Sie befinden sich hier:

Was sind Vorsorgeuntersuchungen?

Gesundheitsvorsorge beginnt natürlich bei einer gesunden Lebensführung, zu der eine gesunde Ernährung, regelmäßiger Sport sowie der Verzicht auf gesundheitsschädigende Substanzen wie Alkohol und Nikotin gehören. Hinzu kommt der regelmäßige Gang zum Hausarzt, um den aktuellen Gesundheitszustand zu kontrollieren, zum Beispiel durch in bestimmten Intervallen vorgenommene Blutuntersuchungen. Spezielle Vorsorgeuntersuchungen runden die Prophylaxe ab. Standardisierte Vorsorgeuntersuchungen werden teilweise von den gesetzlichen Kassen getragen, teilweise aber auch nicht. Auf jeden Fall ermöglichen sie es, schleichenden Krankheiten frühzeitig auf die Spur zu kommen. Obwohl viele dieser Untersuchungen zu den Regelleistungen der gesetzlichen Kassen zählen, also seitens der Versicherten ein Anspruch auf sie besteht, werden sie selten wahrgenommen, vor allem deshalb, weil Patienten über ihren Anspruch auf sie wenig oder gar nichts wissen.

Der Sinn von Vorsorgeuntersuchungen

Manche Krankheiten kommen nicht von heute auf morgen, sie schleichen sich vielmehr regelrecht in den Körper ein und werden auf diese Weise oftmals erst bemerkt, wenn es schon zu spät ist. Zu diesen lautlos sich einschleichenden Krankheiten zählen beispielsweise …

  • Diabetes,
  • Bluthochdruck und
  • koronare Herzerkrankungen.

Die Liste ließe sich allerdings mühelos deutlich verlängern. Krankheiten dieser Art gehen in ihrem Frühstadium nur mit sehr geringen Beschwerden oder nahezu ohne Beschwerden einher und sind daher vom Laien kaum zu identifizieren und darum äußerst gefährlich. Erkennbar werden sie nur bei Check-ups und Vorsorgeuntersuchungen in der Arztpraxis. In diesem Fall kann dann frühzeitig eine Therapie starten, die einer Verschlimmerung der Erkrankung effektiv entgegenwirken oder sogar eine vollständige Heilung bewirken kann.

Vorsorgeuntersuchungen tragen also zur Gesunderhaltung des Körpers bei, steigern nachweislich die Lebenserwartung und dienen auch dazu, den eigenen Körper besser kennenzulernen. Zur Vorbereitung einer Vorsorgeuntersuchung empfiehlt es sich, Unterlagen zu vorangegangenen Untersuchungen sowie Laborwerte bereitzuhalten, die dem Arzt wertvolle Anhaltspunkte zu Ihrem bisherigen Gesundheitszustand liefern können. Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich Antworten auf die folgenden Fragen zu überlegen:

  • Wie sehen meine Ernährungsgewohnheiten aus?
  • Wie viel bewege ich mich im Alltag und beim Sport?
  • Unter welchen Allergien und Unverträglichkeiten leide ich?
  • Welche Medikamente nehme ich regelmäßig oder gelegentlich ein?

Im Mittelpunkt jeder Vorsorgeuntersuchung sollte natürlich das offene, intensive und vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt stehen, in dem es beispielsweise um Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten innerhalb der Familie, Ernährungs- und Bewegungstipps sowie um alle Ängste und Bedenken rund um das eigene Wohlbefinden gehen kann. Am Ende dieses Gesprächs kann ein gemeinsamer, realistischer Plan zur Verbesserung des Gesundheitszustandes stehen.

Arten von Vorsorgeuntersuchungen

Das Feld der Vorsorgeuntersuchungen lässt sich anhand verschiedener Kriterien unterteilen, und zwar …

  • hinsichtlich ihrer Bezahlung durch die gesetzlichen Krankenkassen,
  • hinsichtlich des Alters und des
  • Geschlechtes der Patienten sowie natürlich
  • hinsichtlich ihrer medizinischen Thematik.

Im Folgenden werden zunächst alle Vorsorgeuntersuchungen vorgestellt, die zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen zählen, wobei eine Binnendifferenzierung vorgenommen wird, die sich teilweise nach dem Patientenalter, dem Patientengeschlecht sowie vor allen nach der medizinischen Thematik richtet.

Vorsorgeuntersuchungen, die von den gesetzlichen Kassen getragen werden

Gesundheits-Check-up
Allgemeine Gesundheits-Check-ups werden alle zwei Jahre für Frauen und Männer ab dem 35. Lebensjahr von den gesetzlichen Kassen übernommen. Diese Check-ups beinhalten in der Regel:

  1. Ganzkörperuntersuchung mit Blutdruckmessung
  2. Blutproben zur Ermittlung der Blutzucker- und Cholesterinwerte
  3. Urinuntersuchung
  4. Ausführliches Artzgespräch

Krebsfrüherkennung

  1. Frauen ab 20: Genitaluntersuchung (jährlich) auf Gebärmutterhalskrebs
  2. Frauen ab 30: Brustuntersuchung (jährlich)
  3. Frauen ab 50 bis zum Ende des 70. Lebensjahres: Mammographie-Screening (alle zwei Jahre)
  4. Männer ab 45: Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung (jährlich), Tastuntersuchung der Lymphknoten
  5. Frauen und Männer ab 35: Ganzkörperuntersuchung der gesamten Haut
  6. Frauen und Männer ab 50: Dickdarm- und Rektumuntersuchung (jährlich), Test auf verborgenes Blut (jährlich bis zum Alter von 54 Jahren)
  7. Männer ab 50: Zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren, Test auf verborgenes Blut alle zwei Jahre
  8. Frauen ab 55: Zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren, Test auf verborgenes Blut alle zwei Jahre
  9. Frauen und Männer ab 35: Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre

Zahnvorsorge-Untersuchungen

  1. Madchen und Jungen von 6 bis 18: Untersuchung auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (einmal je Kalenderhalbjahr, bis 6 Jahre: drei Untersuchungen)
  2. Frauen und Männer ab 18: Zahnvorsorge-Untersuchungen (einmal je Kalenderhalbjahr). Dies gilt auch dann, wenn in derselben Sitzung eine Zahnsteinentfernung, Röntgenuntersuchung oder Sensibilitätsprüfung durchgeführt wurde.

