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Zahnzusatzversicherung: Die wichtigsten Leistungsmerkmale im Vergleich

Die optimale Zahnzusatzversicherung für jedermann gibt es nicht. Die Tarife der Zusatzpolicen sind so unterschiedlich konzipiert, dass ganz unterschiedliche Wünsche abgedeckt werden: Der eine will von Anfang an hohe Kosten für Zahnersatz ersetzt bekommen.

Anderen ist dagegen vor allem die Kostenübernahme für Zahnbehandlungen wichtig. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie vor der Entscheidung für eine Zahnzusatzversicherung einen Vergleich der Tarife starten, um Ihre individuell beste Lösung zu finden.

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ Leistungen vergleichen: Wichtig ist bei der Zahnzusatzversicherung ein gutes Leistungsspektrum – lassen Sie sich das im Vergleich genau aufzeigen.

➤ Günstige Beiträge: Achten Sie darauf, ob die Beiträge mit Altersrückstellungen kalkuliert sind – sonst kann es im Alter ein böses Erwachen geben, wenn die Beiträge unbezahlbar werden.

➤ Individueller Vergleich entscheidend: Lassen Sie sich einen Vergleich auf Ihre eigenen Bedürfnisse zuschneiden – Vorerkrankungen, fehlende Zähne und persönliche Vorgaben inklusive.

Das sind die Qualitätsmerkmale einer Zahnzusatzversicherung

Höhe der Erstattung: Wie viel genau erstattet die Zahnzusatzversicherung für Zahnersatz, Zahnbehandlungen, Prophylaxe oder auch Kieferorthopädie – gerade für Kinder?
Umfang der Erstattung: Welche Maßnahmen und Behandlungsmethoden werden erstattet? Unterscheiden sich die Erstattungssätze?
Rating: Wie wirtschaftlich stabil ist ein Versicherer – nur finanziell stark aufgestellte Versicherer können Beitragsstabilität dauerhaft gewährleisten.
Qualität der Bedingungen: Im Vergleich kommt es auf viele einzelne Leistungsmerkmale an, die wir hier für Sie zusammengestellt haben.
Gesundheitsfragen: Die meisten Zahnzusatzversicherungen stellen Gesundheitsfragen nach fehlenden Zähnen, Zahnerkrankungen und offenen Behandlungen. Je nach Zahnstatus lohnt es sich, die Fragen mit in den Vergleich der Zahnzusatzversicherung einzubeziehen.

Die beste Zahnzusatzversicherung finden

Erstattungssatz für Zahnersatz

Auf den ersten Blick steht bei einer Zahnzusatzversicherung im Vergleich immer der Prozentsatz der Erstattung für Zahnersatz im Vordergrund. Wenn Sie vergleichen, müssen Sie aber ganz genau hinschauen: 100 Prozent sind nicht immer 100 Prozent.

Erstattungssatz für Regelversorgung

Die meisten Zahnzusatzversicherungen sehen tatsächlich eine volle Erstattung für Zahnersatz vor, wenn Sie sich für die Regelversorgung – sprich: Kassenleistung – entscheiden. Damit befreit Sie die private Zahnzusatzversicherung von der 35- bis 50-prozentigen Zuzahlung.

Beispiel: Die Regelversorgung mit einer Brücke kostet 600 Euro – die Kasse zahlt 300 Euro, die private Zusatzversicherung trägt den Rest.

Erstattungssatz für privatärztliche Versorgung

Bei einer privatärztlichen Versorgung mit Zahnersatz liegt der Erstattungssatz meist zwischen 30 und 90 Prozent. Beim Vergleich müssen Sie darauf achten, ob der Erstattungssatz die Kassenleistungen mit einbezieht oder nicht.

