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Zahnzusatzversicherung: Zahnstaffel begrenzt Leistungen in den ersten Vertragsjahren

Zahnersatz ist teuer – schnell kommen einige 1.000 Euro an Kosten für aufwendigere Maßnahmen zusammen – eine Zahnzusatzversicherung verspricht, die Kosten zu senken. Bis zu 100 Prozent der gesamten Behandlungskosten sollen – zusammen mit dem Kassenanteil – oft übernommen werden. Allerdings ist der Blick ins Kleingedruckte wohl bei kaum einer Police so sinnvoll wie bei der Zahnzusatzversicherung.

Denn 90 Prozent sind vor allem in den ersten Vertragsjahren selten wirklich 90 Prozent. Die Bedingungen der Zahnzusatzversicherung sehen in aller Regel nämlich eine Zahnstaffel vor: Damit werden die maximalen Obergrenzen für eine Kostenerstattung in den ersten Jahren reduziert – Erstattungssätze von 90 Prozent hin oder her.

Das Wichtigste auf einen Blick

➤ Leistungsbegrenzung: Zahnstaffel reduziert maximale Erstattung in den ersten Vertragsjahren.

➤ Große Unterschiede: Premium-Zahnzusatzversicherungen leisten in den ersten Vertragsjahren bis zu 10.000 Euro – klassische Tarife meist 2.000 bis 4.000 Euro.

➤ Unfälle: Die Zahnstaffel kann bei Unfällen ausgesetzt werden, sodass vor allem Zahnersatz ohne Einschränkung erstattet wird.

Warum gibt es eine Zahnstaffel?

Eine Zahnstaffel schützt die Zahnzusatzversicherung und die Versichertengemeinschaft. Gäbe es keine Leistungsbeschränkungen in den ersten Vertragsjahren, könnten Versicherte direkt nach Vertragsabschluss und ggf. einer Wartezeit das komplette Gebiss sanieren lassen – und den Vertrag danach kündigen. Solche Tarife wären unbezahlbar und kaum kalkulierbar.

Zahnzusatzversicherung mit umfangreichen Leistungen

Zahnzusatzversicherung: Zahnstaffel genau anschauen

Das Problem der Zahnstaffel: Läuft der Vertrag der Zahnzusatzversicherung länger, wird irgendwann ohne Obergrenze gezahlt. Ist allerdings in den ersten Vertragsjahren aufwendiger Zahnersatz erforderlich, stoßen viele Kunden schnell an Grenzen, weil die Erstattung der Zahnzusatzversicherung limitiert ist. Und das kann eine böse Falle bei der Zahnzusatzversicherung werden.

Denn manche Tarife sehen in den ersten Jahren eine Erstattung vor, die kaum über der Summe liegt, die an Beiträgen fällig wird – das gilt vor allem bei älteren Antragstellern, die deutlich mehr zahlen für den Schutz als jüngere, aber für die die gleichen Zahnstaffeln gelten. Natürlich sind Zahnzusatzversicherungen keine Spardose, aus der man mehr wieder rausholen möchte, als man hineingesteckt hat – dennoch sollte der Schutz so bemessen sein, dass er im Ernstfall auch wirklich hilft.

Verbraucherfreundliche Zahnstaffel? Es geht!

Und es gibt tatsächlich Verträge mit einem sehr guten Leistungsspektrum in den ersten Jahren, die für die Kunden attraktiver sind. Die Bayerische im Tarif ZahnSmart kostet einen jungen Menschen monatlich 14,30 Euro und erstattet Zahnersatz mit den Leistungen der Kasse zu 80 Prozent – maximal sind 5.000 Euro in den ersten vier Jahren möglich. Bei einer gesamten Beitragssumme über die vier Jahre von 686,40 Euro können maximal Behandlungskosten von 5.000 Euro erstattet werden. Lassen Sie sich diese Rechnung für jeden Tarif aufmachen, der Sie interessiert. Denken Sie aber auch daran: Wichtig ist, dass Sie im Leistungsfall gut abgesichert sind – und da ist die Zahnstaffel nur einer von vielen Faktoren, die beim Vergleich der Zahnzusatzversicherung beachtet werden sollten.

Jahr oder Monat – das ist hier die Frage

Die Zahnzusatzversicherung begrenzt über ihre Zahnstaffel in den ersten Jahren oder in den ersten Monaten der Vertragslaufzeit ihre Leistungen. Die Art der Zahnstaffel hat dabei Auswirkungen: Sind die Leistungen pro Kalenderjahr entscheidend, gelten der Dezember und der Januar des nächsten Jahres schon als zwei Kalenderjahre mit entsprechend höheren Leistungen.

Gelten die Beschränkungen dagegen für die ersten zwölf Monate, ist damit der Zeitraum Dezember bis zum nächsten November umfasst – mit anderen Worten: Die nächste Stufe der Zahnstaffel wird erst im Dezember des Folgejahres erreicht.

Zahnzusatzversicherung ohne Zahnstaffel

Tarife mit einer geringeren Erstattung sehen manchmal sogar einen völligen Verzicht auf die Zahnstaffel vor. Das ist zum Beispiel bei der Hanse Merkur, der Alte Oldenburger oder der CSS in einigen Tarifen der Fall.

Erkauft wird die unbegrenzte Leistung der Zahnzusatzversicherung allerdings dadurch, dass die Erstattungssätze im Bereich von 20 bis 30 Prozent liegen, die Erstattungssummen also insgesamt geringer sind.