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Zusatzversicherung: Heilpraktiker und alternative Heilmethoden versichern

Viele Menschen schätzen neben der klassischen Schulmedizin Naturheilverfahren oder Behandlungen durch Heilpraktiker. Doch wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, muss die Kosten für Behandlungen wie Akupunktur oder Osteopathie komplett selbst tragen oder erhält von den Kassen für Naturheilverfahren wie Osteopathie allenfalls einen kleinen Teil erstattet.

Wenn Sie den Eigenanteil senken möchten, kann sich für Sie der Abschluss einer Zusatzversicherung für den Heilpraktiker (sog. Heilpraktikerversicherung) lohnen, die die Kosten für alternative Behandlungen sowie für naturheilkundliche Medikamente und Therapien je nach Tarif bis zu 100 Prozent trägt.

Heilpraktiker und alternative Behandlungen jetzt versichern

Leistungen der Heilpraktikerversicherung

Traditionelle Chinesische Medizin, Bachblüten-Therapie oder Homöopathie sind klassische Anwendungen von Heilpraktikern. Heilpraktikerversicherungen kommen für solche Behandlungen und die dafür verordneten Arzneimittel auf. Heilmittel wie Massagen oder Ergotherapie zahlt dagegen nicht jeder Tarif. Die meisten Anbieter führen in den Versicherungsbedingungen auf, welche Behandlungen unter ihren Versicherungsschutz fallen.

Häufig erstatten die Heilpraktikerversicherungen außerdem nicht nur die Kosten der alternativen Heilmethoden. Viele Tarife erweitern den Schutz etwa durch eine Brillenversicherung, Zahnzusatzversicherung oder durch Kostenübernahme bei zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen. Wir haben hier die Leistungen von drei sehr guten Zusatzversicherungen für den Heilpraktiker zusammengestellt:

AXA Med Komfort U

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Tarif mit Altersrückstellungen
  • 80 Prozent Heilpraktiker und Naturheilverfahren
  • 80 Prozent Arzneimittel – Zuzahlungen und nicht von der GKV erstattete
  • 2.000 Euro maximale Erstattung über zwei Jahre
  • 100 Prozent Kostenübernahme bis zu 300 Euro für Sehhilfen in zwei Jahren plus LASIK-OP
  • 80 Prozent Hörhilfen

INTER QualiMed Z ambulant Premium

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • 80 Prozent Heilpraktiker
  • 80 Prozent Naturheilverfahren
  • bis zu 2.500 Euro jährlich
  • bis zu 400 Euro für Sehhilfen alle 2 Jahre
  • LASIK OP bis zu 800 Euro pro Auge mitversichert
  • 100 Prozent der Zuzahlungen für Arznei Heil- und Hilfsmittel
  • 100 Prozent für Reise- und Schutzimpfungen (bis maximal 200 Euro)
  • 100 Prozent privatärztliche Leistung (bis maximal 300 Euro)
  • 100 Prozent für Heilmittel (bis maximal 200 Euro)
  • 100 Euro jährliuches Budget für Präventionsmaßnahmen wie z. B: Ernährungskurse oder Fitnessstudio.

Signal Iduna ambulant Plus

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • 80 Prozent Heilpraktiker
  • 80 Prozent Naturheilverfahren
  • 80 % Medikamente
  • 750 Euro maximale Erstattung im Jahr
  • 100 Prozent Kostenübernahme bis zu 375 Euro für Sehhilfen in zwei Jahren
  • Sehschärfenkorrektur erstattungsfähig
  • Vorsorgeuntersuchungen und Zuzahlungen versichert
  • Auslandskrankenschutz inklusive

Heilpraktikerversicherung: Diese Kosten können Sie einreichen

Versichert ist in der Regel die Behandlung durch einen Heilpraktiker oder einen Arzt mit der Fachrichtung Naturheilverfahren. Nur wenige Tarife erstatten die Behandlungskosten, wenn ein Arzt ohne Zusatzqualifikation diese durchgeführt hat. Neben den versicherten Naturheilverfahren ist für Versicherte die Höhe der Erstattung maßgeblich bei der Wahl eines Tarifs. Heilpraktikerversicherungen bezahlen einen Anteil der Kosten, der je nach Leistung meist zwischen 80 bis 100 Prozent liegt. Zusätzlich beschränken Versicherungen die maximale jährliche Kostenübernahme. Üblich sind Erstattungen zwischen 1000 und 2000 Euro pro Jahr oder 2000 Euro in zwei Jahren. Weit verbreitet sind auch Staffelungen, sodass Tarife in den ersten Jahren weniger erstatten, später den Maximalbetrag aber anheben.