Beispiel mit Einbeziehung: Die private Zahnzusatzversicherung zahlt 80 Prozent der Kosten inklusive Kassenleistung. Bei einer Zahnarztrechnung von 2.000 Euro und einem Festzuschuss der Kasse von 400 Euro trägt die private Zahnzusatzversicherung 1.200 Euro – nämlich 80 Prozent von 2.000 Euro abzüglich der 400 Euro Festzuschuss, den die gesetzliche Kasse zahlt.

Beispiel ohne Einbeziehung: Die private Zahnzusatzversicherung zahlt 30 Prozent der Kosten ohne Berücksichtigung der Kassenleistung. Bei 2.000 Euro Zahnarztrechnung wären das 600 Euro. Beträgt der Festzuschuss wieder 400 Euro, bekämen Sie mit 1.000 Euro insgesamt von der GKV und der privaten Zusatzversicherung 50 Prozent der Gesamtkosten erstattet.

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Eigenanteil für ein Implantat
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Zusatzkosten für eine hochwertige Füllung
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Eigenanteil für eine privatärztliche Wurzelbehandlung

Leistungsumfang für Zahnersatz

Neben der Höhe einer möglichen Erstattung und der Berechnungsart ist im Vergleich der Zahnzusatzversicherung natürlich auch die Frage wichtig, welche Leistungen denn überhaupt mitversichert sind – im Fokus steht vor allem die Kostenübernahme für Implantate und Inlays.

Implantate

Oft ist ein Implantat die letzte Möglichkeit, Lücken im Gebiss zu schließen. Neben der Kostenübernahme für das Implantat sollten auch die Maßnahmen zum Knochenaufbau von der Zahnzusatzversicherung getragen werden. Denken Sie daran, dass Implantate keine Kassenleistung sind: Gezahlt wird ein Festzuschuss für den Lückenschluss, der meist deutlich weniger als zehn Prozent der Gesamtkosten für das Implantat ausmacht. Entsprechend umfangreich sollte die Absicherung über die private Zahnzusatzversicherung sein.

Inlays

Inlays gelten als hochwertige, langlebige und oft auch gesündere Alternative zu herkömmlichen Füllmaterialien – achten Sie deshalb im Vergleich der Zahnzusatzversicherung darauf, dass die Kosten getragen werden und der Erstattungssatz bei 70 Prozent und mehr liegt, damit ein Großteil der Kosten tatsächlich gedeckt ist.

Brücke

Die Brücke ist ein klassisches Zahnersatz-Element, um Lücken im Gebiss zu schließen. Eine solche Zahnbrücke schließt die Lücke, indem die benachbarten Zähne als Pfeiler der Brücke zum Einsatz kommen. Die Pfeiler tragen das Element, das die Lücke schließt – der Lückenschluss kann einen einzelnen Zahn umfassen oder mehreren fehlenden Zähne überbrücken. Die verschiedenen Brücken-Arten unterscheiden sich nach Art der Befestigung sowie nach Materialien.

Zahnkrone

Das Einsetzen einer Zahnkrone ist eine der häufigsten Routine-Arbeiten beim Zahnarzt. Meist werden mit der Krone abgebrochene oder kariöse Zähne wieder repariert und überkront. Die Krone kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine Zahnbehandlung mit einer Füllung nicht mehr möglich ist. Mit der Zahnkrone wird der Zahn quasi in seiner ursprünglichen Form „nachgebaut“ und ist auch wieder voll funktionstüchtig. Kronen unterscheiden sich vor allem nach der Funktion und dem verwendeten Material.

Leistungsstaffel beachten!

Der Erstattungssatz für Zahnersatz ist ein Regulativ zur Leistungshöhe bei der Zahnzusatzversicherung – im Vergleich sollten Sie aber auch auf etwas anderes achten: die Leistungsstaffel, oft auch als Zahnstaffel bezeichnet. Damit wird die Summe festgelegt, die Sie in den ersten meist drei bis fünf Vertragsjahren tatsächlich abrechnen dürfen. Die Höhe der Zahnstaffel ist damit ein wichtiger Baustein bei Ihrer Suche nach einer Zahnzusatzversicherung, weil sie die Leistungen stark begrenzen kann.

