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Wohngebäudeversicherung: Die eigenen vier Wände schützen

Die Wohngebäudeversicherung schützt eine unserer größten Investitionen im Leben – die eigene Immobilie. Im Basis-Schutz sind Schäden gedeckt, die Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Sturm und Hagel am Gebäude anrichten.

Der Schutz kann um viele Bausteine erweitert werden – am bekanntesten ist sicherlich die Erweiterung gegen Elementarschäden – zum Beispiel durch Überschwemmungen oder Schneedruck in Bergregionen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Leistungsumfang: Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am Haus durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser ab.

Ersatz: Erstattet werden die Kosten für Reparaturen und notfalls den Wiederaufbau.

Elementarschäden mitversichern: Naturkatastrophen wie Überschwemmungen müssen separat versichert werden.

Gebäudeversicherung: So ermitteln Sie die Versicherungssumme

Die richtige Versicherungssumme für die Gebäudeversicherung kann auf drei Arten ermittelt werden:

  1. Schätzung durch einen Gutachter: Die teuerste und daher nicht empfehlenswerte Methode ist die Ermittlung des Verkehrswerts durch einen von der Versicherung anerkannten Gutachter.
  2. Die Umrechnung aus dem Gebäudeneuwert: diese Methode ist nur möglich, wenn die kompletten Unterlagen der Baukosten vorliegen.
  3. Die Wertermittlung nach dem 1914-er Wert, der Größe und Ausstattung des Gebäudes berücksichtigt.

Wohngebäudeversicherung vergleichen

Das macht eine gute Gebäudeversicherung aus

Es gibt einige Leistungsmerkmale, auf die Wert zu legen sich lohnt:

Mitversicherung der groben Fahrlässigkeit

Verursachen Sie grob fahrlässig einen Schaden, sollte das mit abgesichert sein. Eine grobe Fahrlässigkeit liegt zum Beispiel dann vor, wenn eine brennende Kerze das Haus in Brand setzt.

Abbruch- und Aufräumkosten

Sie sollten mitversichert sein, damit nach einem Schaden die Baustelle für den Neuaufbau geräumt werden kann.

Dekontamination verseuchten Erdreichs

Auch die Entsorgung von verseuchtem Erdreich – zum Beispiel durch giftigen Schutt – sollte mitversichert sein.

Überspannungsschäden

Schlägt ein Blitz nicht direkt ins Haus ein, sondern in eine umliegende Hochspannungsleitung, können Schäden an der Hauselektronik durch Stromspitzen entstehen. Auch die sollten mitversichert sein!

Mutwillige Beschädigungen absichern

Beschmutzungen durch Graffiti am Gebäude sollten mitversichert werden, ebenso wie Vandalismusschäden durch Dritte.

Ich möchte die Wohngebäudeversicherung wechseln – was tun?

Bevor Sie eine Kündigung an die Wohngebäudeversicherung aufsetzen und losschicken: Stellen Sie den neuen Schutz erst einmal sicher. Erst wenn Sie den neuen Versicherungsschein in der Hand haben, sollten Sie die Kündigung der bestehenden Wohngebäudeversicherung aussprechen.

Tipp: Wenn Sie mit einem bestehenden Vertrag potenzielle Neuversicherer ansprechen, weisen Sie darauf hin, dass der bestehende Vertrag von Ihnen gekündigt werden soll. So vermeiden Sie Irritationen und Nachfragen zu einer möglichen Doppelversicherung.

Wenn Sie direkt eine Wohngebäudeversicherung beantragen und abgelehnt werden, müssen Sie diese Ablehnung bei anderen Anträgen angeben, was Ihre Chancen auf eine bessere Wohngebäudeversicherung nicht gerade erhöht. Wenn Sie also Vorschäden haben und in einem älteren Haus wohnen, lassen Sie sich von ein paar Versicherern erst einmal ganz unverbindlich ein Angebot unterbreiten. So erfahren Sie, wie gut Sie versicherbar sind und was der neue Schutz kosten wird – und können sich dann nach den Ergebnissen der Voranfrage für die beste Wohngebäudeversicherung entscheiden.

Was passiert mit der Wohngebäudeversicherung beim Verkauf des Hauses?