Heilpraktiker und Ärzte mit Fachrichtung Naturheilverfahren rechnen ihre Behandlungen anders ab als in der Schulmedizin. Ärzte richten sich bei ihrer Abrechnung nach dem Hufelandverzeichnis, das unverbindlich für alle dort aufgelisteten Behandlungen einen Gebührensatz nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) angibt. Heilpraktiker orientieren sich meist an der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH), die für jede Behandlung die durchschnittlich übliche Vergütung aufführt. Viele Tarife erstatten die Kosten einer Behandlung bis zum Höchstsatz der im Hufelandverzeichnis oder in der GebüH angegebenen Spanne. Begleicht ein Tarif nur Kosten bis zum Regelhöchstsatz, ist dieser weniger leistungsstark. Rechnen Heilpraktiker jedoch mehr ab als den Höchstsatz, wie es durchaus der Fall ist, übernimmt eine Versicherung diese Zusatzkosten nicht. Vor Beginn einer Behandlung lohnt es sich daher, mit der Versicherung zu klären, welchen Anteil der Kosten diese übernimmt.

Gesundheitsfragen bei Vertragsabschluss

Eine Heilpraktikerversicherung ist eine private Krankenzusatzversicherung. Private Krankenversicherungen berechnen die Höhe des Versicherungsbeitrags nach dem Umfang der versicherten Leistungen und nach dem Gesundheitszustand des Versicherten. Ist ein Versicherter schon bei Vertragsabschluss sehr krank, weiß der Anbieter, dass er für diesen höchstwahrscheinlich viele Rechnungen erstatten muss. Vorerkrankungen bedeuten daher einen höheren Beitrag.

Versicherte sollten sich im Antrag aber nicht gesund schummeln. Nur wer die Gesundheitsfragen wahrheitsgetreu beantwortet, erhält danach auch einen wirksamen Versicherungsschutz. Wer falsche Angaben gemacht hat, kann seinen Versicherungsschutz verlieren. Versicherungen fragen bei einer solchen Gesundheitsprüfung meist die gesamte Krankengeschichte der vergangenen drei bis fünf Jahre ab. Sowohl ambulant, stationär als auch psychotherapeutisch. Stellt sie Vorerkrankungen fest, führt ein solcher Eintrag in der Krankenakte meist zu einem Risikoaufschlag auf den Beitrag oder die Versicherung schließt Behandlungen, die diese Krankheit betreffen, vom Versicherungsschutz aus.

Wer eine schwere Erkrankung hat, bekommt unter Umständen gar keinen Vertrag. Besonders eine Psychotherapie oder chronische Erkrankungen erschweren die Suche nach einer Versicherung, genauso wie Herzinfarkte, Krebserkrankungen oder Neurodermitis. Allergien, Verspannungen oder Rückenschmerzen führen zu einem Risikoaufschlag oder dem Ausschluss solcher Behandlungen vom Versicherungsschutz. Jedoch unterscheiden sich die Versicherungen in ihren Annahmebedingungen. Einige schließen bestimmte Erkrankungen aus, während andere die gleiche Krankheit mitversichern. Ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt. Es gibt wenige Anbieter, die sogar nur eine vereinfachte Gesundheitsprüfung durchführen, also nur wenige sehr schwere Krankheiten abfragen. Wer eine leichte Erkrankung hat, für den ist ein solcher Tarif eine gute Möglichkeit für den Abschluss einer Heilpraktikerversicherung zu guten Konditionen.

Heilpraktikerversicherung ohne Gesundheitsfragen möglich?

Eine Heilpraktikerversicherung ganz ohne Gesundheitsfragen und mit umfangreichen Premium-Leistungen bei hoher Erstattung gibt es nicht – aber der Umfang des Fragenkatalogs unterscheidet sich schon deutlich voneinander. Dieses Tarife sind mit wenigen Gesundheitsfragen recht einfach zugänglich:

  • AXA Med Komfort
  • Gothaer mediambulant
  • Signal Iduna ambulant plus
  • UKV Natur privat
  • universa uni Med A

Vertrag mit und ohne Altersrückstellungen

Es gibt zwei Varianten, wie Anbieter den Beitrag einer Heilpraktikerversicherung kalkulieren: mit und ohne Altersrückstellungen. Vor einem Abschluss ist es sinnvoll abzuwägen, welche Variante die passende ist. Bei einem Tarif ohne Altersrückstellungen orientiert sich der zu zahlende Beitrag an dem aktuellen Risiko, dass die Versicherung für eine Behandlung zahlen muss. Das bedeutet: Junge Menschen zahlen in der Regel einen recht günstigen Beitrag, weil sie vergleichsweise selten zu einem Arzt gehen. Mit den Jahren steigt der Beitrag. Die meisten Anbieter haben in ihren Versicherungsbedingungen eine Tabelle, die die verschiedenen Beitragsstufen je nach Alter aufschlüsselt. Der Vorteil sind die günstigeren Anfangspreise und die Möglichkeit, die Versicherung ohne große Verluste zu kündigen.

