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Gesundheit: So sparen Sie beim Zahnarzt

Die medizinische Grundversorgung beim Zahnarzt ist durch die gesetzlichen Krankenversicherungen sichergestellt. Eine professionelle Zahnreinigung, eine Kunststofffüllung im Backenzahn, Keramik und Gold als Füllmaterial gehören aber nicht dazu. Solche Leistungen müssen Patienten aus eigener Tasche bezahlen.

Zweitmeinung einholen

Viele Zahnärzte pochen auf eine hochwertige Versorgung. „Mit einem Nein des Zahnarztes zu einer bestimmten Behandlungsart sollte man sich nie begnügen“, rät Charlotte Henkel, Patientenberaterin von der Verbraucherzentrale Hamburg. Vielmehr sollten Patienten bei teuren Behandlungen eine Zweit- oder gar Drittmeinung einholen. Denn Zahnärzte haben finanziellen Spielraum. Bei Laborkosten für den Zahnersatz lässt sich sparen oder bei der Berechnung des Honorars. Viele Kassen bieten eine Überprüfung der ärztlichen Heil- und Kostenpläne kostenlos an (zum Beispiel TKK und BEK).

Mit dem Bonusheft beim Zahnersatz sparen

Höhere Zuschüsse beim teuren Zahnersatz können Versicherte sich über ein gut gepflegtes Bonusheft sichern: Wer gewissenhaft Jahr für Jahr zum Zahnarzt geht, lässt sich einfach einen Stempel vom Zahnarzt in sein Bonusheft geben. Wer über fünf aufeinander folgende Jahre Kontrollbesuche beim Zahnarzt nachweisen kann, erhält einen Aufschlag von 20 Prozent zum Festzuschuss. Wer sogar zehn Vorsorgejahre aufweisen kann, erhält einen Bonus von 30 Prozent. Den Bonus gibt es allein auf den Festbetrag der Krankenkasse. Beträgt der Festzuschuss also 200 Euro, dann erhöht er sich mit dem Fünf-Jahres-Bonus um 20 Prozent auf 240 Euro, mit dem Zehn-Jahres-Bonus entsprechend auf 260 Euro.

Über Zusatzleistungen beim Zahnarzt sparen

Die gesetzlichen Krankenkassen können ihren Versicherten über freiwillige Zusatzleistungen ein Plus an Leistung beim Zahnarztbesuch ermöglichen. Das können beispielsweise Zuschüsse zur professionellen Zahnreinigung oder zur Versiegelung von Backenzähnen bei Kindern und Jugendlichen sein. Will der Versicherte in den Genuss kommen, muss er meist bestimmte Zahnärzte aufsuchen, oder er kann die Zusatzleistung nur im Rahmen eines bestimmten Programms nutzen.

Zahnbehandlung versteigern

Wer bereit ist, den Zahnarzt zu wechseln, kann Geld sparen. Auf der Plattform www.dent-net.de haben sich Zahnärzte zusammengeschlossen, die günstigere Leistungen anbieten. Die DAK kooperiert mit dem Anbieter. Auch Zahnarztauktionen sind eine Möglichkeit, an kostengünstigeren Zahnersatz zu gelangen. Die AOK Baden-Württemberg kooperiert mit www.zahngebot.de. Patienten stellen ihren Heil- und Kostenplan ein, Zahnärzte geben ein Angebot ab, der Patient erteilt den Zuschlag.

Uniklinik statt Zahnarztpraxis

An vielen Unikliniken in Deutschland suchen Studenten der Zahnmedizin Übungspatienten. Wer als Patient Zeit und Geduld mitbringt, profitiert bei einer Behandlung durch Studenten von einer Versorgung, die wissenschaftlich auf neuestem Stand ist. Die Sorge, dabei schlechter behandelt zu werden, ist unberechtigt. Der Student braucht eventuell länger für die Behandlung und ist noch nicht so routiniert, aber der Professor schaut dabei immer über die Schulter, korrigiert und achtet darauf, dass alles bestens versorgt ist. Versicherte müssen zur Abrechnung ihre Versichertenkarte mitbringen. Auch bei den Behandlungen durch Studenten fällt ein Eigenanteil an. Aber der ist meistens geringer als in üblichen Zahnarztpraxen.

Zahnarztbesuch im Ausland

Zahnärzte in Tschechien, Polen oder Ungarn arbeiten wesentlich günstiger als ihre Kollegen in Deutschland. „Für manche Patienten ist es eine Option, für den Zahnersatz ins Ausland zu reisen“, sagt Henkel. Die Kostenersparnis liegt oft um die 50 Prozent. Viele Zahnärzte haben sich inzwischen auf die Klientel aus Deutschland spezialisiert, verfügen über Deutschkenntnisse und organisieren den Ablauf. „Wenn es zu Reklamationen kommt, sind die im Ausland allerdings kaum geltend zu machen“, gibt Henkel zu bedenken. Muss nach der Behandlung nachgebessert werden oder zeigt sich mangelnde Qualität beim Zahnersatz erst später, muss der Patient erneut eine Reise auf sich nehmen. Er hat auch kaum rechtliche Grundlagen, eine eventuelle Reklamation durchzufechten. Es gelten im Ausland möglicherweise andere Gewährleistungsrechte als in Deutschland. Ein Zahnarzt in Deutschland ist nicht verpflichtet, bei fremdem Zahnersatz kostenfrei nachzubessern.

Mit einer Zahnzusatzversicherung Eigenanteil senken

Hohe Kosten für Zahnersatz und andere Behandlungen beim Zahnarzt lassen sich sehr gut mit einer Zahnzusatzversicherung abfedern, die bei Zahnersatz bis zu 90 Prozent und bei Zahnbehandlungen und Prophylaxe die Kosten oft voll übernimmt.

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