Beispiel: Sie haben eine Zahnzusatzversicherung mit einem Erstattungssatz von 90 Prozent – im ersten Jahr beträgt die Zahnstaffel aber lediglich 500 Euro, sodass von Ihren Implantatkosten von voraussichtlich 3.600 Euro eben nur diese 500 Euro erstattet werden.

Leistungen bei Zahnbehandlung

Im Vergleich für eine Zahnzusatzversicherung liegt der Fokus meist auf dem Erstattungssatz für Zahnersatz – aber wichtig kann bei der Zahnzusatzversicherung auch die Kostenübernahme für Zahnbehandlungen werden. Denn die Kosten zum Beispiel für Wurzel- oder Parodontalbehandlungen können ganz oder in Teilen ebenso Privatleistung sein wie die für hochwertigere Füllungen. Wenn Ihnen eine hochwertige Versorgung wichtig ist, sollte Ihre Zahnzusatzversicherung Leistungen zumindest bei ausgesuchten Zahnbehandlungen zu 80 bis 100 Prozent tragen. Ein immer wichtigeres Leistungsmerkmal im Vergleich der Zahnzusatzversicherung ist mittlerweile die Kostenübernahme für Prophylaxe-Maßnahmen – die Kassen tragen die Kosten oft, einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Wenn Sie einen Zahnzusatzversicherung Rechner nutzen wollen, sollten Sie alle diese Behandlungsansätze mit in den Vergleich einbeziehen.

Wurzel- und Parondontalbehandlungen

Wurzelbehandlungen sind oft Kassenleistung, wenn der zu behandelnde Zahn erhaltenswert ist. Ist das nicht der Fall oder möchten Sie die Behandlung mithilfe moderner Zahnarzttechnologie schneller und schmerzfreier gestalten, müssen Sie die Kosten selbst tragen. Auch Parodontosebehandlungen sind häufiger Privatleistung beim Zahnarzt, als den meisten lieb ist. Eine leistungsstarke Zahnzusatzversicherung kann die Kosten bis zu 100 Prozent übernehmen.

Maßnahmen zum Zahnerhalt

Wenn Zahnfüllungen notwendig sind, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine zweckmäßige Versorgung – dabei wird auf ästhetische Aspekte genauso wenig Rücksicht genommen wie auf Unverträglichkeiten. So werden die Kosten für Kunststoff- oder Kompositfüllungen für eine verträgliche und zahnfarbennahe Versorgung selten übernommen – vor allem im Seitenzahnbereich. Im Vergleich der Zahnzusatzversicherung finden sich viele Tarife, die die Kosten für einen hochwertigen Zahnerhalt voll tragen.

Prophylaxe

Die professionelle Zahnreinigung ist heute Bestandteil der regelmäßigen Vorsorge – und sie ist wichtig, um Zahnprobleme rechtzeitig zu erkennen. Die Kosten für eine Reinigung im Jahr werden oft bis zu bestimmten Höchstsätzen von den Kassen getragen – auf freiwilliger Basis. Wenn Sie mehr als einmal im Jahr zur Zahnreinigung gehen möchten oder die tatsächlichen Kosten über dem Kassensatz liegen, bleiben die Zusatzkosten an Ihnen hängen. Eine gute Zahnzusatzversicherung im Vergleich trägt die Kosten – ebenso wie die für weitere Maßnahmen wie zum Beispiel Fluoridierungen oder Fissurenversiegelungen.

Wartezeit und Zahnstaffel im Vergleich der Zahnzusatzversicherung

Ein wichtiger Punkt im Vergleich der Zahnzusatzversicherung ist die Wartezeit bei einem Tarif: Viele Tarife sehen gerade bei Zahnersatz lange Wartezeiten von bis zu acht Monaten vor – ein langer Zeitraum, wenn die Zahnzusatzversicherung auch mit der Prämisse abgeschlossen wird, Leistungen zeitnah in Anspruch nehmen zu wollen. In diesem Fall sind Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit sinnvoll, die vom ersten Tag an vertragsgemäß leisten. Denken Sie aber daran: Stehen bei Vertragsabschluss bereits Behandlungsansätze fest, sind die als vorvertraglich nicht versichert.