Tarife mit Altersrückstellungen federn genau diese altersbedingte Verteuerung der Versicherung ab. Schon zu Beginn des Vertrags errechnet der Versicherer, welchen Beitrag der Versicherte auf Lebenszeit zahlen muss und rechnet dies auf einen monatlichen Beitrag um. So zahlen bereits junge Versicherte einen höheren Beitrag, weil ein Teil des Geldes für das Alter zurückgelegt wird. Im Verlauf der Vertragslaufzeit bleibt der Beitrag dadurch stabil. Wer seine Versicherung kündigt, verliert aber in der Regel diese Altersrückstellungen – sofern sie nicht auf einen anderen Vertrag übertragen werden können. Bei beiden Varianten hat die Versicherung außerdem das Recht, höhere Kosten zum Beispiel in der Gesundheitsversorgung umzulegen und die Beiträge anzupassen.

Wartezeiten der Heilpraktikerversicherung

Der Heilpraktiker hat bereits zwölf Akupunktur-Sitzungen angeordnet, also noch schnell die Versicherung abschließen – so funktioniert eine Heilpraktikerversicherung leider nicht. Grundsätzlich erstatten Versicherungen nur Kosten für Behandlungen, die bei Abschluss des Vertrags noch nicht angeraten waren beziehungsweise begonnen haben. Wer sich bereits in einer Behandlung befindet, bekommt die Kosten für zukünftige Sitzungen bei der gleichen Erkrankung erst erstattet, wenn die laufende Behandlung abgeschlossen ist.

Zusätzlich bestehen die Anbieter in der Regel auf eine Wartezeit von drei Monaten, innerhalb derer sie noch keinen Kosten erstatten. Für Entbindungen und Psychotherapie gelten besondere Wartezeiten von acht Monaten. Wenige Tarife verzichten auf eine Wartezeit und erstatten die Kosten aller Behandlungen, die nach Versicherungsbeginn vom Arzt oder Heilpraktiker angeraten wurden. Solche Tarife sind in der Regel etwas teurer oder haben weniger Leistung.

Fragen und Antworten zur Heilpraktikerversicherung

Was zahlt die Heilpraktikerversicherung?

Eine Heilpraktikerversicherung erstattet anteilig die Kosten für alternative Heilmethoden und Naturheilverfahren, die von Heilpraktikern oder Ärzten mit Fachrichtung Naturheilverfahren durchgeführt werden. Ebenso erstattet eine Versicherung anteilig die Kosten für Medikamente und Hilfsmittel. Die Leistung des Tarifs ist auf Beträge zwischen üblicherweise 1000 und 2000 Euro pro Jahr begrenzt.

Was versteht man unter GebüH und Hufelandverzeichnis?

Die Erstattungshöhe orientiert sich dabei an der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) und dem Hufelandverzeichnis. Die Versicherungen erstatten bis zum Regelhöchstsatz oder dem Höchstsatz dieser Preisverzeichnisse. Für Mediziner sind diese nicht bindend. Fällt die Rechnung höher aus, muss der Versicherte die zusätzlichen Kosten alleine tragen.

Gibt es bei der Heilpraktikerversicherung eine Gesundheitsprüfung?

Die Gesundheitsprüfung bei Versicherungsschluss muss wahrheitsgetreu beantwortet werden. Vorerkrankungen führen zu höheren Beiträgen oder werden ganz vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Menschen mit sehr schweren Erkrankungen erhalten mitunter keine Versicherung. Jeder Anbieter bewertet verschiedene Krankheiten allerdings anders. Einige Versicherer haben außerdem eine vereinfachte Gesundheitsprüfung.

Muss ich eine Wartezeit beachten?

Nach Abschluss zahlt eine Versicherung nicht direkt für eine Behandlung, sondern besteht in der Regel auf eine Wartezeit von drei Monaten. Erst nach Ablauf der Wartezeit kann eine Behandlung beginnen und deren Kosten auch zur Erstattung eingereicht werden. Behandlungen, die bereits vor Abschluss der Versicherung angefangen wurden, werden von der Versicherung nicht bezahlt. Einige Tarife verzichten allerdings auf eine Wartezeit.

Welche weiteren Leistungen sind versichert?

Die meisten Tarife kombinieren den Versicherungsschutz für Heilpraktikerleistungen mit anderen Bausteinen. So zahlen solche Versicherungen häufig auch für Brillen oder zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen sowie Impfungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet werden.