Sie befinden sich hier:

Zahnbehandlung: Welche Füllungen zahlt die Krankenkasse?

Jedes Jahr werden in Deutschland nach Angaben des Universitätsklinikums Jena rund 50 Millionen löchrige Zähne gefüllt. Dabei entscheiden sich immer mehr Patienten für eine Kunststoff-Füllung. Amalgam-Füllungen sind dagegen eher „out“ – Hauptgrund für die Beliebtheit der Kunststoff-Füllungen ist vor allem das Aussehen. Anders als Amalgam, das auffällig silbrig glänzt, ist Kunststoff zahnfarben und fällt somit optisch kaum auf. Zudem ist Amalgam wegen seines Quecksilbergehalts immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Quecksilber ist ein Schwermetall und für Menschen giftig – es kann ernste Beschwerden verursachen – von Schlaflosigkeit über Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Depressionen.

Amalgam-Füllungen bestehen zur Hälfte aus Quecksilber

Ob die in den Körper abgegebenen Quecksilber-Mengen gesundheitlich bedenklich sind oder nicht, ist immer wieder Anlass für wissenschaftliche Studien. In der abschließenden Stellungnahme des wissenschaftlichen Beratungsausschusses für Gesundheits- und Umweltrisiken der Europäischen Kommission, dem Scientific Committee on Health and Environmental Risks (SCHER), wurde 2014 festgestellt, dass die Gesundheits- und Umweltgefährdung durch das in zahnärztlichem Amalgam enthaltene Quecksilber vergleichsweise gering sei. Die Quecksilberaufnahme durch Zahnfüllungen liegt demnach durchschnittlich etwa in der gleichen Größenordnung wie die Quecksilberbelastung durch die Nahrung und gilt damit als unbedenklich.

Füllungen: Welche Kosten trägt die Krankenkasse?

In der gesetzlichen Krankenversicherung gelten Amalgam-Füllungen wegen ihres günstigen Preises als Regelleistung und werden zu 100 Prozent bezahlt. Amalgam-Füllungen kommen dabei vor allem im Backenzahnbereich zum Einsatz. Im sichtbaren Bereich – vor allem bei den Schneidezähnen und den ersten Eckzähnen – zahlt die gesetzliche Krankenkasse auch zahnfarbene Kunststoff-Füllungen. In der Regel wird hierfür Komposit verwendet. Dieser keramikähnliche Kunststoff besteht zu etwa 20 Prozent aus Kunststoff und zu etwa 80 Prozent aus einem Salz der Kieselsäure beziehungsweise feinsten Glasteilchen. Komposit gilt als formstabil und langlebig, aber als nicht ganz so haltbar wie Amalgam.

Nachteil ist vor allem der höhere Schrumpfungsgrad im Vergleich zu Amalgam: Bei Kunststoff-Füllungen aus Komposit können deshalb sogenannte Randspalten entstehen, in die Bakterien eindringen und erneut Karies verursachen können. Dieses Risiko lässt sich durch das Auftragen in mehreren Schichten verringern – ein empfehlenswertes Vorgehen, das aber aufwendig und teurer ist.

Komposit-Füllungen sind nur im Frontbereich Kassenleistung

Im hinteren Backenzahnbereich übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur die Kosten für Amalgam-Füllungen komplett. Ausgenommen von dieser Regelung sind Versicherte und Patienten mit einer Amalgam-Allergie oder eine schwere Niereninsuffizienz. Auch Kinder unter 18 Jahren in der Familienversicherung und Schwangere bekommen im hinteren Seitenzahnbereich eine Versorgung mit geschichteten Kunststoff-Füllungen bezahlt. Einen Austausch von intakten Amalgam-Füllungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse grundsätzlich nicht.

Zuzahlung über eine Zahnzusatzversicherung abfedern

Wenn Sie als Kassenpatient die Versorgung mit hochwertigen Füllungen über die Regelleistung hinaus wünschen, müssen Sie die Zusatzkosten selbst zahlen. Zahnzusatzversicherungen übernehmen die Kosten für entsprechende Füllungen in der Regel zu 100 Prozent. Sie zahlen dabei die Aufwendungen für Komposit-Füllungen ebenso wie für Einlagefüllungen, die sogenannten Inlays. Entsprechende Bausteine der Zahnzusatzversicherung sind schon für geringe Monatsbeiträge zu bekommen.

Zahnzusatzversicherung: Hochwertige Füllungen versichern