Kinder- und Jugenduntersuchungen

Eine Reihe von Früherkennungs- und Vorsorgemaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Eltern bekommen gleich nach der Geburt des Kindes im Krankenhaus oder beim Kinderarzt ein Untersuchungsheft für Kinder, in dem genau aufgelistet wird, wann welche Untersuchung ansteht.

  1. Mädchen und Jungen von 0 bis 6: U-Untersuchungen (Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten bei Kindern): zehn Untersuchungen in den ersten sechs Lebensjahren beginnend unmittelbar nach der Geburt (U1 bis U9). Neu ist dabei die U7a im 34. bis 36. Lebensmonat.
  2. Mädchen und Jungen zwischen 13 und 14 (± 1 Jahr): J-Untersuchungen (Jugendgesundheitsuntersuchungen)

Schutzimpfungen
Neben den Kosten für Schutzimpfungen übernehmen manche gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten für bestimmte Reiseimpfungen.

  1. Säuglinge, Kinder und Jugendliche: Hepatitis B, Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Haemophilus influenzae Typ B (Hib.)-Infektion, Pertussis (Keuchhusten), Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Humane Papillomaviren für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren.
  2. Erwachsene: Auffrischimpfungen (unterschiedlich in den Satzungen der Kassen geregelt), die bei Erwachsenen aufgefrischt oder bei fehlender Grundimpfung nachgeholt werden sollen: Diphtherie (alle zehn Jahre empfohlen), Tetanus.
  3. Ab ca. 60: Indikationsimpfungen (unterschiedlich in den Satzungen der Kassen geregelt) bei erhöhter Gefährdung von Personen und bei Angehörigen bestimmter Alters- oder Risikogruppen: Influenza (Standardimpfung für Personen ab 60 Jahre), Pneumokokken-Infektion (Standardimpfung für Personen ab 60 Jahre), Frühsommermeningo-Enzephalitis (FSME), Haemophilus influenza Typ B (Hib.)-Infektion, Infektion-Hepatitis A und B, Tollwut, Meningokokken-Infektion, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Varizellen, Röteln, Pertussis (Keuchhusten).

Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen

  1. Ultraschall-Diagnostik
  2. Untersuchung auf HIV
  3. Blutuntersuchungen auf Infektionen
  4. Erkennung und Überwachung von Risikoschwangerschaften
  5. Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes
  6. Untersuchung und Beratung der Wöchnerin

Clamydien-Screening

Frauen bis 25: Untersuchung auf Clamydien zur Vorsorge gegen genitale Chlamyda-Trachomatis-Infektion, einmal pro Jahr

Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Männer ab 65: Einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Aneurysmas der Bauchschlagader

Vorsorgeuntersuchungen, die nicht von den gesetzlichen Kassen getragen werden

Die folgenden Vorsorgeuntersuchungen werden nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen und müssen deshalb aus eigener Tasche bezahlt werden. Ob private Krankenversicherungen und private Krankenzusatzversicherungen für diese Vorsorgeleistungen aufkommen, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab.

Hörtest
Ein Hörtest beim HNO-Arzt ist vor allem bei älteren Patienten sinnvoll, um festzustellen, ob sie ein Hörgerät benötigen.
Kosten: ca. 40 Euro

HPV-Test
Frauen ab 17: Ein HPV-Test erkennt humane Papillomaviren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können.
Kosten: ca. 80 Euro

Grüner-Star-Test
Frauen und Männer ab 40: Augenärzte raten an, einmal pro Jahr eine Augenuntersuchung sowie eine Messung des Augeninnendrucks vornehmen zu lassen (IGeL-Leistung).
Kosten: ca. 20 Euro

Knochendichtemessung
Frauen und Männer ab 50: Mit einer Knochendichtemessung oder einem Vitamin-D-Test lässt sich die Knochenkrankheit Osteoporose frühzeitig erkennen. Diese Tests sollten alle fünf Jahre durchgeführt werden.
Kosten: bis ca. 100 Euro

Impfung gegen Pneumokokken
Frauen und Männer ab 60: Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungen- oder Hirnhautentzündung verursachen können und vor allem für ältere Menschen eine Gefahr darstellen.
Kosten: ca. 20 Euro

Tumormarker-Test
Frauen und Männer ab 60: Patienten im fortgeschrittenen Alter sind besonders anfällig für Eierstock-, Dickdarm- und Leberkrebs. Die Tumore bilden dabei bestimmte Eiweiße, die auch als Tumormarker bezeichnet werden und im Blut nachweisbar sind.
Kosten: ca. 60 Euro

Unser Tipp: Kosten für die Vorsorge privat absichern

Wenn Sie dauerhaft auf eine umfassende Vorsorge setzen möchten, können Sie mit einer Zusatzversicherung die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen versichern. In der Regel steht Ihnen dann für jedes Kalenderjahr ein Budget zur Verfügung, mit dem die Kosten beglichen werden können. Berechnen Sie jetzt die Kosten einer entsprechenden Zusatzversicherung ganz nach Ihren Wünschen!