Augenmerk sollten Sie zudem auf ein weiteres vertragliches Leistungsmerkmal legen: die sogenannte Zahnstaffel. Damit bezeichnet man die Leistungsbeschränkungen der Tarife in den ersten Jahren. Die meisten Tarife begrenzen so die Höchstbeträge, die in den ersten zwei bis fünf Vertragsjahren an die Kunden ausgeschüttet werden. Die Tarife unterscheiden sich hier immens: Während manche Zahnzusatzversicherungen im Vergleich in den ersten Jahren nur 2.000 Euro auszahlen, leisten andere bis zu 10.000 Euro. Ein Vergleich ist also unbedingt angeraten.

Wichtige Vertragsmerkmale im Überblick

Neben den bereits erwähnten Merkmalen, die im Vergleich der Zahnzusatzversicherung im Fokus stehen sollten, gibt es weitere Leistungsmerkmale, die für Sie ganz individuell die Qualität des Schutzes bestimmen können.

Stabile Beiträge im Alter

Zahnzusatzversicherungen gibt es mit zwei unterschiedlichen Tarifoptionen: Zum einen werden Risikotarife angeboten, bei denen bereits bei Vertragsabschluss klar ist, wann und um welchen Betrag die Beiträge steigen werden – und zum anderen gibt es konstant kalkulierte Tarife mit Alterungsrückstellungen, bei denen der Beitrag über die gesamte Laufzeit stabil bleiben soll. Grundsätzlich sollte dieses Merkmal im Vergleich der Zahnzusatzversicherung nicht zu stark gewichtet werden – bei einer guten Beratung wird der Experte Ihnen die Gesamtkosten der jeweiligen Tarife über die gesamte Laufzeit nennen können. Und dann sollten Sie diese Gesamtkosten mit den übrigen Leistungsmerkmalen in Ihren Vergleich einbeziehen.

Verzicht auf ordentliches Kündigungsrecht

Standardmäßig verzichten die Zahnzusatzversicherungen heute auf Ihr Recht zur Kündigung des Vertrages in den ersten Jahren – achten Sie darauf, dass im Vergleich nur solche Zahnzusatzversicherungen berücksichtigt werden. Damit ist sichergestellt, dass Sie nicht ohne Schutz dastehen, weil die Zahnzusatzversicherung den Vertrag nicht einfach durch Kündigung beenden kann, wenn Sie etwa nach Meinung der Zahnzusatzversicherung zu hohe oder zu oft Leistungen in Anspruch nehmen.

Erstattungssätze nach GoZ

Zahnärzte rechnen ihre Kosten nach GoZ ab – diese Gebührenordnung für Zahnärzte besteht aus Kostenziffern für Leistungen, die mit einem Multiplikator abgerechnet werden dürfen. Im Vergleich der Zahnzusatzversicherung sollten Sie in den Blick nehmen, ob die Erstattung bis auf den 3,5-fachen Satz begrenzt ist oder sogar darüber hinausgeht: Letzteres kann sinnvoll sein, wenn der Zahnarzt Mehrkosten für besonders aufwendige Behandlungen geltend macht.

Mindestvertragsdauer

Auch das ist ein Punkt im Vergleich der Zahnzusatzversicherung: Grundsätzlich sehen die Verträge in den ersten Jahren Mindestvertragslaufzeiten von zwölf bis 36 Monaten vor. Während dieser Zeit kann der Schutz der Zahnzusatzversicherung nicht gekündigt werden – Sie sind an den Vertrag gebunden. Danach kann die Zahnzusatzversicherung in aller Regel jährlich gekündigt werden.