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Zahnzusatzversicherung: Fehlende Zähne mitversichern

Wenn Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen möchten und Ihnen bereits Zähne fehlen, die nicht ersetzt wurden, sollen ja gerade diese Lücken mitversichert werden. Gleichzeitig schränken die fehlenden Zähne die Versicherungsmöglichkeiten zum Teil deutlich ein.

Vor allem bei mehr als drei fehlenden Zähnen wird es schwer, bei einem Vergleich der Zahnzusatzversicherung überhaupt noch Versicherungsschutz zu bekommen. Die Zahnzusatzversicherungen haben alle ihre eigenen Regeln aufgestellt, wie Sie mit Anträgen verfahren, in denen fehlende Zähne angegeben werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ Fehlende Zähne mitversicherbar: Bis zu drei Zähne können mitversichert werden.

➤ Angeratene Behandlungen: Ist bereits konkret eine Maßnahme geplant oder gar begonnen, ist Schutz nur selten möglich.

➤ Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsfragen: Fehlende Zähne sind bei diesen Policen kein Thema – sie sind aber auch nicht mitversichert.

➤ Zahnstaffel im Auge behalten: Bei manchen Zahnzusatzversicherungen senken fehlende Zähne die Zahnstaffel erheblich.

Diese Zahnzusatzversicherungen versichern fehlende Zähne mit

  • Allianz: bis zu drei Zähne, Zuschlag
  • ARAG: bis zu drei Zähne, Zuschlag
  • Janitos: bis zu drei Zähne, ab zwei fehlenden Zähnen veränderte Zahnstaffel
  • Hanse Merkur: bis zu drei Zähne, Zuschlag
  • Hallesche: bis zu drei Zähne, veränderte Staffel
  • DKV: bis zu drei Zähne, Zuschlag
  • Die Bayerische: bis zu drei Zähne, ab zwei fehlenden Zähnen veränderte Zahnstaffel
  • Signal Iduna: bis zu drei Zähne, Zuschlag und veränderte Zahnstaffel
  • UKV: bis zu drei Zähne, Zuschlag
  • Württemerbergische: bis zu drei Zähne, veränderte Zahnstaffel

Zahnzusatzversicherung: Fehlende Zähne intelligent mitversichern

Fehlende Zähne – So gehen die Zahnzusatzversicherungen damit um

Variante 1: Mitversicherung ohne Einschränkung

Für Sie ist das natürlich die beste Variante: Vor allem bei nur einem fehlenden Zahn bieten manche Zahnzusatzversicherungen – wie die Continentale, die Barmenia oder die Bayerische eine Mitversicherung ohne Einschränkung an – für Sie bedeutet das: Sie bekommen den gewünschten Schutz und können sich ohne Erschwernisse versichern.

Wie sinnvoll ist diese Variante?
Natürlich ist die Mitversicherung ohne Einschränkung die beste Wahl und gerade bei einem fehlenden Zahn auch gut zu bekommen. Bei mehr als einem fehlenden Zahn wird es dann allerdings schon schwieriger.

Variante 2: Ausschluss der fehlenden Zähne

Auch das ist natürliche eine Möglichkeit: Sie versichern die fehlenden Zähne gar nicht mit, sondern lassen sie ausschließen. Das bedeutet, dass bei zahnärztlichen Maßnahmen an diesen Zähnen die Kosten nicht getragen werden.

Wie sinnvoll ist diese Variante?
Eher weniger, denn gerade bei Lückenschlüssen, die die dann ausgeschlossenen Zähne mit einbeziehen, kann es zu Problemen bei der Kostenübernahme kommen. Von einem Ausschluss ist deshalb immer abzuraten

Variante 3: Mitversicherung mit geringerer Zahnstaffel

Diese Variante ist das Gegenstück zu den Beitragserhöhungen: Sie zahlen nicht mehr für Ihren Schutz, bekommen aber zum Teil deutlich geringere Leistungen, weil die Zahnstaffel verringert wird. Bei der Hallesche zum Beispiel wird die Zahnstaffel auf 25 Prozent der eigentlichen Leistung in den ersten fünf Jahren gekürzt: Statt 5.000 Euro gibt es maximal 1.250 Euro. Bei anderen Versicherungen verhält es sich ebenso – Leistungskürzungen um 75 bis 80 Prozent sind keine Seltenheit, sondern der Normalfall. Andere Versicherer – wie die Württembergische – begrenzen die Zahnstaffel nicht der Höhe nach, sondern verlängern bei zu vielen Zähnen die Laufzeit auf bis zu 96 Monate.

Wie sinnvoll ist diese Variante?
Eine reduzierte oder verlängerte Zahnstaffel senkt Ihren Leistungsanspruch gegenüber der Zahnzusatzversicherung deutlich – als Notlösung kann man die verringerte Zahnstaffel dann in Betracht ziehen, wenn sicher ist, dass während der Zeit der Leistungsstaffel voraussichtlich keine größeren Behandlungen anstehen – aber wer weiß das schon?

Variante 4: Mitversicherung gegen Aufpreis

In der zweiten Gruppe finden sich die Versicherer – wie zum Beispiel die Allianz, die Nürnberger, die Hanse Merkur oder die ARAG –, die meist einen fehlenden Zahn bis drei fehlende Zähne mitversichern, für jeden fehlenden Zahn aber einen Aufschlag verlangen. Hier wird der Schutz deutlich teurer, weil die Aufschläge je nach Tarif bis zu zehn Euro pro Zahn ausmachen können.

Wie sinnvoll ist diese Variante?
Wirtschaftlich kann diese Variante durchaus sinnvoll sein, weil der Aufschlag es Ihnen ermöglicht, fehlende Zähne mitzuversichern – und Sie so den Lückenschluss finanziert bekommen, wenn auch mit Beitragszuschlag. Die erhöhten Beiträge bleiben Ihnen allerdings ein Leben lang erhalten – deswegen sollte nach dem vollzogenen Lückenschluss geschaut werden, ob es nicht eine Alternative ohne Aufschlag gibt. Beachten Sie auch eine mögliche Wartezeit der Zahnzusatzversicherung – erst nach deren Ablauf wird gezahlt!

Nach welchen Zähnen wird denn überhaupt gefragt?

Fragt die Zahnzusatzversicherung nach fehlenden Zähnen, sind damit bleibende Zähne gemeint – ausgenommen sind Lücken, bei denen bisher lediglich die Milchzähne fehlen, oder auch Weisheitszähne, die grundsätzlich nicht mitgezählt werden.

Mir fehlen vier oder mehr Zähne – Bekomme ich eine Zahnzusatzversicherung?

Je mehr Zähne fehlen, desto schwieriger wird es, passenden Schutz zu finden – die meisten Zahnzusatzversicherungen lehnen Antragsteller mit mehr als vier fehlenden Zähnen ab. In diesem Fall besteht immer noch die Möglichkeit, eine Zahnzusatzversicherung ohne Gesundheitsprüfung abzuschließen – nach fehlenden Zähnen wird in diesem Fall nicht gefragt, allerdings sind die Lücken auch nicht mitversichert, die Kosten für Lückenschlüsse werden nicht getragen.

Solche Zahnzusatzversicherung mit sehr guten Leistungen bietet zum Beispiel die R+V an, aber hier gilt natürlich das bereits oben zum Ausschluss Gesagte: Sinnvoll ist eine solche Zahnzusatzversicherung nur dann, wenn Sie sicher sind, dass die fehlenden Zähne keine Rolle bei einer zukünftigen Zahnversorgung spielen und nur neu hinzukommende Zahnprobleme versichert werden sollen.