfügung.
  • Die Gesundheitsprüfung erschwert die Antragsstellung.
  • Vorerkrankungen können zur Ablehnung oder zu Risikozuschlägen führen.

Sterbegeldversicherung: Pfändungssicher vorsorgen

Das Argument der leeren Kassen führt häufig dazu, dass die Sterbegeldversicherung vor allem dann als sinnvoll angesehen wird, wenn keine oder nur geringe finanzielle Mittel vorhanden sind. Was dabei vergessen wird: Auch wenn es älteren Menschen finanziell gut geht, kann sich das im Alter relativ schnell ändern. Vor allem eine längere Pflegebedürftigkeit kann das Ersparte schnell reduzieren oder sogar komplett aufbrauchen. Und kein Pflegeheim oder Sozialversicherungsträger wird Rücksicht darauf nehmen, dass man gerne noch eine Rücklage für die eigene Beerdigung hätte. Hier punktet die Sterbegeldversicherung: Denn Leistungen aus Sterbegeldversicherungen sind nicht pfändbar, wenn die Versicherungssumme 3.579 Euro nicht übersteigt (Bundesgerichtshof, AZ: VII ZB 47/07). Dabei gilt: Ist die Versicherungssumme der Sterbegeldversicherung höher, sind zumindest die erwähnten 3.579 Euro sicher.

Alternativen zur Sterbegeldversicherung

Neben der Sterbegeldversicherung gibt es weitere Möglichkeiten, für die eigene Bestattung finanziell vorzusorgen.

Vorsorgevertrag

Als Alternative zur Sterbegeldversicherung besteht die Möglichkeit, mit einem Bestatter einen Vorsorgevertrag abzuschließen. Dafür wird die für die gewünschte Beerdigung erforderliche Summe auf einem Treuhandkonto zweckbestimmt hinterlegt und im Todesfall zur Begleichung der Beerdigungskosten an den Bestatter ausgezahlt.

Sparkonto

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, selbst Kapital anzusparen und es zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto anzulegen. Wenn Sie sicherstellen möchten, dass das Geld wirklich nur zur Beerdigung verwendet wird, kann das Konto mit einem Sperrvermerk zugunsten des Bestatters versehen werden. In diesem Fall kann nur er über das Kapital verfügen.

Lebensversicherung

Eine klassische Risikolebensversicherung oder eine bestehende Kapitallebensversicherung sind natürlich auch eine Option, um aus der Versicherungssumme im Todesfall die Beerdigungskosten zu begleichen. Allerdings kann hier gerade bei älteren Antragsstellern die umfassende Gesundheitsprüfung zum Problem werden.

Sterbegeld und Sozialbestattung – diese Ansprüche haben Sie auch ohne Sterbegeldversicherung

Eine private Sterbegeldversicherung soll Ihnen eine Beerdigung ganz nach Ihren Wünschen ermöglichen. Allerdings kann nicht jeder die finanziellen MIttel für die Versicherung aufbringen und ist auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Sterbegeld in der gesetzlichen Krankenversicherung

Bis Ende 2003 hat die gesetzliche Krankenversicherung ein sog. Sterbegeld gezahlt. Das wurde jedoch abgeschafft, sodass es von der GKV keine Leistungen mehr für die Bestattung gibt.

Sterbegeld aus der Unfallversicherung

Sterbegeld wird von der gesetzlichen Unfallversicherung nach einem Arbeitsunfall oder bei einer anerkannten berufskrankheit gezahlt. Die Höhe richtet sich nach den Bezugsgrößen, die in 2019 37.380 Euro in den alten Ländern ausmacht. 1/7 davon wird als Sterbegeld ausgezahlt, mithin 5.340 Euro. In den neuen Ländern sind es 4.920 Euro.

Beamtenversorgung und Sterbegeld vom Arbeitgeber

Die Hinterbliebenen von Beamten bzw. Beamten im Ruhestand erhalten einmalig ein Sterbegeld in Höhe der zweifachen Dienstbezüge bzw. des zweifachen Ruhegehaltes. Private Arbeitgeber leisten gelegentlich freiwillig, z. B. aufgrund einer Vereinbarung im Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Sozialbestattung

Bei einer Sozialbestattung übernimmt das zuständige Sozialamt die Kosten einer Bestattung, wenn der Zahlungsverpflichtete sie nicht leisten kann. Der Antrag auf Kostenübernahme einer Sozialbestattung erfolgt in der Regel bei dem Sozialamt am Sterbeort. Erforderlich ist keinesfalls ein Bezug von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung für die Kostenübernahme – überprüft wird allgemein die Bedürftigkeit der Angehörigen. Dafür müssen die Einkommens- und Vermögensverhältnisse dargestellt und zusammen mit einigen Unterlagen des Verstorbenen eingereicht werden. Wird der Antrag vor der Bestattung gestellt und angenommen, wird in der Regel eine Kostenübernahmeerklärung erstellt, die dann beim Bestatter vorgelegt wird. Der Bestatter rechnet in diesem Fall direkt mit dem Sozialamt ab. Ist die Bestattung bereits erfolgt, können die Rechnungen für eine einfache Bestattung beim Sozialamt eingereicht werden.