Die Gebäudeversicherung geht beim Hauskauf automatisch auf den neuen Eigentümer über. Bis dies geschehen ist, bleibt der alte Eigentümer weiterhin im Status des Versicherungsnehmers und der Versicherungsgesellschaft zur Beitragszahlung verpflichtet. Dies ist auch dann der Fall, wenn laut Kaufvertrag Nutzen, Lasten und Gefahren der Immobilie schon auf den Käufer übergegangen sind. Fragen Sie daher als Käufer den Verkäufer gezielt nach der Wohngebäudeversicherung. Lassen Sie sich die Versicherungspolice sowie den Beleg für die Beitragszahlung zeigen. Nur so sind Sie sicher, dass die Wohngebäudeversicherung wirklich Schutz bietet. Der Zeitpunkt des Eigentumsübergangs ist auch von Bedeutung, da ein Käufer innerhalb eines Monats nach dem Grundbucheintrag die Versicherung kündigen kann, um sich bei Bedarf bei einem anderen Unternehmen zu versichern.

Dem Neueigentümer steht jedoch einen Monat lang ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. So hat er ausreichend Zeit um die alte Wohngebäudeversicherung mit anderen Gebäudeversicherungen zu vergleichen und den für sich besten Anbieter zu finden.

Hochwasser und Überschwemmungen absichern

Nur wenn eine Wohngebäudeversicherung auch über den Zusatzbaustein Elementarschadenschutz verfügt, leistet der Versicherer bei Schäden durch Naturgewalten, insbesondere durch Überschwemmungen und Hochwasser. Natürlich blickt der Versicherer bei der Antragstellung auf das zu versichernde Risiko. Laut GDV können aber über 90 Prozent aller Hausbesitzer problemlos einen Elementarschadenschutz erhalten.

Andere Gebäude in besonders gefährdeten Gebieten können oft über eine entsprechend hohe Selbstbeteiligung oder auch bauliche Maßnahmen, die das Haus sicherer machen, Versicherungsschutz erhalten. Wer in den letzten Jahren einen Schaden zu verzeichnen hatte, hat kaum Chancen einen Vertrag zu erhalten. Deshalb ist es so wichtig, den Schutz rechtzeitig abzuschließen.

Sturm, Hagel und Blitzschlag versichern

Es gibt auch andere Naturgewalten, die Schäden am Wohngebäude anrichten können. Stürme, die so stark wie Orkane sind, können Bäume entwurzeln, Dachziegel vom Dach schleudern, aber auch Hagelkörner, groß wie Tischtennisbälle, können Dachfenster zerstören. Nicht zuletzt kann ein Blitzschlag zu Überspannungen in der Stromleitung führen, was elektrische Geräte zerstört. Die Wohngebäudeversicherung kommt für Sturm- und Hagelschäden auf. Dieser Baustein ist in Policen heutzutage automatisch enthalten. Bei sehr alten Policen gilt es zu überprüfen, ob Sturm- und Hagelschäden gedeckt sind. Die Police leistet in der Regel erst, wenn ein Sturm mindestens Windstärke acht erreicht, also ab 63 km/h. Das muss der Kunde allerdings nicht selbst nachweisen. Er muss sich aber Datum und Uhrzeit des Schadens merken und dem Versicherer melden. Dieser kontrolliert dann über einen der Wetterdienste – beispielsweise über den Deutschen Wetterdienst –, ob in der Gegend ein entsprechend starker Sturm aufgetreten ist. Manchmal genügt es auch nachzuweisen, dass bei den Nachbarn zum gleichen Zeitpunkt ähnliche Schäden entstanden sind.

Eine Wohngebäudeversicherung ersetzt die Reparatur- oder Wiederaufbaukosten bei Schäden an der Immobilie, auch an Nebengebäuden – etwa an einer Garage, einem Schuppen, einem Gartenhäuschen – auf demselben Grundstück, sofern die Nebengebäude in der Versicherung aufgeführt sind. Nach einem Sturm kommt die Police auf für beispielsweise ein abgedecktes Dach, einen zerstörten Schornstein, Schäden durch umgeknickte Bäume und Folgeschäden am Gebäude, wenn es zum Beispiel durch das Dach regnet. Die Wohngebäudeversicherung deckt auch Schäden durch Blitzschlag sowie Überspannungsschäden: Überspannungen entstehen, wenn der Blitz nicht direkt ins Haus einschlägt, sondern in eine externe Stromleitung und so Stromspitzen entstehen, die elektrische Installationen im Haus, die Heizungsanlage, eine Alarmanlage oder Ähnliches treffen.