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Private Unfallversicherung: Schutz optimieren

Alle vier Sekunden passiert in Deutschland ein Unfall. Arbeitnehmer, Kinder im Kindergarten oder Schüler und Studenten in Schulen und Hochschulen – sie alle sind automatisch in einer gesetzlichen Unfallversicherung versichert, wenn der Unfall im Zusammenhang mit der Tätigkeit passiert. Den Beitrag der gesetzlichen Versicherung übernehmen zum Beispiel Schulen, Hochschulen, Arbeitgeber.

Mehr als 60 Prozent dieser Unfälle passieren aber in der Freizeit, also dann, wenn mit einer gesetzlichen Versicherung der Schutz nicht greift. Eine private Unfallversicherung bietet hier Versicherungsschutz gegen die finanziellen Folgen, die eine Invalidität nach einem Unfall mit sich bringen kann – etwa für die Kosten eines behindertengerechten Umbaus von Wohnung oder Auto.

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ Unfallgefahr im Alltag am größten: Die meisten Unfälle passieren in der Freizeit und im Haushalt, wenn der gesetzliche Unfallschutz nicht greift.

➤ Gliedertaxe beachten: Die Gliedertaxe bestimmt die tatsächliche Leistung bei einem Unfall mit gesundheitlichen Folgen.

Progression: Eine hohe Progression sichert umfassenden Schutz bei schweren Unfallfolgen.

➤ Kinder und Unfallschutz: Kinder sind besonders vielen Risiken ausgesetzt, die über eine Unfallversicherung abgedeckt werden können.

Wann leistet die private Unfallversicherung?

Die Unfallversicherung wird leistungspflichtig bei vielen Unfallfolgen:

  • Bewegungseinschränkung durch eine Gelenkverletzung
  • Verluste von Gliedmaßen
  • Verlust der Sehkraft auf einem Auge
  • Kostenübernahme bei benötigtem Zahnersatz und kosmetischen Operationen nach einem Unfall
  • Verlust des Gehörs auf einem Ohr
  • Folgen von Insektenstichen, wie Borreliose

Jetzt gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls absichern

Die meisten Unfälle …

… passieren zu Hause, sagt der Volksmund – und tatsächlich passiert ein nicht unerheblicher Anteil der Unfälle im Haushalt und der Freizeit. Ein Unfall im Haus, ein Sturz beim Spaziergang oder beim Radfahren. Gerade für Senioren besteht eine erhöhte Gefahr, nach einem Sturz eine Teilinvalidität davonzutragen. Denn: Der Heilungserfolg ist bei älteren Menschen nicht so gut wie bei jüngeren. Immer mehr Versicherungen bieten besondere Senioren-Unfallversicherungen an. Wichtig zu wissen: Eine Unfallversicherung ersetzt keinesfalls eine Pflegezusatzversicherung! Braucht man länger als sechs Monate Hilfe, muss man das bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragen – oder man hat eine private Pflegeversicherung, die diese Kosten schultern hilft.

Die Leistungen der Unfallversicherung

Kernleistung der Unfallversicherung ist die Invaliditätsentschädigung. Diese Summe wird einmalig nach einem Unfall mit Invalidität ausgezahlt. Als Faustformel für die Ermittlung der richtigen Versicherungssumme gilt:

Der monatliche Bedarf x 400 = Vollinvaliditätsentschädigung

Hat man einen geschätzten monatlichen Bedarf von 1.000 Euro, sollte man eine Invaliditätsentschädigung bei 100 Prozent von mindestens 400.000 Euro in einer privaten Unfallversicherung einplanen.

Berücksichtigen Sie dabei die Progression: Bei höherer Invalidität stellt der Versicherer dann höhere Leistungen in Aussicht. Bei einer Vollinvalidität nämlich nicht 100 Prozent sondern zum Beispiel 225 bis 500 Prozent der Grundversicherungssumme. Im Beispiel oben mit den 400.000 Euro Versicherungssumme und Vollinvalidität wären es bei 300 Prozent dann 1,2 Millionen Euro.

Als Alternative oder Zusatz zur einmaligen Invaliditätsleistung kann man bei manchen Unfallversicherungen auch eine lebenslange monatliche Unfallrente vereinbaren. Diese wird meist erst ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent ausgezahlt, dann jedoch in der voll vereinbarten Höhe.

Der Umfang der Leistungen kann je nach Tarif deutlich über Einmalleistungen und Renten hinausgehen. Geleistet werden kann auch für:

  • Kurkostenbeihilfe
  • Reiserückholkosten
  • Bergungskosten
  • Die Kosten für eine Haushaltshilfe, falls man die als Unfallfolge nicht mehr selbst bestreiten kann
  • Umschulungsmaßnahmen für unfallbedingte Berufsunfähigkeit
  • Übernachtungskosten der Erziehungsberechtigten (Rooming In) bei Kinderunfällen

Gliedertaxe: Wieviel ist ein Körperteil wert?

Der Grad der Invalidität nach einem Unfall ist ausschlaggebend für die Leistungen der Versicherungsgesellschaft. Je nach festgestelltem Invaliditätsgrad variiert die Höhe der auszuzahlenden Versicherungssumme – und für eine Unfallrente muss überhaupt ein Grad der Invalidität von 50 Prozent und mehr erreicht werden. In der Praxis heißt das: Verliert ein Motorradfahrer bei einem Unfall ein Bein, ist der Invaliditätsgrad höher als die abgeschnittene Fingerkuppe des Hobbybastlers. Und bei höherer Invalidität gibt es in der Regel auch mehr Leistung. Wie viel, richtet sich nach der sogenannten Gliedertaxe. Damit wird festgelegt, wie hoch der Grad der Invalidität bei Verlust von Gliedmaßen oder körperlichen Einschränkungen ist. Es gibt vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft eine Standardgliedertaxe, nach der sich oft die Basistarife der Unfallversicherungen richten – jeder Tarif legt aber eine eigene Gliedertaxe zugrunde.

Kinder: Unfallversicherung sinnvoll?

Kinder gehen neugierig und sorgenfrei durchs Leben, kennen die Gefahren noch nicht oder können sie nicht einschätzen. Aber nicht nur Unfälle drohen. Auch Unglücke, die keine direkte Folge eines Unfalls sind, können ein Kinderleben verändern. Möchte man seine Kinder absichern, kann man auch eine dementsprechend hohe Progression in den Vertrag einbauen. Das bedeutet dann: Je höher die Invalidität, desto höher die Invaliditätsleistung.

Entscheidet man sich für eine Kinderunfallversicherung sollte man darauf achten, dass neben einer ausreichend hoch angesetzten Versicherungssumme und Invaliditätsleistungen folgende Leistungen eingeschlossen sind:

  • Allergische Reaktionen auf oder Infektionen durch Insektenstiche (wie Borreliose beim Zeckenbiss)
  • Nahrungsmittelvergiftungen
  • Rooming In
  • Zahnersatz infolge des Unfalls
  • Beitragsfreistellung der Kinderpolice bei Tod des Versicherungsnehmers
  • Vergiftung bei Kindern
  • Kosmetische Operationen