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Unfallversicherung Gliedertaxe

Schließen Sie eine private Unfallversicherung ab, möchten Sie sich für den Fall einer Invalidität finanziell absichern. Doch wissen Sie eigentlich, wie viel Geld Sie bekommen, wenn Sie einen Unfall haben? Der Grad der Behinderung nach einem Unfall ist ausschlaggebend für die Leistungen der Versicherungsgesellschaft – das gilt sowohl für die Einmalzahlung als auch für eine monatliche Rente, die ab einer Invalidität von 50 Prozent und mehr gezahlt wird.

Bei der Unfallversicherung gilt: Verliert ein Motorradfahrer bei einem Unfall ein Bein, ist der Invaliditätsgrad höher als die abgeschnittene Fingerkuppe des Hobbybastlers. Und je höher der Grad der Invalidität festgestellt wird, umso höher ist die Versicherungsleistung. Die Höhe der Entschädigung bemisst sich nach der sogenannten Gliedertaxe, die dem Vertrag zugrunde liegt. Mit ihr wird für jeden Körperteil festgelegt, wie hoch die Einschränkung der Funktionsfähigkeit nach dem Verlust des Körperteils ist.

Unfallversicherung: Top-Schutz mit der besten Gliedertaxe sichern

Wie berechnet die Unfallversicherung die Leistungen nach Gliedertaxe?

Um die finanzielle Leistung der Unfallversicherung zu berechnen, benötigen Sie Versicherungssumme und Gliedertaxe.

Fall 1:
Kompletter Verlust: Sie schlagen sich beim Holzhacken den Daumen ab. Dann erhalten Sie bei einer Gliedertaxe von 20 Prozent und einer Versicherungssumme vom 100.000 Euro eine einmalige Leistung von 20.000 Euro.

Fall 2:
Teilweise Schädigung oder Funktionsstörung, durch Arztgutachten bestätigt: Sie verletzten sich am Knie und können das Gelenk nicht mehr abknicken. Der Arzt bestätigt eine dauerhafte Schädigung des Körperteils von zehn Prozent. Bei einer Gliedertaxe von 70 und einer Versicherungssumme von 100.000 Euro bekommen Sie 7.000 Euro.

Fall 3:
Progression: Haben Sie einen Vertrag mit Progression abgeschlossen, verhält es sich anders. Progression bedeutet: mehr Invalidität – mehr Leistung. Beispiel: Versicherungssumme 100.000 Euro, Progression 225 Prozent. Bei einer Vollinvalidität erhalten Sie nicht 100.000 Euro, sondern 225.000 Euro. Wichtig zu wissen: Rein statistisch haben viele Unfälle weniger als 25 Prozent bleibende Funktionsstörungen. Für den Bereich 1 bis 25 kommt die Versicherung mit Progression nicht auf. Die Staffelungen der Progression wirken sich deutlich auf die monatlichen Beiträge aus. Möchten Sie für alle Fälle die Progression im Vertrag mit aufnehmen, müssen Sie die höheren Beiträge in Kauf nehmen.

Ab wann erkennt die Unfallversicherung überhaupt eine Invalidität an?

Unfallversicherungen lassen dann eine Invalidität gelten, wenn als Folge eines Unfalls entweder die geistige oder die körperliche Leistungsfähigkeit auf Dauer eingeschränkt ist. Dauerhaft bedeutet zudem, dass die Einschränkung der Leistungsfähigkeit länger als drei Jahre anhält oder für immer bleibt.

Brechen Sie sich den Unterarm und der ist nach drei Monaten wieder verheilt, gibt es keine Leistung für die Zeit in Gips. Hier bieten lediglich einige Unfallversicherungen ein kleines Schmerzensgeld als Zusatzleistung an.

Unfall, Invalidität – aber kein Geld: Wann die Unfallversicherung nicht leistet

Die private Unfallversicherung zahlt nicht bei jedem Unfall. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie die Vertragsbedingungen genau unter die Lupe nehmen und bei Unklarheiten nachhaken. In der Regel ausgeschlossen von den Leistungen sind zum Beispiel Unfälle, die wegen Bewusstseinsstörungen eintreten.

Dazu gehört neben Drogenrausch oder Alkoholeinfluss auch nicht selbstverschuldete körperliche Zustände wie kreislaufbedingte Ohnmachten, Epilepsie oder Schlaganfall. Erleidet die Hausfrau beim Fensterputzen eine Ohnmacht und fällt von der Leiter, leistet die private Unfallversicherung nicht für bleibende Schäden des Unglücks. Auch eine Invalidität nach dem Begehen von Straftaten ist in der Regel nicht mitversichert.

``Geld zurück`` bei der Unfallversicherung? Von wegen!

Über viele Jahre Beiträge in eine Versicherung einzuzahlen, die Sie letztlich und glücklicherweise doch nicht benötigen. Das ist wenig attraktiv für viele Versicherungsnehmer. Daher bieten viele Unternehmen Unfallversicherungen an, die am Ende der Laufzeit eine Beitragsrückgewähr bieten. Auf den ersten Blick gar nicht schlecht – doch beim derzeitig niedrigen Zinsniveau keine gute Anlage. Eine Unfallversicherung ist keine Geldanlage! Und sollten Sie bei Vertragsende nur die eingezahlten Beiträge ohne Überschussbeteiligung erhalten, machen Sie gar ein Minusgeschäft. Das Geld hat über die Jahre wegen der Inflation an Wert verloren.